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Modulhandbuch

Modul GW4770-KP11

Werkstatt Versorgungsentwicklung/-management (WVEuM)

Dauer:


2 Semester
Angebotsturnus:


Jedes Sommersemester
Leistungspunkte:


11
Studiengang, Fachgebiet und Fachsemester:
  • Master Gesundheits- und Versorgungswissenschaften 2019 (Wahlpflicht), Versorgungsentwicklung und -management, 2. und 3. Fachsemester
Lehrveranstaltungen:
  • GW4755-S: Registerstudien und real life data (Seminar, 1 SWS)
  • GW4771-S: Leitung von Teams in der Gesundheitsversorgung (Seminar, 2 SWS)
  • GW4754-S: Kontext- und Prozessevaluation (Seminar, 1 SWS)
  • GW4753-S: Fortgeschrittene Studiendesigns für die Versorgungsforschung (Seminar, 1 SWS)
  • PY3200-V: Arbeits- und Organisationspsychologie (Vorlesung, 2 SWS)
Workload:
  • 225 Stunden Selbststudium und Aufgabenbearbeitung
  • 105 Stunden Präsenzstudium
Lehrinhalte:
  • Definitionen der Begriffe Kontext und Prozessevaluation
  • Theorien und Modelle der Implementierung von Veränderungen im Gesundheitswesen (Wiederholung) und der Prozessevaluation
  • Planung von Studien für die Prozessevaluation zu Fragestellungen der Versorgungsforschung oder des Qualitätsmanagement bzw. der Qualitätsentwicklung
  • Randomisierte und nicht-randomisierte Studientypen zur Evaluation von Veränderungen in der Gesundheitsversorgung (s. z. B. Taxonomie der Studientypen nach der Effective Practice and Organisation of Care (EPOC) Group, https://epoc.cochrane.org/about-us)
  • Nutzung von Routinedaten (Abrechnungsdaten) für die Versorgungsforschung oder das Qualitätsmanagement
  • Typen, besondere Merkmale sowie Stärken und Limitationen von Registerstudien und Studien mit „real life data“
  • Fortgeschrittene bzw. spezielle statistische Methoden für die Evaluation von Veränderungen in der Gesundheitsversorgung (Versorgungsforschung oder Qualitätsmanagement)
  • Besondere forschungsethische Herausforderungen in Studien zur Versorgungsforschung oder im Qualitätsmanagement (Vulnerabilität der Personengruppen, Datenschutz/-sicherheit)
  • Geschichte und theoretische Grundlagen der Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Methoden der Personalentwicklung (z.B. Behavior Modeling Trainings, Ansätze zum arbeitsgebundenen oder arbeitsplatznahen Lernen, Führungs-, Mentoring- und Coachingansätze, Ansätze zur Gesundheitsförderung)
  • Methoden der Organisationsentwicklung (z.B. Mitarbeiterbefragung, Gestaltung von Veränderungsprozessen, Umgang mit Veränderungswiderständen, Förderung von Innovationsprozessen)
  • Planung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen, Gruppenarbeiten und anderen Kommunikations- und Koordinationsaufgaben im Rahmen der Führung oder Steuerung von Forschungs- oder Veränderungsprozessen in der Gesundheitsversorgung
  • Arbeitsplatz und psychische Gesundheit/Krankheit sowie körperlichen Erkrankungen
Qualifikationsziele/Kompetenzen:
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden erkennen die Notwendigkeit einer systematisch geplanten Erfassung von Kontextfaktoren sowie potenziellen Mediator- und Moderatorvariablen und intermediären Zielgrößen in Versorgungsprozessen für eine aussagekräftige Planung und Durchführung von Projekten zur Entwicklung, Pilotierung, Evaluation und Implementierung von Innovationen in der Gesundheitsversorgung an und können diese Notwendigkeit begründen.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können theoretische Rahmenmodelle für die Identifikation, Beschreibung, Modellierung und Evaluation relevanter Kontextfaktoren und Veränderungsprozesse im Rahmen der Entwicklung, Pilotierung, Evaluation und Implementierung von Innovationen in der Gesundheitsversorgung beschreiben, hinsichtlich der Potenziale und Limitationen vergleichen und typischen Fragestellungen der Versorgungsforschung und -entwicklung zuordnen.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können eine große Bandbreite an quantitativen Mixed Methods- Studientypen beschreiben und hinsichtlich ihrer Eignung für Fragestellungen der beschreibenden, erklärenden oder evaluierenden Versorgungsforschung analysieren. Insbesondere können sie die Stärken und Limitationen verschiedener randomisierter und nicht-randomisierter Studientypen zur Untersuchung evaluativer Fragstellungen sowie Routinedaten-basierte Studiendesigns, Mixed Methods-Studiendesigns und fortgeschrittene statistische Auswertungsmethoden für die Nutzung in der Versorgungsforschung und im Qualitätsmanagement beschreiben und erklären.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können die Begriffe „Registerstudien“ und „real life data“ sowie die Arten und Anwendungskontexte dieser Studientypen und Datenressourcen für die Versorgungsforschung und das Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung beschreiben sowie Potenziale und Grenzen sowie forschungsethische Implikationen dieser methodischen Ansätze erkennen und kritisch reflektieren.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können zentrale Theorien, empirische Befunde und Methoden der Arbeits- und Organisationspsychologie beschreiben und erklären.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können typische Herausforderungen des Arbeitens in Organisationen aus psychologischer und soziologischer Sicht nennen und erklären, insbesondere bezogen auf die Arbeitsmotivation und das Arbeitsverhalten, die Kommunikation, Kooperation und Konflikte, das Führen, das arbeitsplatzgebundene/-nahe Lernen und die Gesundheitsförderung und Prävention am Arbeitsplatz.
  • Wissen und Verstehen: Die Studierenden können oben beschriebene Wissensbestände der Arbeits- und Organisationspsychologie auf die spezifischen Rahmenbedingungen von Betrieben in der Gesundheitsversorgung übertragen.
  • Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen: Die Studierenden können ausgehend von Problemen oder Herausforderungen in der Versorgungspraxis geeignete Fragestellungen für die Versorgungsentwicklung und -forschung oder das Qualitätsmanagement (vor allem Qualitätskontrolle) formulieren und unter Supervision geeignete Studien- bzw. Qualitätsüberwachungsdesigns entwickeln.
  • Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen: Die Studierenden sind in der Lage, bei der Entwicklung obengenannter Studien- und Qualitätsüberwachungsdesigns das Methodeninventar für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen anzuwenden. Dies schließt insbesondere auch die Fähigkeit ein, theoriegeleitet und empirisch fundiert relevante Kontext- und Prozessvariablen zu identifizieren, zu beschreiben und zu evaluieren sowie die notwendigen Methoden für die Stichprobengewinnung, Datenerhebung und -analyse für die Untersuchung der zugrunde liegenden versorgungswissenschaftlichen oder Qualitätsmanagement-Fragestellungen zu benennen und zu erklären.
  • Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen: Die Studierenden sind in der Lage, unter Supervision Handlungsoptionen zur Vermeidung oder Lösung arbeits- und organisationspsychologischer Herausforderungen bei der Implementierung von Innovationen bzw. Führen von Veränderungsprozessen in Betrieben der Gesundheitsversorgung auszuwählen, zu erproben und zu evaluieren.
  • Kommunikation und Kooperation: Die Studierenden sind in der Lage, eigene Ziele, methodische Entscheidungen und Arbeitsergebnisse zu Fragestellungen der Versorgungsforschung bzw. zur Versorgungsentwicklung und zum Versorgungsmanagement schriftlich und mündlich sach- und zielgruppengerecht zu beschreiben und zu begründen.
  • Kommunikation und Kooperation: Die Studierenden sind in der Lage, unter Supervision bzw. simulierten Bedingungen aus der Perspektive einer Person mit Führungsverantwortung Gespräche zur Vermeidung oder Lösung arbeits- und organisationspsychologischer Herausforderungen bei der Implementierung von Innovationen bzw. Führen von Veränderungsprozessen in Betrieben der Gesundheitsversorgung zu planen, zu führen und kritisch zu reflektieren.
  • Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität: Die Studierenden sind sich der Bedeutung erweiterter und vertiefter forschungsbezogener Methodenkompetenzen für die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit in der Versorgungsforschung oder des Qualitätsmanagements in der Versorgungspraxis bewusst und bereit, selbstinitiativ entsprechende Kompetenzen weiterzuentwickeln.
  • Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität: Die Studierenden verfügen über ein initiales Bewusstsein für die Anforderungen an das eigene Führungs- und Anleitungsverhalten bei der Leitung oder Steuerung von Arbeitsgruppen oder Veränderungsprozessen in der Versorgungsforschung oder im Versorgungsmanagement.
Vergabe von Leistungspunkten und Benotung durch:
  • Klausur
Modulverantwortlicher:
Lehrende:
Literatur:
  • Richards D & Rahm Hallberg I. (Hrsg.):: Complex interventions in health: an overview of research methods - London & New York: Routledge, 2015.
  • Pfaff et al. (Hrsg.):: Lehrbuch Versorgungsforschung. 3. Aufl. - Stuttgart: Schattauer Verlag, 2017.
  • Creswell JW, Plano Clark VL:: Designing and conducting mixed methods research. 2nd ed. - Sage Publications, 2011.
  • Hoben M, Bär M, Wahl H-W:: Implementierungswissenschaft für Pflege und Gerontologie. Grundlagen, Forschung und Anwendung – ein Handbuch. - Kohlhammer: Stuttgart, 2016.
  • Moore G, Audrey S, Barker M et al.:: Process evaluation of complex interventions. UK Medical research Council (MRC) guidance.
  • Müller D et al.:: Memorandum Register für die Versorgungsforschung - Das Gesundheitswesen, 72(11), 824-839, 2010.
  • Nerdinger, Blickle & Schaper:: Arbeits- und Organisationspsychologie. - Springer: Heidelberg, 2014.
  • Saunders RP.: Implementation Monitoring and Process Evaluation. - Sage: Thousand Oaks, CA, 2016
Sprache:
  • Sowohl Deutsch- wie Englischkenntnisse nötig
Letzte Änderung:
17.7.2019