
Das Team der Ophthalmologischen Biophotonik: Prof. Dr. rer. nat. Robert Huber (Leiter des Instituts für Biomedizinische Optik), Prof. Dr. rer. nat. Gereon Hüttmann (stellvertretender Leiter), Prof. Dr. med. Yoko Miura (Stiftungsprofessorin für Ophthalmologische Biophotonik), Prof. Dr. med. Salvatore Grisanti (Direktor der Klinik für Augenheilkunde) und Dr. rer. nat. Ralf Brinkmann (Geschäftsführer des Medizinischen Laserzentrum Lübeck; v.l.n.r.; Foto: privat)
Prof. Yoko Miura hat die Professur für Biophotonik in der Augenheilkunde übernommen
An der Universität zu Lübeck wurde eine neue Stiftungsprofessur eingerichtet. Im November hat Prof. Dr. Yoko Miura die an der Klinik für Augenheilkunde angesiedelte Stiftungsprofessur für Ophthalmologische Biophotonik übernommen. Die Professur wurde durch die Lübecker Heinz-Besser-Stiftung ermöglicht, die sich der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Augenheilkunde sowie der Unterstützung hilfebedürftiger Blinder und Sehbehinderter widmet.
„Es ist mir eine große Ehre, diese neue Stiftungsprofessur übernehmen zu dürfen, die dank der großzügigen Unterstützung der Heinz-Besser-Stiftung eingerichtet werden konnte", sagt Prof. Miura. Die Stiftungsprofessur hat das Ziel, auf der Basis der Analyse biologischer und pathophysiologischer Prozesse mithilfe optischer und biophotonischer Verfahren eine Forschungsstruktur aufzubauen, die von der Grundlagenforschung bis in die klinische Anwendung reicht und eine wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren schafft.
Lübeck zählt im Bereich der Biomedizinischen Optik und Lasermedizin zu den führenden Standorten weltweit. Die neue Stiftungsprofessur trägt dazu bei, diese Position weiter auszubauen und die nationale wie internationale Sichtbarkeit der Universität zu stärken.
Innovative Technologien frühzeitig identifizieren, weiterentwickeln und in klinische Anwendungen überführen
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Augenheilkunde, dem Institut für Biomedizinische Optik, dem Medizinischen Laserzentrum Lübeck (MLL) sowie weiteren universitären und industriellen Partnern entsteht ein Umfeld, in dem innovative Technologien frühzeitig identifiziert, weiterentwickelt und die Ergebnisse aus der grundlegenden und translationalen Forschung gezielt in klinisch relevante Anwendungen überführt werden können.
Prof. Dr. med. Yoko Miura, 1971 in Osaka (Japan) geboren, setzte nach dem Studium der Humanmedizin an der Osaka City University (1991–1997) sowie Promotion und klinischer Tätigkeit am Osaka City University Hospital ihre wissenschaftliche und klinische Laufbahn in Deutschland fort. Sie erhielt 2013 die Approbation in Deutschland, habilitierte sich 2017 und ist seit 2019 als Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde tätig. Seit 2014 war sie zudem als Forschungsgruppenleiterin am Institut für Biomedizinische Optik sowie am Medizinischen Laserzentrum Lübeck tätig.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die translationale und klinische Forschung biophotonischer Verfahren – insbesondere deren Einsatz zur funktionellen und metabolischen Bildgebung der Netzhaut sowie die wissenschaftliche Untersuchung und Optimierung minimalinvasiver laserbasierter Therapiekonzepte.
Vor wenigen Jahren noch unvorstellbare diagnostische und therapeutische Perspektiven
„Mit der Ophthalmologischen Biophotonik möchten wir die Hürden zwischen Grundlagenforschung, technologischer Innovation und klinischer Anwendung überwinden“, sagt Prof. Yoko Miura. „Unser Ziel ist es, innovative optische Verfahren in die klinische Praxis zu übertragen, damit Patientinnen und Patienten frühzeitig und schonend profitieren und schwere Krankheitsverläufe langfristig reduziert werden können.“
Prof. Dr. Salvatore Grisanti, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sagt: „Die Einrichtung der Professur für Ophthalmologische Biophotonik markiert einen entscheidenden Schritt für die Weiterentwicklung unseres Fachs an der Universität zu Lübeck. Sie verbindet modernste bildgebende Verfahren mit translationaler ophthalmologischer Forschung und eröffnet damit diagnostische und therapeutische Perspektiven, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar waren.“
„Die enge Verzahnung von Grundlagenwissenschaft, Technologieentwicklung und klinischer Anwendung stärkt nicht nur unseren Forschungsstandort, sondern verbessert langfristig auch die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, fügt Prof. Grisanti hinzu. „Ich bin außerordentlich dankbar für diese zukunftsweisende Weichenstellung und freue mich sehr über die innovativen Impulse, die von dieser Professur ausgehen.“
Stiftungsuniversität Lübeck
Die Universität zu Lübeck ist seit 2015 Stiftungsuniversität – die erste und bislang einzige in Schleswig-Holstein. „Mit der Gründung der Stiftungsuniversität ist eine neue Dynamik an der Universität zu Lübeck ausgelöst worden. Sie hat die Universität stark in den Herzen der Bevölkerung verankert und eine großartige Entwicklung bei Studierendenzahlen und den Forschungserfolgen ausgelöst“, sagt der Präsident der Universität Prof. Dr. Helge Braun.
Die Umwandlung in die neue Rechtsform trat am 1. Januar 2015 in Kraft. Am 12. September des Vorjahres hatte der Schleswig-Holsteinische Landtag das entsprechende Gesetz beschlossen. Der entscheidende Beschluss des Akademischen Senats war am 12. Dezember 2012 von allen Gruppen der Universität – den Professorinnen und Professoren, den wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Studierenden - einstimmig gefasst worden.
Maßgebliche Gründe waren die zweimalige Erfahrung der existenziellen Bedrohung für den Bestand der Universität 2005 und dann vor allem 2010 („Lübeck kämpft für seine Uni“). Daraus resultierte der dringende Wunsch nach mehr Autonomie und Selbstverantwortung. Wesentlich kommen der in Lübeck und seiner Stadtgesellschaft besonders ausgeprägte Bürgersinn und ihre traditionsreiche Stiftungskultur hinzu.
Auf beeindruckende Weise gelungen
Mit der Umwandlung war die Universität Lübeck nach Göttingen, Hildesheim, der Leuphana Lüneburg, der Hochschule Osnabrück und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (alle seit 2003), der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und der Universität Frankfurt am Main (beide seit 2008) die achte Hochschule in der Form einer Stiftung öffentlichen Rechts in Deutschland.
Eine unabhängige Evaluation des Lübecker Stiftungsmodells war bereits im Stiftungsgesetz vorgesehen. Sie wurde vom schleswig-holsteinischen Bildungs- und Wissenschaftsministerium beauftragt und 2022 durch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen durchgeführt.
In der Bewertung heißt es: „Im Gegensatz zu anderen Bundesländern war die Einführung des Stiftungsmodells für Universitäten in Schleswig-Holstein kein übergreifendes Projekt der Landesregierung. Die Einführung des Stiftungsmodells entsprang eher der Krise der Universität Lübeck und sollte ihre Existenz besser absichern. Die Evaluationskommission erkennt dies an und stellt fest, dass dies auf beeindruckende Weise gelungen ist.“

Neue DFG Forschungsgruppe "Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren als Treiber...

Öffentliche Sonntagsvorlesung von Prof. Jens Minnerup am 1. Februar (11:30 Uhr, Audienzsaal im...

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Antrag der Universität zu Lübeck zur Erforschung...

Feierliche Verleihung der akademischen Preise 2025 im Kolosseum.
für die Ukraine