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Psychologie

Seit Oktober 2013 beginnen jeweils zum Wintersemester 40 Bachelor- und Masterstudierende in Lübeck ihr Psychologiestudium. Ab dem WS 2016/17 stehen erstmals 90 Studienplätze im Bachelor Psychologie zur Verfügung.  Getreu dem Universitätsmotto »Im Focus das Leben«, beschäftigen sich die Studierenden mit den Grundlagen, der Entwicklung und der Untersuchung der menschlichen Psyche.

Schwerpunkt Interdisziplinäres Arbeiten

Das Psychologiestudium an der Universität zu Lübeck soll angehende Psychologen in besonderer Weise zur interdisziplinären Arbeit in klinischen Teams ebenso, wie zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten oder Klinischen Neuropsychologen qualifizieren. Es besteht eine enge interdisziplinäre Verknüpfung mit dem Studiengang Medizin und den Naturwissenschaften. Einerseits ergeben sich aus dem Curriculum zahlreiche Synergieeffekte, andererseits ist der Studiengang stark auf Anwendung und Forschung ausgerichtet.

Schwerpunkt Psychotherapie

Im Masterstudiengang Psychologie an der Universität zu Lübeck erfolgt eine Schwerpunktsetzung im Bereich der Diagnostik und Therapie psychischer Störungen. Die angehenden Psychologen werden auf eine mögliche anschließende Ausbildung im Bereich der Psychotherapie vorbereitet. Aber auch die Forschung im Bereich der Klinischen Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik hat hier einen hohen Stellenwert.

Schwerpunkt Neuropsychologie

Im Schwerpunkt Neuropsychologie erfolgt eine Ausbildung im Anwendungsbereich der Diagnostik und Therapie neuropsychologischer Störungen, ebenso wie in der Forschung der kognitiven Neurowissenschaften. Durch die Anbindung an das UKSH sowie an das "Center of Brain, Behavior and Metabolism" werden die Studierenden optimal auf die Arbeit in multidisziplinären Teams in Wissenschaft, Klinik und Praxis vorbereitet. Gleichzeitig qualifiziert das Studium für eine mögliche spätere Ausbildung zum Klinischen Neuropsychologen.

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Studium

Preis für studentisches Engagement

Psychologiestudent Mourad Zoubir ausgezeichnet für besonderes ehrenamtliches Engagement

Der Preis für studentisches Engagement an der Universität zu Lübeck wird seit 2004 jährlich an ein oder mehrere Studierende verliehen, die sich auf besondere Weise durch einen Dienst an der Studierendenschaft hervortun. In diesem Jahr hat Mourad Zoubir und damit erstmals ein Psychologiestudent die Auszeichnung erhalten. Wir haben ein kleines Interview mit ihm geführt:

Lieber Mourad, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Preis für studentisches Engagement der Uni Lübeck! Wer dich kennt, weiß, dass du ohne zu zögern wichtige Aufgaben übernimmst – um einen kurzen Abriss zu geben: du bist Gründungsvorsitzender von ROCK YOUR LIFE! Lübeck und damit verantwortlich für über 60 Studierende, die Mentoren für sozial benachteiligte Schüler sind, hast in dieser Funktion auch den ersten RYL!-Science Slam der Uni organisiert, du bist stellvertretendes Mitglied des Prüfungsausschusses Psychologie, warst an der Gründung der Fachschaft Psychologie beteiligt, warst einer der Hauptorganisatoren der letzten Vorwoche und rufst jetzt auch noch eine Initiative ins Leben, mit der Studierende beim selbstständigen Lernen unterstützt werden sollen.

Warum ist es dir wichtig, so viele verschiedene Initiativen zu führen oder zu unterstützen?

Mourad Zoubir: Ich sehe es als eine Möglichkeit, in meiner Umwelt aufzugehen! Ich bin nicht einfach nur Teil eines Gebildes, ohnmächtig gegen seine Strömungen - sondern ich bewege etwas. Ich nehme Einfluss auf mein Drumherum und trage dazu bei, dass die Welt ein besserer Ort für mich, meine Mitmenschen und meine Nachkommen wird.

Zu oft habe ich am Tisch gesessen mit Menschen, die sich über etwas beschwert haben: die ungerechte Welt, die Politik „da oben“, das Essen, das Wetter. Aber was haben sie selbst getan um etwas zu verändern? Niemals einen Brief an einen Bundestagsabgeordneten geschrieben, nie einen gemütlichen Klönschnack mit dem Chefkoch geführt, nicht mal einen Regentanz probiert. Natürlich ist nicht alles ein garantierter Erfolg, aber wenn man es probiert, wird man überrascht sein, wie viel man mit wenig bewegen kann.

Gab es Situationen in deinem Leben, die dich dahingehend geprägt haben, soziale Verantwortung zu übernehmen?

Einst bei einem Bewerbungsgespräch wurde ich gefragt: „Warum wollen Sie hier arbeiten?“. Ich dachte, ich wäre mit meiner „Ich möchte Menschen helfen“-Antwort unschlagbar. Tatsächlich erntete ich nur einen abfälligen Blick und eine Gegenfrage, die ich nicht beantworten konnte: „Warum bewerben Sie sich dann nicht beim Roten Kreuz?“.

Den Job habe ich trotzdem bekommen, die die Frage habe ich aber erst sehr viel später beantworten können: weil ich Menschen helfen möchte UND ich meine Interessen und Stärken in dieser bestimmten Konstellation einsetzten will. Man will nicht nur anderen helfen, sondern sich selbst auch.

Und was sind deine Interessen und Stärken?

In meinen bisherigen Ehrenämtern - Vertrauensperson meiner Kompanie, Klassensprecher oder die weiteren, die du aufgezählt hast - und beruflichen Entscheidungen von Gartenmöbelverkäufer bis Kindergärtner findet man einen roten Faden: häufig geht es darum zu kommunizieren, Perspektiven einzunehmen oder Kompromisse zu finden. Jeder der mich kennt weiß: ich rede gerne. Sehr gerne. Und frei nach Konfuzius: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ Das gilt für Berufe genauso wie für Ehrenämter.

Was hat bei dir den Ausschlag gegeben, einen Ortsverein von ROCK YOUR LIFE! zu gründen?

Obwohl ich die besten Voraussetzungen hatte - ich kam aus einer Akademiker-Familie, mit Eltern, die mir in jeder Weise Unterstützung boten - brach ich 2007 die Schule ab und war erstmal für mehr als ein Jahr arbeitslos. Irgendwann konnte ich mich aufraffen und verpflichtete mich für vier Jahre bei der Bundeswehr als Marineinfanterist. Dann kam ich langsam in Fahrt (har har): ich absolvierte eine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten und holte auf einer Berufsoberschule hier in Lübeck mein Abitur nach, und zwar so gut, dass ich endlich meinem Traum, Psychologe zu werden, direkt nachgehen konnte.

Das war 2014 und als ich auf den Weg zurückblickte, dachte ich zuerst: das muss nicht unbedingt jeder nochmal machen. Zweitens hatte ich ein schlechtes Gewissen. Ich hatte ja alle diese Vorteile zum Beispiel gegenüber Kindern aus Arbeiterfamilien. Da zeigen Statistiken etwa aus den letzten Bildungsberichten, dass Kinder aus Akademikerfamilien bei gleicher Begabung dreimal häufiger die Gymnasialempfehlung bekommen. Aber mit einem schlechten Gewissen ist niemandem geholfen, also dachte ich: okay, ich werde Mentor, und helfe einem Jugendliche den Fokus zu finden, den er braucht, um seine Träume zu erreichen.

Aber du hast zunächst keine Möglichkeit gefunden, das umzusetzen?

Genau. Schnelle Suche bei Google nach „Mentor Lübeck“ gab die erste Antwort „Meinten Sie Mentos Lübeck?“. Darüber allerdings gab es eine Werbeanzeige für ROCK YOUR LIFE!. „ROCK YOUR LIFE! baut Brücken zwischen Studierenden, Schülern und Unternehmen. Deutschlandweit.“ Bzw. da es jetzt Standorte in der deutschsprachigen Schweiz gibt: International. Studierende werden befähigt, Schüler der achten Klasse für zwei Jahre zu begleiten: sie bei der Berufsorientierung und Suche/Förderung der eigenen Stärken zu unterstützen. Hinzu kommen praktische Einblicke durch regionale Firmen: Betriebsbesichtigungen, -Praktika oder dergleichen. Wirklich ein tolles Programm.

Also dachte ich mir: das gründe ich, und dann kann ich Mentor werden. Nur leider war das eine sehr optimistische Einschätzung des Aufwandes, Gründer und Vorsitzender zu sein. Aber ROCK YOUR LIFE! erfüllt mich mehr als je ein anderes Ehrenamt zuvor.  

Dein neuestes Projekt trägt den Namen „Studyhacks“ und soll Studierenden der Uni helfen, beim eigenständigen Lernen effektiver zu werden. Magst du darüber kurz berichten?

Ausschlaggebend war ein StudentenPACK-Interview (http://www.studentenpack.de/index.php/2016/07/alltags-oder-24-stunden-campus/) mit Professor Hartmann, VP Lehre. Hier wurde thematisiert, dass viele Studierende in die Bibliothek gehen, um dort zu lernen – wofür das Gebäude gar nicht konzipiert worden ist und einfach nicht die Kapazität hat, alle 4000 Studierende zu beherbergen. Eine Hypothese, weshalb diese „Flucht“ zustande kommt, war die Digitalisierung, die wir momentan erleben – alle fünf Meter haben wir ein Gerät, welches fünf verschiedene Ablenkungen bietet: Facebook, Spiele, Filme, Nachrichten, Wettervorhersage. Der Fokus wird sehr schnell zerstreut oder abgelenkt.

Auch wird die gesamte Arbeit gestaut: Lernen wird geschoben, bis zwei Wochen vor der Prüfung, wo dann ein Kraftakt an Fokus benötigt wird. Das sind unschöne Zeiten und löst Stress aus, wo Lernen eigentlich Spaß machen sollte. 

Dass gerne erst kurz vor der Klausur das ganze Semester wiederholt wird, ist ja keine neue Erkenntnis. Wie soll „Studyhacks“ dem begegnen?

Die Lösung „für jeden eine Lernkapsel zu bauen“ ist leider nicht pragmatisch. Auch reicht es nicht zu sagen: So, lernt jetzt mal vernünftig. Wir können aber Wege zeigen, die nicht nur die Lernkapseln überflüssig machen, sondern auch noch neue Fertigkeiten trainieren, die ein Leben lang genutzt werden können.

In diesem Programm von Studierenden für Studierende wollen wir genau das. Es werden aktuelle und effektive Methoden zu Themen wie Schnelllesen, Selbstmanagement, Lernstrategien, Lifestyle und Stressbewältigung vermittelt. Zusätzlich dazu gibt es jede Menge Achtsamkeit: eine Methode, die u.a. bekannt ist für den Spruch „Ihre Gedanken ziehen vorbei wie Wolken am Himmel“. Genau jene Einstellung soll benutzt werden, um Ablenkungen wirkungslos zu machen.

Alles soll mit viel Praxis vermittelt werden, damit es gut hängenbleibt. Und die Teilnehmer sollen befähigt werden, die gleiche Lerngruppe im nächsten Semester selbst zu leiten, damit ein Multiplikatoreffekt entsteht.

Was gibt dir dein Engagement? Warum würdest du anderen Studierenden raten, es dir gleich zu tun?

Ich sehe zwei Gründe: zum einen verbessere ich die Welt, zum anderen wachse ich. Letzteres ist bestenfalls auch der Grund, warum wir eigentlich studieren. Wir wollen uns Fähigkeiten und Wissen aneignen, um später erfolgreich zu sein, wie immer man das definieren möchte.

Genau das findet im Ehrenamt statt: Man sammelt Arbeitserfahrung. Man plant, koordiniert und gestaltet. Man interagiert mit Menschen: man handelt, findet Kompromisse, vermarktet. Tagtäglich lerne ich Sachen, die ich bis zu meinem Lebensende verwenden werde. Ich habe dadurch einen Vorteil gegenüber manchen Kommilitonen, weil ich schon weiß, wie man z.B. ein großes Projekt mit mehreren Menschen umsetzt oder wie man eine Sitzung gestaltet, damit sie effektiv ihre Zeit nutzt.

Hinzu kommt das Idealistische: Ich verändere das, was verändert werden muss. Wir leben in einer Demokratie, und das bedeutet immer Rechte und Pflichten. Die „Pflicht“ jedes Bürgers ist es, sich an unserer Gesellschaft zu beteiligen. Diese Partizipation fängt mit Wählen an, erfasst aber auch das Engagement. Man kann die eigene Gruppe repräsentieren oder fördern, oder man greift seinen Mitmenschen unter die Arme. Und so erfährt die Gesellschaft ebenfalls Wachstum.

Warum sollte einen das interessieren? Es ist wie das Essen, dass man selbst gekocht hat: die Welt schmeckt besser, wenn man mitgemischt hat.

 

Text und Interview: Finn Lübber

Mi, 15.03.2017
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