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Tag der Lehre 2022 der Universität zu Lübeck und der Technischen Hochschule Lübeck

„Lehre im Wandel – Austausch zu Leitbildern und Praxis“

Donnerstag, 15. September 2022 von 09:00 bis 16:00 Uhr

In Präsenz und mit Live-Streaming in den Räumen der Technischen Hochschule

Die Lehre an unseren Hochschulen wandelt sich rapide: Sowohl die großen Leitbilder, was gute Lehre ist oder sein sollte, aber auch die praktische Lehre tragen den Erfahrungen der letzten Jahre Rechnung. In welche Richtung wollen wir Lehre und Lernen weiterentwickeln und verändern? Welche Themen beschäftigen uns?

Zu diesen Themen wollen wir uns beim dritten gemeinsamen Tag der Lehre der Lübecker Hochschulen austauschen und Impulse für unsere zukünftige Lehre entwickeln. Dabei möchten wir Lehrende – von der Professorin über den Doktoranden bis zur studentischen Mitarbeiterin – Studierende und alle anderen interessierten Hochschulangehörigen miteinander ins Gespräch bringen.

Farbige Kreide auf einem Tablet
Tag der Lehre 2022: „Lehre im Wandel – Austausch zu Leitbildern und Praxis“

Foto: Juliana Wiechert, DSC

Ansprechpartnerin
Anke Timmann

Raum: Technische Hochschule, 2-0.10 (Stream im BBB)
9:00–9:15
Begrüßung durch die Hochschulleitungen
Till Tantau, koordinierender Studiengangsleiter B.Sc. und M.Sc. Studiengänge, UzL
Jochen Abke, Vizepräsident für Studium und Digitalisierung, TH
9:15–9:45
Milena Zachow, Professur für Programmierung und Software Entwicklung, TH
9:45–10:15
Edgar Voltmer, Professur für Gesundheitsförderung in Studium und Beruf am ISE, UzL
Theresa Faure, wiss. Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Gesundheitsförderung in Studium und Beruf am ISE, UzL
Track 1 – Session Chair: Till Tantau
Raum: TH, 2-0.10 (Stream im BBB)
Track 2 – Session Chair: Jochen Abke
Raum: TH, 1-1.09 (Stream im BBB)
10:30–10:55
Christian Herzog, Leiter des Ethical Innovation Hub, UzL
Andreas Schrader, Professur für Ambient Computing am Institut für Telematik, UzL
11:00–11:25
Carsten Mildner, Diversitätsbeauftragter, TH
Susan Brauer, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Telematik, UzL
11:30–11:55
Kristina Flägel, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Allgemeinmedizin, UzL
Malte Schmitz, Dozierenden-Service-Center, UzL
Anke Timmann, Dozierenden-Service-Center, UzL
Christian Wolters, Dozierenden-Service-Center, UzL
Fabian Samek, wiss. Mitarbeiter am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, UzL
Markus Dresel, wiss. Mitarbeiter am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, UzL
12:00–12:15
Christoph Külls, Professur für Hydrologie, TH
Rafaela Schramm, Labor für Hydrologie, TH
Track 1 & 2 – Session Chair: Nils Kohlhase
Raum: Technische Hochschule, 2-0.10 (Stream im BBB)
13:15–15:30
Sara Weber, Fachschaftsvorsitzende Studiengang Psychologie, UzL
Torben Falk, UzL
Dorina Gumm, Professur für Web Information Systems, TH
Till Tantau, Professur für Theoretische Informatik, UzL
Jochen Abke, Professur für Messtechnik und Sensorik, TH
inklusiv Gruppenarbeit und anschließender Diskussion
Gruppenarbeitsräume: Technische Hochschule, 1-1.08, 1-1.10 und 1-1.11
Raum: Technische Hochschule, 2-0.10 (Stream im BBB)
15:30–16:00
Übergabe der Walter-Dosch-Lehrpreise & Abschluss
Übergabe durch Till Tantau, koordinierender Studiengangsleiter B.Sc. und M.Sc. Studiengänge, UzL
Jochen Abke, Vizepräsident für Studium und Digitalisierung, TH

Von Vorlesungsstreaming zu “Online-First”

Milena Zachow

In der hybriden Lehre gibt es unterschiedliche Ansätze Lehrveranstaltungen zu gestalten. Ein mögliches Format ist die räumliche Hybridität, an der Studierende der Veranstaltung zeitgleich von verschiedenen Orten aus teilnehmen. Umgesetzt werden kann so eine Vorlesung z.B. durch ein Live-Streaming der Präsenz-Vorlesung in ein Videokonferenzsystem und das Kommunizieren mit den Online-Teilnehmenden per Chat. Bei Klein- gruppenveranstaltungen wie Praktika können Online-Teilnehmende per Videokonferenz zugeschaltet werden. Mit einem solchen räumlich hybriden Ansatz habe ich die Vorlesung mit dem dazugehörigen Praktikum „Softwaretechnik II“ im letzten Semester bekommen. Aufgrund der immer weiter steigenden Anzahl der Online-Teilnehmenden bin ich schrittweise vom ursprünglichen Ansatz abgewichen und habe die hybriden Termine im „Online-First“ Modus gestaltet. Dabei haben sich auch Präsenz-Teilnehmende in die Videokonferenz eingeloggt, Präsentationen wurden die Videokonferenz geteilt und Interaktion fand vor allem über das Videokonferenz- system statt. In diesem Vortrag möchte ich von meinen Erfahrungen mit dieser Umstellung berichten.

TRUST, Reflektionen zu einer kontrollierten Studie zum Prüfungsmodus im Präparierkurs Anatomie

Edgar Voltmer, Theresa Faure

Die Ergebnisse der seit 2011 an der Universität zu Lübeck durchgeführten Längsschnittstudie Lübeck University Students Trial (LUST) belegen in übereinstimmung mit anderen Studien eine deutliche Zunahme der psychosozialen Belastung der Medizinstudierenden insbesondere in den ersten zwei Jahren der Vorklinik. Vor allem Prüfungssituationen werden von den Studierenden als stressig empfunden. Lässt sich durch eine strukturelle Anpassung die psychosoziale Belastung im Studium reduzieren und gleichzeitig die intrinsische Lernbereitschaft und die akademische Selbstwirksamkeitserwartung von Studierenden fördern? Dieser Frage sind wir im Rahmen der TRUST-Studie, einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie im Präparierkurs Anatomie im ersten Studienjahr der Vorklinik Medizin nachgegangen. Die gewonnen Erkenntnisse laden zum Nachdenken über mögliche strukturelle Veränderungen in Prüfung und Lehre ein.

Echte Herausforderungen für echt verantwortungsbewusste Ingenieur*innen – Challenge-based Learning in der Lehre zur Technikethik

Christian Herzog

Mit zunehmender Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und autonomen Systeme haben ethische und gesellschaftliche Fragen ein breites interdisziplinäres Interesse gefunden. Lang schon unterstreichen diverse Organisationen die Notwendigkeit, dass Ingenieur*innen in der Lage sein müssen, auch in ethischer Verantwortung zu stehen. Diese Integration ethischer überlegungen wird zunehmend als Kernkompetenz gesehen (Ammanath, 2021; Rao, 2022). Sie erfordert jedoch, neben einem gewissen Grundlagenwissen, praktische Erfahrung. Nur mit ausreichender übung können sich Ingenieur*innen auf ihre Reflexionsfähigkeit verlassen, wenn der ökonomische oder zeitliche Druck hoch ist. Aus diesem Grund konzentriert sich der Ethical Innovation Hub der Universität zu Lübeck auf Lehre zur Technikethik mit Hilfe des Konzepts des Challenge-based Learnings (CBL), vgl. (Herzog et al., 2021, 2022; Martin et al., 2021). Beim CBL definieren die Lernenden ihre eigenen Herausforderungen und arbeiten an Lösungsvorschlägen. Ausgangspunkt ist eine technologiegetriebene Innovation eines Start-Up des lokalen Accelerators Gateway49. Der Vortrag soll das Kurs-Konzept erläutern und zur Diskussion stellen.

Ammanath, B. (2021, November 9). Thinking Through the Ethics of New Tech...Before There’s a Problem. Harvard Business Review, 7.
Herzog, C., Breyer, S., Leinweber, N.-A., Preiß, R., Sonar, A., & Bombaerts, G. (2022). Everything you Want to Know and Never Dared to ask – A Practical Approach to Employing Challenge-Based Learning in Engineering Ethics.
Herzog, C., Breyer, S., Sonar, A., & Bombaerts, G. (2021). Challenge-based Learning for Robotics Students by Engaging Start-Ups in Technology Ethics. Reflecting Technology in Academic Teaching. Workshop on Teaching Environmental, Societal, and Ethical Dimensions of Technological Change.
Martin, D., Herzog, C., Papageorgiou, K., & Bombaerts, G. (2021). Three European experiences of co-creating ethical solutions to real-world problems through Challenge Based Learning. In Emerald Handbook on Challenge-Based Learning.
Rao, A. (2022, January 5). MVP versus EVP: Is it time to introduce ethics into the agile startup model? TechCrunch. tcrn.ch/32Q0qDD

Vielfalt gerecht werden – Impulse zur inklusiven Lehre

Carsten Mildner

Alle Studierenden haben das Recht auf Zugang zu Hochschulbildung – unabhängig von Geschlecht, Behinderung, Herkunft, chronischer oder psychischer Erkrankung, Teilleistungsstörungen, Weltanschauung, Alter, sexueller Identität und/oder familiärer Verantwortung. Hochschullehre muss daher der Vielfalt der Studierenden und Lehrenden gerecht werden. Als Lehrende können Sie durch Ihre Lehrmethoden viel zu einem chancengerechten Zugang zum Studium beitragen. Aufmerksamkeit für inklusive Lehre hilft zudem meist allen Studierenden. In einem kurzen Vortrag möchte ich einige Hintergründe, Beispiele und Tipps geben, wie Sie Ihre Lehre inklusiver und barrierefreier gestalten können. Im Anschluss freue ich mich darauf, mit Ihnen ins Gespräch über die Themen Vielfalt und Inklusion in der Hochschullehre zu kommen.

INs GElingen kommen mit INGE

Kristina Flägel, Malte Schmitz, Anke Timmann, Christian Wolters

Die Idee: INGE als virtuelle Anlaufstelle für Fragen zum didaktisch-sinnvollen Einsatz der Lehr-Lern-Infrastruktur an der UzL. An konkreten Bedarfen ausgerichtet, offen für Feedback und Beteiligung, rollen- und statusübergreifend für alle. INGE bringt schnell zu den gewünschten Inhalten, gibt einen überblick und führt beim Einstieg in Lehr-Lern-Themen, lässt in eigenem Tempo ausprobieren, gibt Raum zum Experimentieren, begleitet Schritt für Schritt bei Neuem und vernetzt mit anderen. Im Workshop zeigen wir Prototypen und möchten mit Ihnen diskutieren, was Sie brauchen und wie Sie sich beteiligen können.

Teaching Global Hydrology with Diversity

Christoph Külls, Rafaela Schramm

Teaching International Water Resources Management in an international study program involves teaching a diverse group of students. We present a teaching concept for our international programs “Water Engineering” and “Master of Applied Ecohydrology (ERASMUS Mundus)” that includes methods to address students with low or minimal cultural barriers. Firsthand personal field experience and fundamental (here hydrological) processes are vital elements in teaching international frameworks such as sustainable development goals.

Hintergrund: Wir möchten zeigen, wie Lehre für eine diverse, internationale Gruppe von Studierenden im Rahmen eines ERASMUS MUNDUS Programms funktionieren kann, indem wir auf direkten Erfahrung im Gelände (Experimente und Exkursionen) und auf ganz grundlegenden Prinzipien (Prozessen) aufbauen und über nationale normativen Vorgaben hinaus internationale Standards und Ziele stärker berücksichtigen (Sustainable Development Goals).

LABORATORIUM – Lübeck Health Skills Labs

Andreas Schrader

An der Universität zu Lübeck gibt es eine Reihe von Skills Labs, in denen Studierende der Medizin und der Gesundheitsberufe unterschiedliche Handlungskompetenzen trainieren. Zurzeit sind diese Aktivitäten über den Campus verstreut, sehr unterschiedlich ausgestattet und meist lokal von Instituten und Kliniken finanziert und organisiert. Die UzL plant, diese Skills Labs zusammenzuführen und zu modernisieren. Analog zum AUDITORIUM als „Haus der theoretischen Lehre“ entsteht das LABORATORIUM als „Haus der praktischen Lehre“. Der Vortrag stellt die aktuelle Strategie vor und gibt einen überblick über die aktuellen Drittmittel-Projekte in der Initiative:

Skills Labs im Wandel - Geht Skills Training auch hybrid?

Susan Brauer

In den Skills Labs der Universität zu Lübeck erlernen und trainieren Studierende der Gesundheitsberufe unterschiedliche Handlungskompetenzen. Die Pandemie und damit einhergehende Regelungen haben jedoch gezeigt, dass alternative Durchführungsmöglichkeiten für Skills Trainings gefunden werden müssen. Im Rahmen des Projektes HySkiLabs sollen die Skills Labs der Universität zu Lübeck für die digitale und hybride Lehre ausgestattet werden, um eine Vielzahl neuer didaktischer Möglichkeiten zu eröffnen. Das Projekt befindet sich momentan in der Phase der Bedarfs- und Anforderungsanalyse, in welcher Lehrende und Lernenden dazu aufgefordert sind, kreative Beiträge zur Umsetzung der Projektziele zu leisten. Um möglichst viele Personen in diesen Prozess zu inkludieren, soll auch am Tag der Lehre ein Workshop stattfinden, der die Hybridisierung der Skills Labs thematisiert. Es wird ein kreativer Austausch zu Themen wie digital unterstütztem Skills Training vor Ort oder „Skills Lab im HomeOffice“ angestrebt. Die Ergebnisse fließen in die Projektkonzeption ein und unterstützen somit die Digitalisierung unserer Universität.

KI-gestützte Lernassistenz für Kommunikation in Gesundheitsberufen

Fabian Samek, Markus Dresel

Kommunikation messen - geht das? Das Ziel des BMBF-Projekts LABORATORIUM ist die Entwicklung einer KI-gestützten individuellen Lernassistenz im Skills Lab für patientenzentrierte und interprofessionelle Kommunikation in den Gesundheitsberufen. Mit dem Projekt soll die praktische Ausbildung in sämtlichen Studiengängen der medizinischen Sektion inkl. der Gesundheitswissenschaften durch intelligente ambiente Lernräume verbessert werden. Das System soll relevante Kommunikationsmerkmale im Hinblick auf sprachliche (bspw. Vokabeln) und paraverbale Merkmale (z. B. Sprechtempo, Pausen, emotionale Modulation) detektieren, analysieren und an die Dozierenden und Studierenden rückmelden. Dabei gilt es technische, didaktische, soziale, ethische und rechtliche Randbedingungen zu berücksichtigen.

Ein erster Interface-Prototyp des KI-basierten Assistenzsystems wurde entwickelt. Dieser soll in diesem Workshop erstmalig getestet werden. Dafür wird eine Rollenspielsituation simuliert, wobei es darum geht, die Einsetzbarkeit des Assistenzsystems in einer Feedbacksituation zu bewerten. In einer offenen Diskussion soll dies sowie die Gebrauchstauglichkeit des Prototyps untersucht werden.

Student Engagement – Wie lässt sich die Eigeninitiative von Studierenden fördern?

Sara Weber, Torben Falk

Was motiviert Studierende, sich für einen Beitrag zum Tag der Lehre zu bewerben? Was motiviert Studierende Zeit und Mühen in ihre Module zu investieren? Wie werden Studierende motiviert, selbst Initiative zu ergreifen? Unter welchen Bedingungen werden diese Anstrengungen aufrechterhalten? Wann gehen sie verloren? über diese und verwandte Fragen wollen wir, Torben Falk (MLS-Masterabsolvent) und Sara Weber (Psychologie-Studentin), uns am Tag der Lehre mit den Teilnehmenden austauschen. In Form eines interaktiven Workshops wollen wir unsere eigenen Erfahrungen, fundierte Forschungsergebnisse und die Meinungen und Ideen der Teilnehmenden erkunden. Wir wollen Visionen für eine Lehre schaffen, die Ambitionen von Studierenden weckt, Interessen fördert und wissenschaftliche Neugierde nährt. Wir wollen dem Thema Student Engagement den Raum geben, den es verdient: Student Engagement hat einerseits das Potential für Studierende als Schutz- und Risikofaktor psychischer Gesundheit zu wirken, kann andererseits aber auch Ressource frischer Ideen und Ansätze für Hochschulen darstellen.

Teachers’ Engagement – Lernen lernen

Dorina Gumm, Till Tantau, Jochen Abke

Die Studierenden sind zurück in den Hörsälen! Genauer hätten sie es sein sollen: Im Sommersemester fand die Lehre an der Universität und der TH Lübeck wieder in Präsenz statt – so richtig voll waren die Räume aber nicht und die Beteiligung oft schwerfällig. Kann man aber wirklich ein Präsenzstudium erfolgreich durchführen, wenn man nur ein oder zwei Tage die Woche am Campus ist? Müssen Studierende ihre Lernstrategien anpassen, um wieder im Rahmen von Präsenzlehre „richtig“ zu studieren? Wie gehen Studierende sinnvoll mit digital gestützter Lehre um? Oder müssen eher die Lehrenden ihre Lehre anpassen, so dass diese auch mit wenigen Präsenzterminen auskommt?