Die farbigen Streifen, die im Rahmen unserer Beteiligung am Show Your Stripes Day am 20. Juni an verschiedenen Orten unserer Universität sichtbar sind, zeigen keine abstrakte Meinung. Sie zeigen Messdaten. Jeder Streifen steht für ein Jahr seit 1850 (der standardisierte Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung). Die Farben machen sichtbar, wie stark sich die globalen Jahresdurchschnittstemperaturen innerhalb weniger Jahrzehnte verändert haben. Was in der Grafik als Farbverlauf erscheint, steht für eine schnelle und messbare Erwärmung. Die globalen Temperaturveränderungen sind nachfolgend dargestellt.
https://www.reading.ac.uk/planet/events/show-your-stripes-day
Mit unserer Beteiligung am Show Your Stripes Day möchten die Universität zu Lübeck und das Green Office auf diese Entwicklung aufmerksam machen. Die Klimastreifen wurden von Klimawissenschaftler Prof. Ed Hawkins an der University of Reading entwickelt. Sie sollen helfen, über den Klimawandel ins Gespräch zu kommen. Einfach, verständlich und wissenschaftlich fundiert.
Der menschengemachte Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit und darf im politischen und gesellschaftlichen Diskurs nicht in den Hintergrund rücken. Nach dem Stand der internationalen Klimaforschung ist eindeutig, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, die globale Erwärmung verursachen. Daraus folgt Verantwortung. Für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Institutionen und für uns alle als Teil einer globalen Gesellschaft.
„Die Aufgabe der Wissenschaft besteht nicht darin, angenehme Botschaften zu liefern. Ihre Aufgabe ist, die Wirklichkeit so klar wie möglich zu beschreiben. Beim menschengemachten Klimawandel ist diese Wirklichkeit unbequem. Die Erwärmung schreitet rasant voran, und sie wird gefährlicher, je länger wir warten. Deshalb muss Wissenschaft frei sein, verständlich sprechen und zum Handeln ermutigen.“
- Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher
Als Universität erkennen wir diese wissenschaftliche Grundlage an. Daraus leiten wir einen Auftrag ab. In Forschung und Lehre, im eigenen Betrieb, im Umgang mit Ressourcen und in der Frage, wie wir zukünftige Fach- und Führungskräfte ausbilden. Wissenschaft kann die Klimakrise nicht allein bewältigen. Aber sie kann Zusammenhänge erklären, Lösungen entwickeln, Technologien bewerten, gesellschaftliche Folgen sichtbar machen und Räume schaffen, in denen verantwortliches Handeln gelernt und umgesetzt wird.
„Auch angesichts gegenwärtiger Krisen darf die Klimaproblematik nicht aus dem Blick geraten, denn der Klimawandel gefährdet unsere Lebensgrundlagen. Klimaschutz braucht Verantwortung auf allen Ebenen, beim einzelnen Menschen, in Institutionen, in der Wirtschaft, in der Politik und erfordert eine enge internationale Zusammenarbeit. Verantwortung beginnt dort, wo Handlungsspielräume bestehen.“
- Prof. Dr. Mojib Latif
Die Universität zu Lübeck arbeitet daran, Nachhaltigkeit strukturell zu verankern. Das Green Office bündelt und vernetzt Nachhaltigkeitsaktivitäten der Universität und folgt dabei einem ganzheitlichen Ansatz, der verschiedene Statusgruppen und Handlungsfelder einbezieht. Dazu gehören unter anderem Klimaschutz, Lehre, Forschung, Mobilität, Kommunikation und nachhaltiges Arbeiten auf dem Campus.
Die Klimastreifen erinnern uns daran, dass die Erderwärmung messbar ist, dass sie menschengemacht ist und dass die kommenden Jahre entscheidend dafür sind, wie stark ihre Folgen ausfallen. Sie sind ein sichtbarer Anlass, um Fragen zu stellen, Wissen zu teilen und über konkrete Schritte ins Gespräch zu kommen.
Eine Visualisierung für Lübeck ist hier zu finden: https://www.meteoblue.com/de/climate-change/l%C3%BCbeck_deutschland_2875601