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Aktuelles zur Universität und dem Campus

Studium generale gestartet

Montag, 18.10.2021

Bei der ersten Veranstaltung sprach Dr. Bernd Sommer von der Europa-Universität Flensburg über den Wandel von Klima und Gesellschaft im 21. Jahrhundert (Foto: Tim Jelonnek / Uni Lübeck)

Ringvorlesung zum Thema „Klima – Wandel – Denken“

Nach einer einjährigen pandemiebedingten Unterbrechung ist das Studium generale im Wintersemester 2021/2022 zurück in Lübeck. Die Veranstaltungsreihe hat am 20. Oktober mit einem Vortrag von Dr. Bernd Sommer von der Europa-Universität Flensburg zum Thema "By design or by disaster? Zum Wandel von Klima und Gesellschaft im 21. Jahrhundert" begonnen.

Die Ringvorlesung behandelt eines der dringendsten Themen der Gegenwart: Unter dem Titel „Klima – Wandel – Denken“ beleuchten renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Herausforderungen und Möglichkeiten der klimabedingt erforderlichen Transformation.

Die nächste Veranstaltung ist am 3. November 2021: Der Meteorologe und Klimaforscher Prof. Mojib Latif spricht ab 19.15 Uhr im Audimax über das Thema "Herausforderung Klimawandel". Latif arbeitet am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und an der Chrisitian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Komplex und dringlich

„Der Klimawandel ist eine komplexe und dringliche gesellschaftliche Herausforderung. Wir mussten deshalb nicht lange überlegen, um welches Thema es gehen soll – das Thema lag auf der Hand und wir haben es ergriffen. Der Klimawandel und der notwendige gesellschaftliche Wandel wirft viele ethische Fragen auf. Klimawandel ist eine Gewalttat gegenüber der Erde. Wir möchten untersuchen, wie die Gesellschaft auf diese Problematik reagieren kann.“, sagt Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter. Er ist einer der Initiatoren des aktuellen Studium generale und stellvertretender Direktor des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck.

Die Vorlesungsreihe entstand in Kooperation der Universität zu Lübeck mit der Technischen Hochschule Lübeck (THL), den Fridays for Future und den Scientists for Future Lübeck. „Als Dozent in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen behandele ich die Herausforderungen des Klimawandels zunächst aus der naturwissenschaftlichen Perspektive.

Die Berichte der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen sehr klar auf, dass es um nichts weniger als um den Erhalt der elementaren Lebensgrundlage des Menschen geht. Die Tatsache, dass die Gesellschaft erst nach Jahrzehnten der Klimawissenschaft auf die Warnrufe zu reagieren beginnt, zeigt, dass neben der naturwissenschaftlichen Ebene unbedingt die gesellschaftliche einbezogen werden muss.“, sagt Prof. Dr. Norbert Reintjes. Er ist Mitglied der Scientists for Future Lübeck und Professor für Industrielle Ökologie an der Technischen Hochschule Lübeck.

Eine Lücke füllen

Alle 14 Tage haben Interessierte ab dieser Woche die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Aspekten und Gedanken des Klimawandels auseinanderzusetzen. Mitgeplant wurde die Ringvorlesung auch von der Medizinstudentin und Vertreterin von Fridays for Future Selina Vogt. Sie hat sich aus Überzeugung eingebracht: „Es ist total wichtig, dass es diese Veranstaltungsreihe gibt. Man sollte die Klimakrise überall mitdenken, wo es möglich ist. Das Studium generale füllt eine Lücke, die es vorher gab.“

Mittwochs um 19:15 Uhr finden die Ringvorlesungen im Audimax auf dem Campus der Universität / TH Lübeck unter Einhaltung der 3G-Regeln statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Worum geht es?

Die Klimakrise ist präsent, bedrohlich, zerstörerisch. Die Klimakrise bedroht die Lebensgrundlage aller Menschen und erzwingt dadurch eine Neuordnung der Art und Weise, wie wir uns als Menschen in unserer natürlichen Umgebung positionieren. Wie stark und in welcher Weise Gesellschaften und ihre Mitglieder konkret betroffen sind, hängt nicht nur von der Temperatur, sondern auch von regionalen Gegebenheiten, von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und persönlichen Verhältnissen und politischen Bedingungen ab.

Eine technische Herangehensweise allein wird die Klimakrise nicht meistern, ist sich auch Prof. Dr. Christina Schües von der Universität zu Lübeck sicher, die eine sozial-philosophische Perspektive in das Gemeinschaftsprojekt eingebracht hat: „Wir müssen hindenken zu einer Umwelt für Menschen, für Tiere, für die Natur und das für alle kommenden Generationen. Denn wir haben es mit einer globalen Krise zu tun: Menschen sterben an Dürren, an Krankheiten, an menschengemachtem Wandel. Man muss jetzt das durchdenken, was handelbar wird.“ Wir sind zu einem Denken und Handeln herausgefordert, sind sich die Initiatorinnen und Initiatoren der Ringvorlesung sicher. „Es geht um viel mehr als nur um eine Vorlesungsreihe. Wir alle wissen schon sehr viel vom Klimawandel – wir haben kein Erkenntnisproblem. Es gibt aber auch nicht nur den einen Lösungsansatz. Das Studium generale gibt uns die Möglichkeit, neue Aspekte zu denken um dann ins Handeln zu kommen, aber auch den Klimawandel besser zu verstehen.“, ist sich Dr. Birgit Stammberger sicher, die am Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung (ZKFL) der Universität zu Lübeck forscht und den Blickwinkel der Kulturwissenschaften in die Planung eingebracht hat.

Um die notwendige, intensive Debatte auf allen Ebenen der Gesellschaft zu führen, um die Mechanismen zu durchschauen, die in die Krise geführt haben, und um Lösungsstrategien zu entwickeln, ist ein vielfältiges Programm entstanden:

Das Studium generale im Überblick


20. Oktober 2021 (AM1): By design or by disaster? Zum Wandel von Klima und Gesellschaft im 21. Jahrhundert, Bernd Sommer, Europa-Universität Flensburg

3. November 2021 (AM1): Herausforderung Klimawandel, Mojib Latif, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel / Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

17. November 2021 (Achtung neuer Raum: Gebäude 2, TH Lübeck, Mönkhofer Weg 239): Welche Bilder für welche Welt? Zukunftsvorstellungen zwischen Kollaps, Techno Fix und Transformation, Birgit Schneider, Universität Potsdam

1. Dezember 2021 (AM1): Klima – Gender – Gerechtigkeit, Gotelind Alber, GenderCC – Women for Climate Justice e.V.

15. Dezember 2021 (AM1): Das andere Ende der Geschichte, Frank Uekötter, University of Birmingham

12. Januar 2022 (AM1): Klimakrise findet Stadt. Lokale Potentiale und Probleme, Sybille Bauriedl, Europa-Universität Flensburg

26. Januar 2022 (AM1): Braucht der Klimaschutz eine postkoloniale Perspektive? Aram Ziai, Universität Kassel / Imeh Ituen, Universität Hamburg / Black Earth Kollektiv

9. Februar 2022 (AM1): Podiumsdiskussion mit Christian Berg, Club of Rome; Jan Philipp Albrecht, Umweltminister des Landes S-H; Tina Andres, Vorsitzende Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)

Zusätzliche Informationen online

Zusätzlich zu den Vorlesungen im Audimax auf dem Hanse Innovation Campus Lübeck können Sie auch online mitdiskutieren: Die Webplattform „Klima-Wandel-Denken“ bietet ein Forum für den Austausch innerhalb der Hochschulen in Lübeck und mit der Lübecker Öffentlichkeit. So soll die Möglichkeit für eine lebendige Debatte über die gesellschaftliche Transformation im Hinblick auf die Klima- und Nachhaltigkeitsproblematik initiiert werden. Die Plattform möchte mögliche Lösungsansätze vorantreiben und zugleich (ausgewählte) aktuelle Hin-tergrundinformationen anbieten. Sie sind eingeladen, die Beiträge zu kommentieren oder eigene Gastbeiträge einzureichen und mit Beispielen aus der Praxis und dem Lübecker Umfeld die Diskussion anzureichern.

Kontakt: Vivian Upmann, Pressesprecherin der Universität zu Lübeck, Leitung Referat Kommunikation, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck Tel.: 0451 3101 1072, vivian.upmann@uni-luebeck.de

Es wurden auch Fragen aus dem Publikum beantwortet (Foto: Tim Jelonnek / Uni Lübeck)

Einige der Initiatorinnen und Initiatoren der Reihe Klima-Wandel-Denken (v.l.n.r.): Prof. Dr. Norbert Reintjes (THL / Industrielle Ökologie), Dr. Birgit Stammberger (UzL, ZKFL/Kulturwissenschaften), Selina Vogt (Medizinstudierende UzL, FFF-HL), Prof. Dr. Christina Schües (UzL / IMGWF und Philosophie) (Foto: Elena Vogt / Uni Lübeck)


 

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