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Thomas-Fredenhagen-Preis der Kaufmannschaft zu Lübeck 2018 geht an das Institut für Neuro- und Bioinformatik


Der Thomas-Fredenhagen-Preis der Kaufmannschaft zu Lübeck für besondere wissenschaftliche Leistungen und Aktivitäten im Bereich des Technologietransfers und der Patente- und Schutzrechtsentwicklung ist zum zweiten Mal nach 2016 verliehen worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die von der Professor Hans-Heinrich Otte-Stiftung und der Kaufmannschaft zu Lübeck gestiftet wird, ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Thomas Martinetz und Prof. Dr. Erhardt Barth vom Institut für Neuro- und Bioinformatik der Universität. Sie wurden damit für ihre Erfindung „Verfahren und Vorrichtung zur Schätzung einer Pose“ ausgezeichnet.

Die feierliche Verleihung erfolgte im Rahmen des Jahresempfangs der Universität am 19. April 2018 in Anwesenheit des Stifters und des Präses der Kaufmannschaft zu Lübeck, Michael Weiß. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Stefan Fischer, Direktor des Instituts für Telematik und Vizepräsident der Universität zu Lübeck für den Bereich Technologietransfer und Digitalisierung. Herr Prof. Dr. Erhardt Barth nahm den Preis stellvertretend für das Institut für Neuro- und Bioinformatik aus den Händen von Herrn Dr. Holger Otte von der Hans-Heinrich Otte-Stiftung entgegen.
Die mit dem Thomas-Fredenhagen-Preis der Kaufmannschaft zu Lübeck ausgezeichnete Erfindung „Verfahren und Vorrichtung zur Schätzung einer Pose“ mündete in ein Verfahren zur Gestenerkennung, um die Mensch-Maschine-Kommunikation unter Nutzung eines Verfahrens aus der Theorie neuronaler Netze in Verbindung mit einer neuen Kameratechnologie effizienter und natürlicher zu gestalten. Für die Jury war nicht nur die wissenschaftliche Bedeutung der Erfindung preiswürdig. Sie prämierte auch die gelungene Überführung der Schutzrechte in eine Ausgründung in die gestigon GmbH, die eine Strahlkraft weit über den Campus Lübeck hinaus hat.

Thomas Fredenhagen (* 25. Oktober 1627 in Lübeck; † 20. April 1709 ebenda) gehörte zu den Kaufleuten, die im 17. Jahrhundert Lübecks Wirtschaft belebten, im Außenhandel mutig neue Wege einschlugen und von der Partenreederei — einer Gesellschaftsform des deutschen Seehandelsrechts — zur risikoreicheren, aber einträglicheren Eigenreederei wechselten. Seit 1680 Kirchenvorsteher der Marienkirche, stiftete Fredenhagen 1697 den als Fredenhagen-Altar bekannten barocken Hochaltar aus Marmor, der von Thomas Quellinus aus Antwerpen geschaffen wurde. Es handelte sich damals um die größte Stiftung an eine Lübecker Kirche seit der Reformation.
Prof. Hans-Heinrich Otte hat die Geschicke der heutigen BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mehr als ein halbes Jahrhundert mitbestimmt. Als Unternehmer ist Prof. Otte bisher der Einzige, dem es gelungen ist, von Zentraleuropa und insbesondere von Deutschland ausgehend, ein weltumspannendes Wirtschaftsprüfungsnetzwerk erfolgreich zu etablieren. Als einer der ersten seines Fachs erkannte er die Bedeutung und Tragweite der Globalisierung. Der gebürtige Lübecker hat sich neben seinen beruflichen Verdiensten stets für die sozialen und kulturellen Belange der Hansestadt eingesetzt. Für sein vielseitiges Engagement erhielt Otte im Jahr 2006 den Ehrentitel „Professor“, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes Schleswig-Holstein.
Die Kaufmannschaft zu Lübeck hat sich mit ihrem Präses Michael Weiß für die Einrichtung des Preises maßgeblich engagiert. Die Auslobung fand zur Bekräftigung des gemeinsamen Vorhabens, wissenschaftliche Leistungen in Verbindung mit der Wirtschaft auszuzeichnen, am 2. März 2015 im historischen Fredenhagenzimmer der Kaufmannschaft in der Breiten Straße statt.