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Bachelor

Der Bachelorstudiengang

Das Bachelor-Studium liefert nicht nur die theoretischen Grundlagen in wichtigen Kerngebieten der Mathematik, sondern betont auch den Anwendungsbezug. Bereits im Bachelor-Studium werden fachübergreifende Denkweisen zur Lösung biowissenschaftlicher Probleme vermittelt, um so schon frühzeitig die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Biologen, Medizinern, Pharmazeuten oder Biochemikern vorzubereiten.


Die Regelstudienzeit des Bachelor-Studiums beträgt drei Jahre. Die ersten fünf Semester enthalten größtenteils verpflichtende Grundvorlesungen. Im Bereich der Mathematik werden beispielsweise folgende Schwerpunkte gesetzt:

Analysis

Hier werden die Grundlagen der Differential- und Integralrechnung vermittelt. Ein besonderes Ziel besteht darin, mathematische Methoden auf mehr algorithmisch formulierte Verfahren umzuschreiben bzw. solche Verfahren effizienter und schneller, d.h. für die Anforderungen moderner Computer nutzbar zu machen. Dabei kommt z.B. die Approximationstheorie, in der es um die Annäherung komplizierter durch besonders einfache Funktionen geht, zum Tragen.

Lineare Algebra und diskrete Strukturen

Neben grundlegenden Strukturen wie z.B. Mengen, Abbildungen und Vektorräumen wird der Matrizenkalkül zur Lösung linearer Gleichungssysteme behandelt. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, einerseits ein Verständnis für mathematische Denkweisen und abstrakte Strukturen entwickeln, andererseits mathematische Fragestellungen aus den Naturwissenschaften, der Informatik und der Medizin in Gleichungen umzusetzen und diese algebraisch zu lösen.

Numerik

Neben klassischen Inhalten wie die Fehlerrechnung oder die näherungsweise Lösung komplexer Gleichungen und Gleichungssysteme sowie von Integralen, liegt ein Schwerpunkt auf Fragen der Bildanalyse und -verarbeitung, die beispielsweise in der modernen medizinischen Diagnostik und Therapeutik in Nuklearmedizin und Chirurgie auftreten. Der rechentechnischen Umsetzung von Verfahren und Algorithmen wird besondere Beachtung gewidmet.

Stochastik

Im Zentrum stehen stochastische Grundkonzepte wie z.B. Wahrscheinlichkeitsräume, Zufallsgrößen und -vektoren, Verteilungen und bedingte Wahrscheinlichkeiten. Es wird verdeutlicht, dass stochastische Modelle als Modelle von Zufallsphänomenen unerlässlich für die Beschreibung, Simulation und Vorhersage von Prozessen in Natur und Technik sind und Anwendung in den Lebenswissenschaften von der Genetik bis zur Untersuchung von Epilepsie- und Schlafdaten finden.

Biostatistik

Neben Verfahren der beschreibenden Statistik werden Grundprinzipien des statistischen Schätzens und Testens mit besonderem Augenmerk auf die Interpretation von Ergebnissen und statistischen Fehlern behandelt und grundlegende statistische Modelle betrachtet. Außerdem geht es um die Anwendung ausgewählter Test- und Schätzverfahren und um die Planung von Fallzahlen. Methoden der Biostatistik sind wichtige Hilfsmittel, um zuverlässige Aussagen in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung zu erhalten.

Weitere mathematische Fächer sind Biomathematik, Modellierung biologischer Systeme und Optimierung.

Mit den Veranstaltungen Allgemeine Biologie und Kurs, Allgemeine und Anorganische Chemie, Grundlagen der Physik und Physikalischer Kurs werden die naturwissenschaftlichen Grundlagen für das Studium gelegt.

Hinzu kommen mit Programmieren, Algorithmen und Datenstrukturen und Grundlagen der Bioinformatik Fächer, in denen theoretisches und praktisches Rüstzeug der Informatik geliefert werden.

Schließlich bilden die Fächer Klinische Studien, Genetische Epidemiologie und Statistik-Praktikum eine besondere Brücke zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Anwendungen.

Insbesondere im sechsten Semester kann je nach Interesse aus speziellen Vertiefungsvorlesungen ausgewählt werden. In diesem Semester wird auch die Bachelor-Arbeit verfasst. Sie kann entweder in einem Institut der Universität oder in einem auswärtigen Unternehmen geschrieben werden. Die Bearbeitungszeit beträgt üblicherweise drei Monate.

Persönliche Beratung durch:

PD Dr. Hanns-Martin Teichert
Studienkoordinator MML
Prof. Dr. Jürgen Prestin
Prüfungsausschuss­vorsitzender Bachelor und Master MML