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Tierexperimentelle Forschung

Hier lesen Sie Neuigkeiten zu unseren Schafen Emma (hier in 2015 geboren), Stine, Smilla und Sternchen (Neuzugänge in 2021):

Emma wird regelmäßig in der Tierpflegeausbildung sowie in Tierschutzkursen eingesetzt. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erlernen mithilfe von Emma einen tierschutzgerechtem Umgang, die praktische Anatomie von Schafen (z.B. sieht ein Schafgebiss anders aus als beim Menschen; wie und wo hört man ein Schaf ab) und bekommen Wissen zu den Themen Fütterung, Versorgung, Klauenpflege und Schafscheren vermittelt, denn nicht jeder ist auf einem Schafhof groß geworden. Abgesehen von tierärztlich notwendigen kurativen Behandlungen finden keine Eingriffe (etwa zu Lehr- oder Forschungszwecken) statt. Emmas ehemaliges Partnerschaf Hans musste in hohem Alter aufgrund einer chronischen Arthrose am rechten Ellbogengelenk von einem Veterinärmediziner eingeschläfert werden.

Da eine Einzelhaltung von Schafen nicht tiergerecht ist, haben wir uns als Universität zu Lübeck dazu entschieden, neue Partnerschafe für Emma zu uns zu holen. Die Wahl fiel auf die drei Rhönschafe Stine, Smilla und Sternchen. Sie stammen von einem registrierten Zuchtbetrieb hier aus der Umgebung.

Die drei Rhönschafe Stine, Smilla und Sternchen (Foto: privat)

Rhönschafe sind eine bedrohte, alte Nutztierrasse. Besonderes Kennzeichen dieser kleineren Schafrasse sind neben der sehr guten Umgänglichkeit der markante schwarze Kopf. Da die beiden Lämmer leichte „Fehlfarben“ aufweisen (kleine weißen Stellen am schwarzen Kopf), sollten diese nicht für die weitere Zucht verwendet werden und wären andernfalls geschlachtet worden. Auch deshalb wollte sich der Zuchtbetrieb von dem Mutterschaf trennen.

Aktuell werden die Tiere daran gewöhnt, am Halfter zu gehen (geführter Koppelgang) und vertraut gemacht für Mensch-Tier Interaktionen (Anfassen und Abhorchen lassen, Klauen heben usw.). Auch wenn es zugegebenermaßen mitunter sehr verlockend erscheint, die Tiere zu füttern: Die Tiere werden von uns umfassend und bedarfsgerecht gefüttert. Zu viel gut gemeintes, nicht abgestimmtes Futter kann zu schweren Erkrankungen wie z.B. Pansenazidose (eine Übersäuerung des Pansens) und selbst zum Tod führen. Daher gilt wie bei allen Tieren, die einem nicht gehören: Bitte nicht füttern!

Tierexperimentelle Forschung an der Universität zu Lübeck: Wir führen aktuell keine Tierversuche an Schafen durch. Keines unserer vier Schafe wurde einem Tierversuch unterzogen und sie werden aus den oben genannten Gründen dafür auch nicht eingesetzt. Wie für alle tierexperimentellen Studien gilt: Wenn in spezifischen Projekten Forschung an und mit Schafen unerlässlich wissenschaftlich notwendig ist und nach einer ethischen Abwägung durch interne und externe unabhängige Begutachtung von den Kontroll- und Genehmigungsbehörden erlaubt wird, werden die dann hierfür notwendigen Tiere entsprechend der Anforderungen angeschafft (z.B. gleiche Herkunft, Alter, Geschlecht usw.). Wie in der Vergangenheit werden dann die Studien am Campus fach- und tierschutzgerecht unter Aufsicht und Kontrolle durchgeführt werden. In dem zunächst durchzuführenden Genehmigungsprozess sind auch anerkannte Tierschutzverbände in der Kommission nach § 15 Tierschutzgesetz beteiligt, die die Genehmigungsbehörde im zuständigen Landesministerium berät, damit wissenschaftlicher Tierschutz auch in der Forschung jederzeit und uneingeschränkt gewährleistet ist.