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Understanding Written Artefacts

Das Institut für Informationssysteme der Universität zu Lübeck ist Mitglied im Exzellenzcluster „Understanding Written Artefacts“ - Kooperation für ein tiefes Verständnis von Material, Interaktion und Informationsübermittlung in Manuskriptkulturen

Mit ihrem Institut für Informationssysteme ist die Universität zu Lübeck am neuen Exzellenzcluster „Understanding Written Artefacts“ beteiligt, das an der Universität Hamburg angesiedelt ist. Das Lübecker Teilprojekt als Teil des Forschungsbereichs „Data Linking“ im Cluster startet am 1. Januar 2019 und läuft über zunächst sieben Jahre. 

Mitarbeiter im DFG-Exzellencluster aus dem Institut für Informationssysteme sind


An dem an der Universität Hamburg angesiedelten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzcluster wirken als regionale Partner außerdem in Hamburg die Technische Universität, die Helmut-Schmidt-Universität, das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und das Deutsche Elektronen-Synchroton (DESY) sowie in Berlin die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) mit.

Ziel des Exzellenzclusters „Understanding Written Artefacts“ ist es, einen einheitlichen, vergleichenden und umfassenden Ansatz für die Fragestellung zu erarbeiten, wie die Produktion von schriftlichen Artefakten menschliche Gesellschaften und Kulturen geformt hat und wie diese wiederum schriftliche Artefakte an ihre Bedürfnisse angepasst haben. In fünf großen materialwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Forschungsfeldern werden Erkenntnisse entstehen, die unmittelbar für die Bewahrung schriftlicher Artefakte als kulturelles Erbe relevant sind. 

Das Forschungscluster „Understanding Written Artefacts“ untersucht das Schreiben als eine der wichtigsten kulturellen Techniken, die die Gesellschaften der Welt geprägt haben. Für den größten Teil der Menschheitsgeschichte war das Schreiben Teil verschiedener und komplexer Manuskriptkulturen. Schriftliche Artefakte wurden bis heute ununterbrochen produziert, obwohl die Erfindung des Druckens mit beweglichen Typen einige marginalisierte und gleichzeitig neue, nicht zuletzt auch digitale Medien hervorbrachte.

In den letzten Jahrzehnten hat das wissenschaftliche Interesse an schriftlichen Artefakten erheblich zugenommen. In Asien und Afrika sind Manuskripte und Inschriften von zunehmender Bedeutung für das Kulturerbe, und die riesigen Mengen an Manuskripten wurden katalogisiert und zugänglich gemacht. Erweiterte Möglichkeiten für die materialwissenschaftliche Untersuchung von Artefakten sowie für die Produktion, Speicherung, Verbreitung und Analyse von Bildern und Texten haben neue Untersuchungen angeregt.

So bieten die Materialwissenschaften beispielsweise neue Methoden zur Feststellung der biologischen und chemischen Identität von geschriebenen Artefakten. Mit neuen Informatik-Methoden können in den entstehenden großen heterogenen Forschungsdatenmengen Assoziationen gefunden werden, wodurch Geisteswissenschaftler in ihrer Arbeit neue Erkenntnisse erlangen werden.

Assoziationen in großen Datenmengen finden

Prof. Dr. Ralf Möller, Direktor des Instituts für Informationssysteme der Universität zu Lübeck, arbeitet als Sprecher der Cluster-Forschungseinheit „Data Linking“ eng mit den beteiligten Forschern des Fachbereichs Informatik an der Universität Hamburg zusammen. Im Kontext von heterogenen naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Forschungsdaten sollen dabei neue Techniken der Künstlichen Intelligenz und der statistischen Informationswissenschaft (Data Science) sowie der Visualisierungsgenerierung entwickelt werden, so dass die Wissenschaftler in ihrer Arbeit optimal unterstützt werden, ohne dass sie sich dafür eigens die Beherrschung spezieller Instrumente aneignen müssen (Linking for Thinking, Ambient Assisted Research).