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Freitag, 10.04.2026

Universität

Wissenschaftsfreiheit: Warum wir sie jetzt verteidigen müssen

Klimawandel, globale Gesundheitsrisiken, Künstliche Intelligenz – die großen Herausforderungen unserer Zeit sind ohne wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu bewältigen. Doch gerade jene Institution, von der Lösungen erwartet werden, gerät zunehmend selbst unter Druck: die Wissenschaft. Das Studium Generale der Universität zu Lübeck widmet sich deshalb im Sommersemester 2026 dieser Entwicklung mit einer achtteiligen Vorlesungsreihe.

Gute Wissenschaft lebt von kritischem Denken und offenem Austausch. Doch zunehmend lässt sich etwas anderes beobachten: Nicht einzelne wissenschaftliche Ansichten und Theorien werden mit Argumenten kritisiert, sondern Wissenschaft insgesamt wird politisch für irrelevant gehalten, als einseitig dargestellt und ideologisch bekämpft. Das zeigen Entwicklungen in Belarus, Ungarn sowie den Vereinigten Staaten – und auch in Deutschland werden solche Stimmen lauter.

„Es ist doch längst klar: Alle Zukunftsfragen, die wir heute diskutieren, lassen sich nur mit Wissenschaft bewältigen,“ sagt Professor Dr. Cornelius Borck, der das Studium Generale gemeinsam mit Dr. Birgit Stammberger organisiert. „Sonst regieren pure Macht und vermeintliche Sachzwänge – und damit ist schon gesagt, dass Wissenschaft frei sein muss: Wissenschaftsfreiheit ist nicht einfach nur Meinungsfreiheit, sondern sie braucht die argumentative Auseinandersetzung im kritischen Dialog.“

Vor diesem Hintergrund nimmt die Vorlesungsreihe „Wissenschaft unter Druck“ im Studium Generale der Universität zu Lübeck aktuelle Gefahren für Wissenschaft in den Blick. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaften diskutieren Fragen wie: Was bedeutet Freiheit der Wissenschaft? Welche Rolle spielt Wissenschaft für demokratische Prozesse? Welchen Gefahren sind Wissenschaften heute in Deutschland ausgesetzt? Und wie können sie widerstandsfähig bleiben, um zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen?

Die Vorträge beleuchten aus verschiedenen Perspektiven, wie politischer und gesellschaftlicher Druck wissenschaftliche Arbeit prägt. Zugleich geben sie Einblicke in konkrete Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern – etwa aus Belarus und den USA.

Die Vorlesungsreihe beginnt am 15. April und richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Vortragstermine 

Mittwoch, 15. April I Uwe Schimank (Bremen): 
„Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit – offene und heimliche“ 

Mittwoch, 29. April I Jan Groos (Berlin):
„Demokratischer Wandel und Wissen“  

Mittwoch, 13. Mai I Frieder Vogelmann (Freiburg):
„Politik und Wissenschaften: (K)eine Liebesbeziehung?“  

Donnerstag, 21. Mai I Paula Irene Villa (München):
„Nützlich, relevant, ihr Geld wert? Wissenschaft zwischen (populistischen) Verführungen und Zumutungen“ 

Mittwoch, 3. Juni I Silke Beck (München):
„Im Auge des Sturms: Zu den politischen Angriffen und den Verletzlichkeiten der Klima-forschung“  

Mittwoch, 17. Juni I Olga Shparaga (Hagen):
„Wissenschaft unter Repression und im Exil: Der Fall Belarus“  

Mittwoch, 1. Juli I Amrei Bahr (Stuttgart):
„Haltung zeigen! Zur Demokratieverantwortung der Wissenschaft“

Mittwoch, 8. Juli I Andreas Killen (New York) & Karin Harrasser (Wien):
„Wissenschaft unter Druck: Erfahrungen aus den USA“ 

Die Vorträge beginnen jeweils um 18:30 Uhr im Hörsaal des IMGWF/ZKFL (Königstr. 42, 23552 Lübeck).

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Parcham’schen Stiftung zu Lübeck und der Margot und Jürgen Wessel Stiftung statt.

Einladung zum Start der Vorlesungsreihe 

15. April 2026 I 18:30 Uhr I Hörsaal des IMGWF/ZKFL (Königstr. 42, 23552 Lübeck)

Interviews mit den Organisator*innen der Vorlesungsreihe, Prof. Dr. Cornelius Borck und Dr. Birgit Stammberger, sowie dem Referenten des Abends, Prof. Dr. Uwe Schimank, sind eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn möglich. Auch die weiteren Referent*innen der Vorlesungsreihe stehen für Interviews zur Verfügung.

Wir bitten um Presseanmeldung und Interviewanfragen bis Montag, 13. April 2026, unter presse(at)uni-luebeck(dot)de