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Mittwoch, 05.02.2020

Forschung

Tierexperimentelle Forschung an der Universität zu Lübeck

Verantwortungsvolle Nutzung und Beteiligung am gesellschaftlichen Dialog

Die Universität nimmt die Diskussion um Tierschutz und Tierversuche sehr ernst. Die Universität zu Lübeck ist in ihrer tierexperimentellen Forschung bindend den Grundsätzen des gesetzlich verankerten Tierschutzes verpflichtet.

Darüber hinaus unterstützt die Universität als Mitunterzeichnerin die Deklaration von Basel für mehr Vertrauen, Transparenz und Kommunikation in der Tierforschung. Niemand an der Universität zu Lübeck wie auch am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, geht leichtfertig mit dem Thema um. Wir sind uns der ethischen Debatten bewusst und beteiligen uns am gesellschaftlichen Dialog zum Thema.

Entsprechend der Deklaration von Basel vom 29. November 2010 umfasst die eingegangene Verpflichtung unter anderem,

  • die uns anvertrauten Tiere zu respektieren und zu schützen und diesen keine unnötigen Schmerzen, Leiden oder Schaden zuzufügen, indem wir die höchsten Standards beim Versuchsaufbau und in der Tierhaltung einhalten,
  • sorgfältig zu prüfen, ob die Forschung mit Tieren der Klärung wichtiger Fragen dient, die nicht durch Einsatz alternativer Methoden beantwortet werden können,
  • die Zahl der für Forschungszwecke benötigten Tiere möglichst gering zu halten und zum gewünschten Erkenntnisgewinn die am besten geeignete Art zu wählen,
  • Kollaborationen anzuregen, um Wiederholung von Tierversuchen zu vermeiden.

Für die Einhaltung dieser Vorgaben sorgen die Tierschutzbeauftragten und die zuständigen Gremien der Universität.

Forschungsziele

Zu den grundlegenden Forschungszielen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität im Auftrag der Allgemeinheit verfolgen, zählt es, zu verstehen, was bei einer Krankheit im Körper vorgeht, wie Erkrankungen zu heilen und wie sie zu vermeiden sind. Dafür ist unter strengen Auflagen und in genau begrenztem Umfang auch die Forschung am lebenden Organismus erforderlich.

Für die Beantragung von Forschungsvorhaben, die auch Tierexperimente beinhalten, ist ein aufwendiges, unabhängiges Begutachtungsverfahren vorgeschrieben. Die Genehmigung erfolgt nur, wenn nachweislich keine Alternativmethoden möglich und die Vorgaben des Tierschutzes eingehalten werden. Dabei arbeiten wir im Sinne des Tierschutzes kontinuierlich an einer Verfeinerung der Methoden, also dem Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren, der Reduktion der Anzahl von Tieren in unumgänglichen Tierversuchen und der Verbesserung der Versuchsabläufe mit dem Ziel der geringeren Belastung.

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Durchführung von Tierversuchen beteiligt sind, bietet die Universität den einwöchigen Einführungskurs „Tierschutz und Versuchstierkunde“ zur Erlangung der Sachkunde nach Paragraph 16 der Tierschutz-Versuchstierverordnung an, der mit einer Prüfung abschließt. Nur mit Nachweis der Sachkunde darf im Sinne des Tierschutzgesetzes an und mit Tieren geforscht werden.

Tierversuchszahlen

Die Anzahl der in der Forschung und Lehre an der Universität zu Lübeck verwendeten Tiere ist von 2015 bis 2019 rückläufig. Während 2015 insgesamt 15.512 Tiere eingesetzt wurden, waren es im vergangenen Jahr 10.164. 98,1 Prozent der 2019 verwendeten Tiere waren Mäuse. Die genauen Zahlen für die Jahre des genannten Zeitraums, aufgegliedert nach Tierarten, sind auf der folgenden Website der Universität veröffentlicht: