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Dienstag, 16.02.2016

Forschung

Studie zu Gesundheit und Essverhalten

Fragebogenaktion im Rahmen des transregionalen Sonderforschungsbereichs „Essverhalten: Homöostase und Belohnungssysteme“

Warum essen wir weiter, obwohl wir satt sind? Wie beeinflussen Gewohnheiten, körperliche und emotionale Faktoren unser Essverhalten? Zu diesen Themen führt eine Forschungsgruppe an der Universität zu Lübeck derzeit eine Studie durch, um den Zusammenhang von Essverhalten mit bestimmten Verhaltensmustern, Veränderungen des Stoffwechsels und genetischen Markern zu erforschen. Hierzu wird in einer großen Bevölkerungsgruppe Lübecks das Essverhalten anhand eines Fragebogens untersucht. Aufgrund der Fragebogenergebnisse wird dann ein Teil der Teilnehmer eingeladen, an weiteren Untersuchungen (z.B. Verhaltenstestungen, Untersuchungen der Genetik und des Stoffwechsels) teilzunehmen.

Die Studie ist ein zentrales Projekt des transregionalen Sonderforschungsbereichs „Essverhalten: Homöostase und Belohnungssysteme“, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird (TR-SFB 134). Sprecherhochschule ist die Universität zu Lübeck (Sprecher Prof. Hendrik Lehnert), außerdem sind die Universität zu Köln und das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf beteiligt. Die Studie wird geleitet von Prof. Meike Kasten (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie), Prof. Ulrike Krämer (Klinik für Neurologie), Prof. Georg Brabant (Medizinische Klinik I) und Prof. Christine Klein (Institut für Neurogenetik).

Das Überangebot an energiereicher Nahrung, das besonders in industrialisierten Ländern besteht, fördert die Nahrungsaufnahme über den eigentlichen Energiebedarf hinaus. Es gilt daher als eine der Hauptursachen für den dramatischen Anstieg an Übergewicht und Adipositas weltweit. Unter diesen Bedingungen wird die Nahrungszufuhr nicht allein durch homöostatische Prozesse reguliert (also Prozesse, die auf ein Gleichgewicht an Energiebedarf und Energiezufuhr hinwirken), sondern auch durch belohnungs-assoziierte Prozesse und die Ausbildung von Gewohnheiten. Die Forscher und Forscherinnen gehen davon aus, dass diese durch unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Hirnnetzwerke gesteuert werden. Interne (z.B. Hormone oder Nährstoffe) und externe Faktoren (z.B. schmackhafte, duftende Speisen) wirken auf diese neuronalen Schaltkreise in Abhängigkeit von Merkmalen der Person (z.B. „satt“ versus „hungrig“ oder „schlank“ versus „adipös“).

Der Einfluss dieser Faktoren wird von der individuellen genetischen Ausstattung bestimmt und durch Veränderungen im Lebensstil beeinflusst. Das übergeordnete Ziel des Sonderforschungsbereichs ist es daher, die Interaktion zwischen homöostatischen und Belohnungsprozessen in der Regulation des Essverhaltens auf molekularer, verhaltens- und neuronaler Ebene zu untersuchen. Störungen in dem Zusammenspiel von homöostatischen und Belohnungsprozessen führen vermutlich zur Entwicklung und Beibehaltung von Übergewicht. Das langfristige Ziel des Sonderforschungsbereichs ist daher die Entwicklung von Interventionen bei gestörter homöostatischer und belohnungsbezogener Verarbeitung nahrungsassoziierter Signale, um der Entwicklung von problematischem Essverhalten und Adipositas vorzubeugen.

Im Rahmen der Studie haben bereits über 4000 Lübecker Bürger und Bürgerinnen den Fragebogen ausgefüllt und über 600 Personen haben an weiteren Untersuchungen an der Universität zu Lübeck teilgenommen. Wir suchen weiterhin nach Personen, die interessiert sind, an der Studie teilzunehmen.

Das Ausfüllen des Fragebogens ist freiwillig und dauert etwa 10 -15 Minuten. Die Kontaktdaten und Auskünfte der Studie unterliegen dem Datenschutz und werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt. Wenn Sie Interesse haben teilzunehmen und zwischen 25 und 50 Jahren alt sind, können Sie den Fragebogen telefonisch (0451/31017426) oder per e-mail (studie-essverhalten(at)neuro.uni-luebeck(dot)de) anfordern und bekommen ihn dann per Post nach Hause zugesandt.

Alter zwischen 25-50 Jahre

Interesse? Per Mail oder Telefon können Sie den Fragebogen anfordern und erhalten diesen per Post nach Hause gesendet.

Kontakt: E-Mail an studie-essverhalten(at)neuro.uni-luebeck(dot)de

 

 

Das Projektteam