Website
Aktuelles
Mittwoch, 24.09.2025

Forschung

Grenzüberschreitende Forschung zu digitalem Home-Monitoring

Das Auge als diagnostisches Fenster - Universität zu Lübeck leitet neues Interreg-Projekt HEALTHeye

Wie kann moderne Medizintechnik dabei helfen, chronische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und Patientinnen und Patienten besser zu betreuen – auch außerhalb der Arztpraxis? Diesen Fragen widmet sich das neue deutsch-dänische Forschungsprojekt HEALTHeye, das unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Maik Rahlves vom Institut für Biomedizinische Optik der Universität gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Ramtin Rahmanzadeh vom Medizinischen Laserzentrum Lübeck durchgeführt wird.

Das Projekt mit einem Budget von insgesamt 1,5 Millionen Euro wird im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Dänemark gefördert. Ziel ist es, neuartige tragbare Systeme zur Selbstüberwachung (Home-Monitoring) chronischer Erkrankungen zu entwickeln – insbesondere durch die Analyse von Biomarkern in Tränenflüssigkeit und durch 3D-Bildgebung des Auges mithilfe digitaler Holographie. Unter Holographie versteht man ein Verfahren zur dreidimensionalen Abbildung von Gegenständen.

Das Auge dient dabei als „diagnostisches Fenster“ zum gesamten Körper: Veränderungen können auf Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurologische Störungen hinweisen. „Mit HEALTHeye wollen wir zeigen, dass sich biomedizinische Optik, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sinnvoll verbinden lassen, um neue Wege in der medizinischen Prävention zu gehen“, erklärt Prof. Maik Rahlves.

Zukunftsweisendes Modellprojekt für die digitale Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Neben den wissenschaftlichen Entwicklungen steht auch der Wissenstransfer im Mittelpunkt des Projekts. Eine digitale HEALTHeye-Plattform soll Forschung, Industrie, Medizin und Öffentlichkeit vernetzen und Wissen zu eHealth und Home-Monitoring-Technologien bereitstellen. „Im Projekt HEALTHeye konzentrieren wir uns darauf, neue optische und sensorische Ansätze zu erforschen, die die Erkennung und Überwachung chronischer Erkrankungen deutlich verbessern können“, sagt Dr. Ramtin Rahmanzadeh vom Medizinischen Laserzentrum Lübeck (MLL).

Das grenzüberschreitende Konsortium vereint Partner aus Deutschland und Dänemark – darunter Prof. Jesper Glückstad von der Syddansk Universitet in Odense, die Universität zu Lübeck und das Medizinische Laserzentrum Lübeck – sowie zahlreiche Netzwerkpartner aus Forschung, Klinik und Industrie, u.a. auch EUROIMMUN und Novonordisk.

Mit HEALTHeye entsteht ein zukunftsweisendes Modellprojekt für die digitale Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, das langfristig sowohl Patientinnen und Patienten als auch dem Wirtschaftsstandort Norddeutschland und Süddänemark zugutekommen soll.

Gemeinsamer Auftakt-Workshop im Technikzentrum Lübeck

HEALTHeye ist eines von elf neuen Projekten, die im Rahmen des deutsch-dänischen Interreg-Programms mit insgesamt 15,3 Millionen Euro gefördert werden. Interreg ist eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Der Interreg-Ausschuss mit 36 stimmberechtigten dänischen und deutschen Mitgliedern hatte für die neuen Förderentscheidungen am 16. und 17. Juni 2025 in Lübeck getagt.

Weitere Projekte des aktuellen Programms sind beispielsweise OSCAR für eine bessere Versorgung von Menschen mit Hörproblemen, RobOdin, das die Region zu einem Hotspot für KI-gestützte Robotik machen soll, und Trans-Belt MRC zum Aufbau eines deutsch-dänischen Netzwerks für medizinische Robotik zwischen Odense und Lübeck. Ein Auftakt-Workshop aller elf neuen Projekte fand am 24. September im Technikzentrum Lübeck statt.

Das Förderprogramm Interreg Deutschland-Danmark (Interreg 6A) umfasst die Regionen Fehmarnbelt und Syddanmark-Schleswig-K.E.R.N. (Kiel, Eckernförde, Rendsburg, Neumünster). Die neuen Projekte „bringen frische Ideen und konkrete Lösungen für eine lebenswerte und nachhaltige Grenzregion auf den Weg“, wie der Interreg-Ausschuss nach den neuen Förderentscheidungen mitteilte.

Der Interreg-Ausschuss tagte für die Bewilligung der neuen Projekte im Juni in Lübeck (Foto: Interreg)

.

Prof. Dr.-Ing. Maik Rahlves vom Institut für Biomedizinische Optik der Universität zu Lübeck (links) und Priv.-Doz. Dr. Ramtin Rahmanzadeh vom Medizinischen Laserzentrum Lübeck stehen auf Lübecker Seite für das deutsch-dänische Projekt HEALTHeye (Fotos: privat)

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Das Gebiet für das Förderprogramm Interreg Deutschland-Danmark (Karte: Interreg)