Website
Aktuelles
Montag, 09.12.2013

Gleichstellung

Frauennotruf auf dem Campus

Neues Beratungs- und Hilfsangebot bei sexueller Gewalt und Belästigung für alle Mitarbeiterinnen und Studentinnen von Universität und Fachhochschule

Für alle Fälle von sexueller Gewalt und Belästigung besteht auf dem Campus der Universität und der Fachhochschule Lübeck seit Dezember 2013 ein neues Beratungs- und Hilfsangebot. Die Sprechstunden des Frauennotrufs stehen allen Mitarbeiterinnen und Studentinnen der beiden Hochschulen kostenlos und vertraulich offen. Die Beratung bezieht sich auch auf Fälle von Bedrohung, Stalking und Gewalt in der Partnerschaft sowie auf den Verdacht auf K.-o.-Tropfen unabhängig davon, wie lange die Vorfälle zurück liegen.

Die Sprechstunden finden jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat von 12 bis 13.30 Uhr im Multifunktionscenter (MFC I), Maria-Goeppert-Straße 1, statt. Durch die direkte Erreichbarkeit vor Ort sollen betroffene Frauen ermutigt werden, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Im Internet ist der Frauennotruf unter www.frauennotruf-luebeck.de präsent. Finanziert wird das neue Angebot von den Präsidien der Universität und der Fachhochschule.

27 Prozent der Uni- und 7 Prozent der FH-Studentinnen haben im November 2010 an einer Befragung zur persönlichen Sicherheit teilgenommen. Die Umfrage fand im Rahmen des an der Ruhr-Universität Bochum angesiedelten europäischen Forschungsprojektes „Gender-Based Violence, Stalking and Fear of Crime“ statt. Dabei ging es neben den strafrechtlich relevanten Übergriffen besonders auch um die vermeintlich „kleinen“ Übergriffe und Belästigungen im Hochschul-Alltag. Die Studie ergab: Täter sind hauptsächlich (Ex-) Freunde oder Bekannte, dann erst Kommilitonen (die aber auch Freunde oder Ex-Freunde sein können).

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigte, dass junge Studentinnen besonders stark betroffen sind. Zu Beginn eines Studiums erfolgen die häufigsten sexuellen Übergriffe auf Grund ihres Alters und ihrer Situation. Die Mehrzahl der Studentinnen teilt sich nur außerhalb der Hochschule mit und vertraut sich mit ihren Erlebnissen keiner offiziellen Institution an; in der Regel sind es Freundinnen. Nicht Wenige aber suchen gar kein Gespräch. Die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Studentinnen nach einem solchen Erlebnis eine anonyme Beratung wünschen, die unbürokratisch, kostenlos und vor allem schnell in Anspruch genommen werden kann.

Der Frauennotruf in Lübeck unterhält seit 1990 eine Fachberatungsstelle in der Innenstadt und bietet seitdem betroffenen Frauen und Mädchen und deren Vertrauenspersonen  Beratung und Unterstützung an. Bei Fragen und für Hilfe können jederzeit auch die Gleichstellungsbüros der Hochschulen kontaktiert werden (Telefon 0451 500-3619 an der Universität und  0451 300-5255 an der Fachhochschule Lübeck).

Dr. Solveig Simowitsch, Hanna Falk, Katrin Molge und Karena Lück (v.l.n.r.; Foto: FH Lübeck)