Lübecker Forscherinnen und Forscher erhalten eine neuartige Förderung zum Weiterbetrieb eines wichtigen Gerätes
Erfolgreich haben sich Forscherinnen und Forscher des Zentrums für Gehirn, Hormone und Verhalten (CBBM) der Universität bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft um einen Refurbishment Grant beworben. Im Sinne der Nachhaltigkeit können damit vorhandene Großgeräte für einen verlängerten Einsatz in der Forschung erneuert bzw. ertüchtigt werden.
Im CBBM kann durch die Förderung mit einer Gesamtsumme von 137.000 Euro einschließlich Landesanteil ein Gerät zur indirekten Kalorimetrie weiter genutzt werden. Es wurde 2016 beschafft, ist seitdem im Einsatz und dient zur Messung des Energieumsatzes von Mäusen.
„In den letzten Jahren hat das Gerät mehrere Ausfälle gehabt, die wir zwar immer wieder reparieren konnten, aber die Qualität und Zuverlässigkeit hat stark nachgelassen, und der Hersteller hat uns keine Zusagen mehr geben können, das Gerät am Laufen zu halten“, erläutert Prof. Dr. Jens Mittag, Professor für Molekulare Endokrinologie, der den Förderantrag koordiniert hat. Beteiligt waren außerdem Prof. Dr. Henrik Oster, Prof. Dr. Henriette Kirchner, Prof. Dr. Susanne Keipert, Dr. Rebecca Ölkrug und Priv.-Doz. Dr. Helge Müller-Fielitz.
Gerät für geplante Vorhaben von zentraler Bedeutung
„Durch den Refurbishment Grant der DFG können wir nun die wichtigsten Komponenten überholen lassen und dem Gerät wieder neues Leben einhauchen, so dass es uns für weitere Jahre für zuverlässige Messungen zur Verfügung steht“, sagt Prof. Mittag. Und: „Besonders zu beachten ist hierbei der Punkt der Nachhaltigkeit. Wir können mit dem DFG-Grant nun ein Gerät weiter nutzen, das ansonsten hätte entsorgt und komplett neu beschafft werden müssen.“
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hatte die neuartige Förderung in Abstimmung mit der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) im Rahmen einer Pilotmaßnahme bis Ende 2025 eröffnet. In der Bewilligung für die Ertüchtigung des Lübecker Großgeräts heißt es: „Die gutachterliche Bewertung ist ausnahmslos positiv. Die im Antrag beschriebenen Forschungsvorhaben sind wissenschaftlich überzeugend und das Gerät für die geplanten Vorhaben methodisch von zentraler Bedeutung. Die Betriebsvoraussetzungen sowie das Nutzungskonzept erfüllen alle notwendigen Anforderungen. Ausstattung und Leistungsklasse des Forschungsgroßgeräts entsprechen den Anforderungen, die benötigt und durch vorhandene Geräte nicht abgedeckt werden.“
Zur Ankündigung der Pilotmaßnahme hatte die DFG geschrieben: „Der zuständige Ausschuss für Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik sieht in diesem Bereich einen nennenswerten Bedarf und das Potenzial für eine deutlich verlängerte und nachhaltigere Nutzung vorhandener Geräte für die Forschung. Es wird erwartet, dass durch Erneuerungen komplette Neubeschaffungen vermieden oder deutlich hinausgezögert werden können.“ Die Maßnahme verstehe sich zudem als Signal und Impuls an Hersteller, dass Modularität, Kompatibilität, Interoperabilität sowie eine langfristige Nutzungsperspektive bei der Finanzierung von Geräteinfrastrukturen zunehmend relevant sind.

Das Forschungsgroßgerät zur Messung des Energieumsatzes von Mäusen im Lübecker CBBM (Foto: Nuria Lopez Alcantara)

DFG-Förderung unter der Projektnummer 582670748

Prof. Dr. Jens Mittag koordinierte den erfolgreichen Antrag für die neuartige Pilotmaßnahme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Foto: privat)
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