Auf der MS Wissenschaft zeigen Medizininformatik und Kinderchirurgie, wie Künstliche Intelligenz eine bessere Diagnostik bei Unterarmfrakturen möglich macht
Die Universität tritt im Rahmen der bundesweiten Aktivitäten zum Wissenschaftsjahr 2026 öffentlichkeitswirksam in Erscheinung. Zum Jahresthema „Medizin der Zukunft“ stellt sie mit ihrem Projekt „AutoSAFE“ eines von voraussichtlich 25 Exponaten auf dem schwimmenden Science Center MS Wissenschaft. Das umgebaute Binnenfrachtschiff geht in den Sommermonaten wieder auf Tour und besucht rund 30 Städte in Deutschland und drei in Österreich.
Thema des Lübecker Projekts „AutoSAFE“ auf der MS Wissenschaft: „Der doppelt schlaue Frakturnachweis bei Kindern per Ultraschall und Künstlicher Intelligenz“. Die Präsentation basiert auf einem Forschungsvorhaben des Instituts für Medizinische Informatik der Universität zusammen mit der Klinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, und dem Potsdamer Sonographie-StartUp ThinkSono.
Handgelenksnahe Unterarmfrakturen oder -prellungen bei Kindern und Jugendlichen erfordern in der Standarddiagnostik üblicherweise eine zweifache Röntgenuntersuchung mit der damit einhergehenden Strahlenbelastung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Knochensonographie (Ultraschall) bei bestimmten Indikationen ein sicherer und effektiver Ersatz der Röntgenuntersuchung darstellt. Somit ist die Knochensonographie eine schnelle und nebenwirkungsfreie “Point-of-Care-Diagnostik”, die in Notaufnahmen, Ambulanzen und Praxen zum Ausschluss von Frakturen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden kann.
Der Startschuss für das neue Wissenschaftsjahr ist gefallen
Die Diagnose erfolgt auf Grundlage des Wrist-SAFE- Algorithmus (Sonographic Algorithm for Fracture Evaluation), für den „AutoSAFE“ ein KI-geleitetes Assistenzsystem entwickelt hat. Es unterstützt die Ärztinnen und Ärzte bei der Ermittlung der Standardebenen für die Ultraschallaufnahmen und den Frakturnachweis in Echtzeit und verbessert damit die fundierte Diagnostik.
Zum Forschungsteam gehörten Prof. Dr. Mattias Heinrich und Christoph Großbröhmer, M.Sc., aus der Medizinischen Informatik zusammen mit Dr. Ludger Tüshaus und Assistenzärztin Dr. Beke Sophie Larsen aus der Kinderchirurgie. Das Projekt wurde 2021 bis 2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 790.567 Euro gefördert (https://www.imi.uni-luebeck.de/forschung/p66-autosafe).
Die positive Entscheidung, dass die Universität Lübeck mit „AutoSAFE“ 2026 auf der MS Wissenschaft dabei ist, fiel im Herbst vergangenen Jahres. Inzwischen ist der Startschuss für das neue Wissenschaftsjahr gefallen. Die Auftaktveranstaltung mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Matthias Hauer und dem Fragen-Format „Meet the Scientist“ fand am 20. Januar im Futurium am Alexanderufer in Berlin statt.
Wie Forschung unseren Alltag von morgen prägt
Die MS Wissenschaft will Interesse an wissenschaftlichen Themen wecken und aktuelle Forschung verständlich und transparent präsentieren. Mit einer interaktiven Ausstellung zum Thema des jeweiligen Wissenschaftsjahres an Bord ist das Schiff jährlich mehrere Monate lang auf Deutschlands und Österreichs Flüssen und Kanälen unterwegs. Zielgruppe der Ausstellung sind alle Altersgruppen ab zwölf Jahren mit unterschiedlichem Bildungshintergrund, insbesondere Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe. Im vergangenen Jahr stand das Wissenschaftsjahr unter dem Thema „Zukunftsenergie“.
Mit dem Wissenschaftsjahr macht das Bundesforschungsministerium jedes Jahr ein Zukunftsthema aus der Forschung für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar und zeigt, wie Forschung unseren Alltag von morgen prägen wird. Im aktuellen Wissenschaftsjahr stehen unter anderem die Themen Pflege und Robotik, psychische Gesundheit, Krebsprävention, Gehirngesundheit und digitale Medizin im Mittelpunkt. Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Wie können innovative Technologien und Künstliche Intelligenz Diagnostik und Therapie unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren?
| Sobald der genaue Fahrplan der MS Wissenschaft für 2026 feststeht, werden wir ihn auch im Newsletter und auf der Homepage der Universität bekannt machen. |
Alle Informationen:

Das Team des Projekts AutoSAFE: Christoph Großbröhmer, M.Sc., Dr. Beke Sophie Larsen, Sven Mischkewitz von ThinkSono, Prof. Dr. Mattias Heinrich und Dr. Ludger Tüshaus (v.l.n.r.; Foto: Tüshaus)

Wissenschaftsjahr 2026 zur Medizin der Zukunft (Logo: BMFTR)

Projekt „AutoSAFE“ der Universität zu Lübeck zur Diagnostik von Unterarmfrakturen bei Kindern und Jugendlichen mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (Foto: IMI und UKSH)

Die MS Wissenschaft, das schwimmende Science Center zum Jahr der Wissenschaft - hier auf ihrer letztjährigen Rundfahrt durch Deutschland und Österreich (Foto: Ilja C. Hendel / Wissenschaft im Dialog)
für die Ukraine