„Viel hilft viel“ oder „Weniger ist mehr“? - Antrittsvorlesung von Dr. Kirstin Faust am 22. September (17 Uhr s.t., Audimax, Hörsaal AM 4)
Die bakterielle Sepsis des Neugeborenen ist seit Jahrhunderten eines der Schreckensgespenster all derer, die sich um neugeborene Kinder kümmern. Innerhalb weniger Stunden kann ein vorher gesundes Früh- oder Neugeborenes so schwer erkranken, dass eine Rettung des Kindes nicht mehr gelingt. Insbesondere in der Gruppe der zu früh geborenen Kinder ist die Mortalität der neonatalen Sepsis weiter sehr hoch und liegt bei 5-20%.
Maßnahmen, Patienten auf neonatologischen Intensivstationen vor dieser Komplikation zu schützen, sind daher seit jeher ein bedeutender Teil der neonatologischen Arbeit. Sie umfassen u.a. Hygienemaßnahmen, das Therapiekonzept des „Minimal Handlings“, Modulation der Interaktion zwischen Immunsystem und Mikrobiom sowie rechtzeitige und gezielte antibiotische Therapie. Ziel der Vorlesung ist es, den aktuellen Forschungsstand zu einigen dieser Maßnahmen genauer zu beleuchten.