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Montag, 20.06.2022

Veranstaltungen

Wiederaufnahme wegen großer Nachfrage: Hören & verstehen

Studentisches LH3-Projekt geht in die zweite Runde

Und wie hörst Du so? Dieser Frage geht am 2. und 3. Juli in der Villa Brahms erneut das erste rein studentische LH³-Projekt „Hören(&)verstehen“ auf den Grund: Nach erfolgreicher Durchführung im Januar 2022 wird das Projekt aufgrund hoher Nachfrage wieder aufgenommen.

Das Programm Hören(&)verstehen wird dreimal in der Villa Brahms (Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck) durchgeführt: am 2. Juli um 17:00 Uhr sowie am 3. Juli um 11:00 Uhr und 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht nötig.  

Hören(&)verstehen setzt sich künstlerisch und wissenschaftlich mit den Hörbeeinträchtigungen Altersschwerhörigkeit und Hörsturz auseinander und thematisiert zudem das Cochlea-Implantat als therapeutische Option bei Hörminderungen. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe von Studierenden der Musikhochschule Lübeck (MHL), der Technischen Hochschule Lübeck (THL) und der Universität zu Lübeck (UzL). Ziel ist die Aufklärung über Hörminderungen und die Sensibilisierung für den Umgang mit Betroffenen im Alltag mithilfe von Vorträgen, Interviews und musikalischen Beiträgen.

Nachteile im Alltag: Hörminderungen verstehen

Im Alltag und sogar im klinischen Umfeld haben Menschen mit Hörminderungen oft Nachteile: Es fehlen zu großen Teilen die Sensibilisierung und das Wissen, um mit Mitmenschen sowie mit Patientinnen und Patienten, die eine Hörbeeinträchtigung haben, barrierefrei und inklusiv umzugehen. Diese Feststellung hat die Medizinstudierenden der UzL dazu animiert, gemeinsam mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen der MHL und THL ein Veranstaltungskonzept zu erarbeiten. „Gemeinsam mit unseren Gästen gestalten wir ein Programm, in dem unser Publikum die Welt durch die Ohren anderer erleben darf,“ so das Orga-Team.

Interdisziplinäre Veranstaltung

Musikalische Beiträge, Interviews von Betroffenen und medizinisch-wissenschaftliche Inputs klären auf, enttabuisieren und sensibilisieren für die Thematik. Zwei eigens für das Projekt entstandene Kompositionen thematisieren den Hörsturz und die Altersschwerhörigkeit, denn es gibt bisher kaum Klangbeispiele, die Hörminderungen und die dadurch entstehenden individuellen Klangerlebnisse darstellen. „Die Anordnung der Instrumente in zwei Paaren unterstreicht die menschliche Fähigkeit des Stereohörens sowie deren mögliche Beeinträchtigung beim Auftreten eines Hörsturzes”, beschreibt MHL-Student Martin Schley über sein Werk „tinniens“. Im zweiten Stück von Benjamin Janisch, ebenfalls Kompositionsstudent an der MHL, bietet der Kontrast zwischen elektronischen Klängen und Live-Piano den direkten Vergleich zwischen einem nicht verfremdeten und einem von Altersschwerhörigkeit betroffenen Hören. Einen differenzierteren Einblick in die Erfahrungen von Menschen mit Hörminderungen bieten zudem Simulationen der Hörerfahrungen von Cochlea-Implantat-Trägern, Interviews mit Betroffenen und Erfahrungsberichte aus den Briefen von Ludwig van Beethoven über seinen fortschreitenden Hörverlust.

Das Cochlea-Implantat 

In wissenschaftlichen Kurzvorträgen und Gesprächen mit Nutzerinnen und Nutzern wird zudem das Cochlea-Implantat als Option bei Hörminderungen thematisiert. Bei dieser therapeutischen Methode werden Elektroden in die Cochlea (Hörschnecke) eingesetzt, die den Hörnerv elektrisch stimulieren. Dafür wird das akustische Signal in ein elektrisches Signal umgewandelt. Das Projektteam Hören(&)verstehen setzt sich interdisziplinär aus zehn Studierenden der drei Lübecker Hochschulen zusammen, die in der Projektentwicklung jeweils von einem Professor unterstützt wurden.