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Mittwoch, 04.03.2026

Veranstaltungen

„Weißglut – Die inneren Kriege der USA“

Buchvorstellung, Lesung und Diskussion mit dem Autor Bernd Greiner am 17. März (19 Uhr, Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck ZKFL, Königstraße 42, 23552 Lübeck)

Was ist bloß mit den USA los? Woher kommt das Gift im politischen Betrieb? Das Lügen, Denunzieren und Dämonisieren, der Hass auf Minderheiten und die Unerbittlichkeit gegenüber den Schwachen? Wie konnte die Weißglut zur politischen Betriebstemperatur werden? In seinem neuen Buch unternimmt Bernd Greiner eine pointierte und glasklare Analyse über die lange Tradition von Gift, Hass und Unerbittlichkeit in der US-Gesellschaft: Donald Trump und sein MAGA-Movement haben Wurzeln, die weit zurückreichen ins "amerikanische Jahrhundert".

Bernd Greiner erzählt eine andere Geschichte der USA der letzten hundert Jahre, die ebenso erhellend wie bedrückend ist. Es ist die Geschichte einer Gesellschaft, die sich innere Kriege leistet, befeuert von einem Extremismus der Mitte, der sich als das politische Metronom des Landes erweist. Im Mittelpunkt stehen weder Präsidenten noch Parteien. Im Mittelpunkt stehen selbsternannte Hüter des Gemeinwohls, Bürgerinnen und Bürger, die im Namen der Demokratie anderen die demokratische Teilhabe streitig machen – mit minimaler Toleranz für politisch Unangepasstes, mit kompromisslosem Beharren auf eigenen Zielen, mit missionarischem Sendungsbewusstsein. Sie haben der Arbeiterbewegung das Rückgrat gebrochen, Linke aus dem politischen Leben verbannt, Rüstungs- und Kriegskritiker marginalisiert und die Dominanz der Weißen zementiert. Über allem thront die Maxime, dass wahre Macht auf der Angst der anderen beruht. Und dass Verunsicherung und Furcht den größeren Gewinn abwerfen. Anders gesagt: Wenn Donald Trump das einzige Problem wäre, hätte Amerika nur ein geringes Problem. Das Buch liefert eine Geschichte der Gegenwart und ist „Pflichtlektüre“ (Deutschlandfunk).

Im anschließenden Gespräch wollen wir der Frage nachgehen, wie eine Politik der Intoleranz, Angst und Verunsicherung auch andere Demokratien vor große Herausforderungen stellt.

Bernd Greiner ist Gründungsdirektor des „Berliner Kollegs Kalter Krieg“. Er lehrte außereuropäische Geschichte an der Universität Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die US-amerikanische Geschichte des 20. Jahrhunderts – unter besonderer Berücksichtigung des Kalten Krieges, der Beziehungen zwischen Militär und Zivilgesellschaft seit 1900, Geschichte des deutsch-amerikanischen Verhältnisses, deutsche Amerikabilder, Theorie der Gewalt und internationaler Beziehungen. Er hat zahlreiche Publikationen zur US-amerikanischen Geschichte vorgelegt, darunter: Die Morgenthau-Legende. Zur Geschichte eines umstrittenen Plans (1995); A World at Total War (hg. zusammen mit Roger Chickering und Stig Förster, 2003); Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam (2007); Die Kuba-Krise: Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg (2010); 9/11: der Tag, die Angst, die Folgen (2011). Zudem ist er Herausgeber (zusammen mit Christian Th. Müller, Tim B. Müller, Dierk Walter und Claudia Weber) der sechsbändigen Reihe „Studien zur Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges“.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Haus der Kulturen in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL).

  • Wann: Dienstag, 17. März 2026 um 19 Uhr
  • Wo: Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL), Königstraße 42, 23552 Lübeck

Der Eintritt ist frei.

Die Buchhandlung maKULaTUR wird mit einem Büchertisch zur Thematik vor Ort sein.