
Preisträger*innen des Jahres 2026 (v.l.n.r.): Dr. rer. nat. Liang Zhang (Bernd-Fischer-Preis), Dr. med. Sorin Stefan Popescu (Otto-Roth-Preis), Dr. rer. nat. Annalina Mayer (Re-nate-Maaß-Forschungspreis), Dr. Karosham Diren Reddy, Ph.D. (Wissenschaftspreis Sekti-on Medizin) und Florian Sieck, M.Sc. (Wissenschaftspreis Sektion MINT). Ebenfalls ausge-zeichnet wurde der nicht anwesende Dr.-Ing. Luca Wilke (Wissenschaftspreis Sektion MINT). (Foto: Guido Kollmeier / Uni Lübeck)
Feierliche Verleihung der akademischen Preise 2026 im Kolosseum.
Mit der feierlichen Verleihung der akademischen Preise am 20. Oktober rückte die Universität zu Lübeck besondere wissenschaftliche Erfolge in den Mittelpunkt. Die Bedeutung der ausgezeichneten Forschungsarbeiten hebt Universitätspräsident Prof. Dr. Helge Braun hervor: „Unsere Preisträger*innen zeigen mit ihren herausragenden Forschungsarbeiten, wie wertvoll Wissenschaft ist, um Diagnosen zu verbessern, neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln und sensible Gesundheitsdaten sicher zu verarbeiten. Ihre Erkenntnisse tragen zu einer besseren und sichereren Gesundheitsversorgung der Zukunft bei und stehen zugleich beispielhaft für die Exzellenz und Vielfalt der Forschung, die das lebenswissenschaftliche Profil unserer Universität prägen.“
Folgende Preise wurden vergeben.
Die Alumni, Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck e. V. haben zwei Preise für herausragende Doktorarbeiten vergeben: Der Otto-Roth-Preis in der Sektion Medizin ging dieses Jahr an Dr. med. Sorin Stefan Popescu von der Klinik für Rhythmologie des UKSH Campus Lübeck für seine Dissertation „Venous Vascular Closure System Versus Figure-of-Eight Suture Following Atrial Fibrillation Ablation – The STYLE-AF Study“. In seiner Dissertation verglich er Vaskuläre Verschlusssysteme mit einer herkömmlichen Z-Naht zur Blutstillung nach einer Katheterablation bei Vorhofflimmern. Die Ergebnisse zeigen, dass Patient*innen mit dem neuen Verfahren früher wieder aufstehen und sich bewegen können und zudem weniger Gefäßkomplikationen auftreten.
Über den Bernd-Fischer-Preis der Sektionen Informatik / Technik und Naturwissenschaften durfte sich dieses Jahr Dr. rer. nat. Liang Zhang vom Forschungszentrum Borstel für seine Dissertation „Tocilizumab but not Siltuximab prevents the development of disease in a humanized mouse model of systemic sclerosis“ freuen. Er untersuchte mithilfe moderner Forschungsmodelle neue Ansätze zur Behandlung systemischer Sklerose – einer seltenen Autoimmunerkrankung, die die Haut und innere Organe befallen kann.
Die Wissenschaftspreise der Universität zur Würdigung herausragender Publikationsleistungen werden jeweils für die Sektionen Medizin und MINT vergeben.
Den Wissenschaftspreis in der Sektion MINT erhielten Florian Sieck, M.Sc., und Dr.-Ing. Luca Wilke vom Institut für IT-Sicherheit für ihre Arbeit „TDXdown: Single-Stepping and Instruction Counting Attacks against Intel TDX”. Sie untersuchten die Sicherheitsmechanismen digitaler Schutzräume auf fremden Servern am Beispiel der Intel-Technologie TDX. Dabei entdeckten sie zwei Sicherheitslücken und trugen dazu bei, die betroffenen Systeme sicherer zu machen. Solche digitalen Schutzräume – sogenannte vertrauenswürdige Ausführungsumgebungen – werden beispielsweise bei der elektronischen Patientenakte eingesetzt, um Gesundheitsdaten wie Diagnosen und Untersuchungsergebnisse sicher zu verarbeiten.
In der Sektion Medizin ging der Preis an Dr. Karosham Diren Reddy, Ph.D. aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH Campus Lübeck für seine Arbeit „scRNA-seq reveals persistent aberrant differentiation of nasal epithelium driven by TNFα and TGFβ in post-COVID syndrome”. Gemeinsam mit seinem Forschungsteam identifizierte er zwei Botenstoffe, die im Zusammenhang mit der Ausprägung des Post-Covid-Syndroms stehen. Die Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung objektiver Diagnoseverfahren für die Erkrankung.
Der Renate-Maaß-Forschungspreis ging an Dr. rer. nat. Annalina Mayer von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKSH Campus Lübeck und der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKSH Campus Lübeck für ihre Arbeit „Neurobiologische und psychologische Grundlagen menschlichen Erlebens im sozialen Kontext“. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich damit, wie das menschliche Gehirn soziale Erfahrungen verarbeitet und daraus ein Bild über die eigene Person formt. Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie diese Prozesse bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen verändert sind und wie die Erkenntnisse zur Verbesserung bestehender und zur Entwicklung neuer Therapien beitragen können.
Musikalisch begleitet wurde der Abend durch Beiträge von Yumino Iwasaki (Violine) und Yoichiro Chiba (Klavier) der Musikhochschule Lübeck.

Prof. Dr. Thomas Münte, Vizepräsident Medizin der Universität zu Lübeck würdigt die Exzellenz der Forschenden und betont die Bedeutung ihrer Beiträge für eine verantwortungsvoll gestaltete gesundheitliche und technologische Zukunft. (Foto: Guido Kollmeier / Uni Lübeck)

Yumino Iwasaki (Violine) und Yoichiro Chiba (Klavier) der Musikhochschule Lübeck sorgen mit musikalischen Beiträgen für den klangvollen Rahmen des Abends. (Foto: Guido Kollmeier / Uni Lübeck)