Neue Partner sind das deutsch-dänische Projekt Care-AI und der Digitalcluster DiWiSH - Forschung, Pflegepraxis und digitale Wirtschaft enger verzahnen
Die von der Universität zu Lübeck geleitete Innovationscommunity GRANNI (Gesundes und resilientes Altern durch nachhaltige Medizintechnik aus der Norddeutschen Hanse Innovation Community) baut ihre Aktivitäten im Bereich gesundes und selbstbestimmtes Altern weiter aus. Gemeinsam mit dem deutsch-dänischen Interreg-Projekt Care-AI und dem Digitalcluster DiWiSH wurde eine neue Kooperation gestartet, um innovative Lösungen an der Schnittstelle von Medizintechnik, Pflege und Künstlicher Intelligenz voranzubringen.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, Forschung, Pflegepraxis und digitale Wirtschaft enger zu verzahnen und neue Projekte für ein gesundes Altern zu entwickeln. Bereits seit Mai 2025 arbeiten Care-AI und GRANNI inhaltlich zusammen; mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung Ende November wurde die Kooperation nun offiziell besiegelt.
Im Mittelpunkt stehen sozio-technische Ansätze, die Pflegekräfte entlasten, Versorgungsprozesse verbessern und älteren Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Während Care-AI erforscht, wie KI-basierte Anwendungen in der Altenpflege eingesetzt werden können – etwa zur Dokumentationsunterstützung oder Biografiearbeit –, bringt GRANNI seine medizintechnische und klinische Expertise in die Zusammenarbeit ein.
Innovative Technologien für echte Entlastung im Alltag
Im Rahmen der Kooperation sind unter anderem gemeinsame Veranstaltungen geplant, bei denen Akteurinnen und Akteure aus Pflege, IT, Medizintechnik und Wissenschaft neue Projektideen entwickeln. Zudem sollen passende Unternehmen, Pflegeeinrichtungen sowie Forschungs- und Klinikpartner gezielt miteinander vernetzt und der Wissens- und Technologietransfer zwischen den Projekten gestärkt werden.
„Wir sehen in der Zusammenarbeit von Care-AI und GRANNI eine große Chance, Forschung, Pflegepraxis und digitale Wirtschaft noch enger zu verzahnen. Nur wenn innovative Technologien direkt an den Bedarfen von Pflegekräften und älteren Menschen ausgerichtet werden, entsteht echte Entlastung im Alltag“, sagt Dr. Johannes Ripken, Clusterleiter DiWiSH und Mitinitiator von Care-AI.
Auch aus Sicht der Universität zu Lübeck unterstreicht die Kooperation den Anspruch, Forschungsergebnisse in die Anwendung zu bringen. „Mit Care-AI holen wir ein starkes Netzwerk für KI in der Altenpflege mit an Bord. Gemeinsam können wir Medizintechnik, Daten und Künstliche Intelligenz so verbinden, dass Lösungen nicht in der Schublade bleiben, sondern in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Umfeld ankommen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten M. Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck sowie des Fraunhofer IMTE und Sprecher der GRANNI-Community.
Co-kreative Workshops für Netzwerkbildung und neue Projekte
Die Kooperation stärkt damit das Profil der Universität zu Lübeck im Bereich digitale Gesundheit, Medizintechnik und Transfer und leistet einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen einer alternden Bevölkerung.
Drei co-kreative Workshops mit den neuen Kooperationspartnern schaffen den ersten Austausch und setzen wichtige Impulse für die künftige Arbeit. Die ersten beiden fanden am 22. Mai und am 17. September vergangenen Jahres statt, der dritte ist im ersten Quartal 2026. Aus den entwickelten neuen Ideen erarbeiten die Teams im Anschluss Projektanträge, um sich auf die Fördergelder im Rahmen der DATIpilot Community zu bewerben. In der ersten Förderrunde stehen Fördermittel in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, die an ca. fünf bis zehn Community-Projekte vergeben werden.

Netzwerke bilden und Ideen entwickeln: Zwei von drei geplanten co-kreativen Workshops für die neuen Kooperationen zum gesunden Altern fanden im vergangenen Jahr am 22. Mai und am 17. September statt (Fotos: Sandy Bever, Fraunhofer IMTE)

Kooperation von GRANNI, Care-AI und DiWiSH für gesundes Altern (Bild: Canva)

Teil des GRANNI Management-Teams: Prof. Dr. Philipp Rostalski (Fraunhofer IMTE), Prof. Dr. Karen Cabos (TH Lübeck / Co-Sprecherin GRANNI), Prof. Dr. Thorsten Buzug (Fraunhofer IMTE / Universität zu Lübeck / Sprecher GRANNI), Julia Sarre (HIC) und Prof. Dr. Frank Schwartze (TH Lübeck; v.l.n.r.)

Intensive Fachdiskussionen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen einer alternden Bevölkerung auf einem der Workshops
für die Ukraine