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Dienstag, 27.02.2018

Veranstaltungen

Tuberkulose 2018

Die Sonntagsvorlesungen der Universität finden im Rathaus der Hansestadt Lübeck statt (Foto: Hansestadt Lübeck)

Sonntagsvorlesung am 6. Mai

Rückkehr der weißen Pest? - Sonntagsvorlesung von Prof. Dr. Christoph Lange am 6. Mai  (11:30 Uhr, Audienzsaal des Lübecker Rathauses)

Die Tuberkulose ist aktuell die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit weltweit. Im Jahr 1882 identifizierte Robert Koch, dass Bakterien diese Erkrankung verursachen. Die Tuberkulosebakterien werden von Mensch-zu-Mensch über die Atemluft übertragen. Bei der erstmaligen Einführung einer Schutzimpfung gegen die Tuberkulose in Deutschland kam es im Jahr 1930 in der Hansestadt Lübeck zum größten Impfunglück des 20. Jahrhunderts. Durch eine Verunreinigung des Impfstoffes verstarben 72 von 251 geimpften Neugeborenen.

Auch wenn die Tuberkulose durch verbesserte Prävention, Diagnostik, Therapie und allgemeinen Wohlstand inzwischen bei uns eine seltene Erkrankung geworden ist, gab es weltweit noch nie so viele Patienten mit einer Tuberkulose wie heute. Wie keine andere Erkrankung spiegelt diese Erkrankung den Wohlstand einer Gesellschaft wieder. In der Folge internationaler Migration, auch von Menschen aus Hochinzidenzländern, stieg die Anzahl der Tuberkulose-Erkrankten in Deutschland zwischen 2014 und 2015 um mehr als ein Viertel.

In den letzten Jahren wir die Kontrolle der Tuberkulose zunehmend durch die Ausbreitung Antibiotika-resistenter Tuberkulosebakterien erschwert. Ohne eine neue Schutzimpfung, die effektiver vor der Erkrankung schützt, als die schon 1930 verwendete BCG-Impfung, erscheint eine Elimination der Tuberkulose nicht möglich.

Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Lange ist Forschungsgruppenleiter im Programmbereich Infektionen am Forschungszentrum Borstel, Lungenzentrum der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Sonntagsvorlesungen der Universität zu Lübeck finden jeweils von 11.30 bis 12.30 Uhr im Rathaus der Hansestadt Lübeck, Breite Straße 62, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Leitung hat Prof. Dr. Karl-Friedrich Klotz.

Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Lange