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Mittwoch, 10.06.2026

Forschung

SurvAge-Studie untersucht das Leben nach Krebs im höheren Alter

Juni ist der Monat der Krebsüberlebenden

Fast 4,8 Millionen Menschen lebten Ende 2023 in Deutschland mit einer Krebserkrankung, die in den vorangegangenen 25 Jahren diagnostiziert wurde. Die SurvAge-Studie untersucht, welche körperlichen, seelischen und sozialen Belastungen ältere Krebsüberlebende langfristig erleben - und welche Unterstützung sie benötigen.

Der Juni ist der internationale Monat der Krebsüberlebenden. Er rückt Menschen in den Mittelpunkt, deren Leben durch eine Krebserkrankung geprägt wird oder wurde - oft weit über das Ende der akuten Behandlung hinaus. Auch in Deutschland ist das Thema von großer Bedeutung: Jedes Jahr erkranken hierzulande mehr als 500.000 Menschen neu an Krebs. Zugleich leben immer mehr Menschen mit und nach einer Krebserkrankung. Fast 4,8 Millionen Menschen lebten Ende 2023 in Deutschland mit einer Krebserkrankung, deren Diagnose bis zu 25 Jahre zurücklag.

Diese Zahlen stehen für Fortschritte in der Früherkennung und Behandlung, aber auch für die wachsende Aufgabe, Menschen nach einer Krebserkrankung gut zu begleiten. Über alle Krebsarten hinweg leben fünf Jahre nach der Diagnose noch rund zwei Drittel der betroffenen Frauen und gut sechs von zehn betroffenen Männern. Doch Überleben bedeutet nicht automatisch, wieder so gesund wie vor der Krebserkrankung zu sein. Viele Betroffene erleben auch Jahre nach der Krebserkrankung körperliche, seelische oder soziale Belastungen – etwa Schmerzen, Erschöpfung, Ängste, depressive Beschwerden, Einschränkungen im Alltag oder einen veränderten Bedarf an Unterstützung.

Genau hier setzt die SurvAge-Studie an. Sie untersucht Spät- und Langzeitfolgen einer Krebserkrankung sowie biopsychosoziale Risikofaktoren und Versorgungsbedarfe älterer Krebsüberlebender durch eine Kombination aus schriftlicher und telefonischer Befragung sowie Vergleichen mit Daten aus der Allgemeinbevölkerung. Die Universität zu Lübeck ist für die schriftliche Befragung zuständig. Im Mittelpunkt stehen Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren, deren Krebsdiagnose bis zu 20 Jahre zurückliegt. Über das Krebsregister Schleswig-Holstein wurden mehr als 15.000 Personen postalisch eingeladen, an der schriftlichen Befragung teilzunehmen - wahlweise per Papierfragebogen oder online.

„Eine Krebsdiagnose endet für viele Menschen nicht mit dem letzten Behandlungstermin. Wir wollen besser verstehen, welche Belastungen bleiben, welche Ressourcen helfen und welche Versorgungsangebote ältere Langzeitüberlebende wirklich brauchen", sagt Prof. Dr. Annika Waldmann vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck.

Inzwischen ist die schriftliche Befragung abgeschlossen. Fast jede zweite angeschriebene Person hat an der Studie teilgenommen. Das Studienteam bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr großes Engagement und ihre Bereitschaft, persönliche Erfahrungen zu einem oft belastenden Thema zu teilen. Viele Teilnehmende haben außerdem angegeben, auch für weitere wissenschaftliche Studien ansprechbar zu sein. Mit einer so großen Bereitschaft, die Forschung zu unterstützen, hatte das Studienteam nicht gerechnet. Die große Resonanz zeigt, wie wichtig das Thema Leben nach Krebs für viele Betroffene ist.

Die SurvAge-Studie wird von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Förderschwerpunktes „Langzeitüberleben nach Krebs“ gefördert und läuft von 2025 bis 2027. Sie ist ein Kooperationsprojekt, an dem unter der Leitung des Universitätsklinikums Leipzig die Universität Leipzig, die Universität zu Lübeck, die Universitätsmedizin Greifswald sowie das Krebsregister Schleswig-Holstein zusammenarbeiten. Ziel ist es, aus den gewonnenen Daten wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Versorgungsplanung abzuleiten.

Warum diese Forschung wichtig ist

Krebsregisterdaten zeigen, wie viele Menschen an Krebs erkranken, wie sich Überlebensaussichten entwickeln und wie groß die Gruppe der Menschen mit und nach Krebs ist. Die SurvAge-Studie ergänzt diese Daten um die Perspektive der Betroffenen: Wie geht es ihnen körperlich, psychisch und sozial? Wo gelingt der Alltag gut -und wo braucht es mehr Unterstützung?