Leon Raeder von der Universität zu Lübeck erreicht Silber bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM).
Der Triathlon wurde am Trebgaster Badesee in Bayern ausgetragen. Insgesamt gingen 37 Athletinnen und Athleten von 18 Hochschulen am 28. Juni 2026 an den Start.
Leon Raeder studiert Informatik im 4. Semester. Über seinen sportlichen Erfolg hat er einen Erfahrungsbericht geschrieben:
"Als ich mich zwei Tage vor dem Rennen mit dem Auto auf den Weg nach Trebgast im nördlichen Bayern zu den Deutschen Hochschulmeisterschaften machte, wurde mir schnell klar, dass es ziemlich heiß werden wird. Zu dem Zeitpunkt waren für den Sonntag zum Glück nur 32 Grad Celsius angesagt. Am Vortag stand aber erst mal der Streckencheck an. Ich bin mit dem Auto von meiner Unterkunft zu dem Wettkampfgelände gefahren, und gegen Mittag war es schon unerträglich heiß draußen: 39 Grad im Schatten. Es war wirklich unerträglich.
Ich konnte mich noch dazu überwinden, eine Runde die Radstrecke abzufahren. Danach ging es in das Naturfreibad und ab in den See. Das Ablaufen der Laufstrecke habe ich ausfallen lassen und selbst der See spendete nicht mehr die erhoffte Abkühlung. Danach ging es dann wieder zurück zu meiner Unterkunft, welche zum Glück gut klimatisiert war.
Am Wettkampftag habe ich dann alles ins Auto geladen und mich wieder zum Wettkampfgelände begeben. Zuerst musste ich zur Startnummernausgabe, wo ich die Klebesticker mit meiner Startnummer für meinen Helm und mein Fahrrad sowie die große Startnummer für mich bekommen habe. Nachdem ich alle Nummern angeklebt hatte, durfte ich dann auch mit meinem Fahrrad in die Wechselzone. An dem für meine Startnummer vorgesehenen Platz habe ich dann mein Fahrrad eingehängt, meine Fahrradschuhe am Fahrrad festgemacht, meine Laufschuhe richtig hingestellt und mein Startnummernband daneben auf dem Boden platziert. Als ich damit fertig war, hatte ich noch knapp zwei Stunden bis zu meinem Start.
Die Sonne hatte schon wieder ganze Arbeit geleistet und die ursprünglich angesagten 32 Grad hatten sich dann doch als 39 Grad herausgestellt. Ich hatte mir dann einen Platz an dem See in der Nähe von unserem Start gesucht, wo ich im Schatten versuchte, mit nassen Handtüchern möglichst nicht schon vor dem Start einen Sonnenstich zu bekommen. Eine halbe Stunde vor dem Start wurde dann durch den Veranstalter durchgesagt, dass alle noch kommenden Starts nur noch 2 anstatt 3 Runden um den See laufen müssen, da durch die hohen Temperaturen schon zu viele Leute umgekippt waren. Eigentlich kam mir das nicht so zugute, da Laufen immer meine stärkste Disziplin ist, aber unter den Umständen war die Entscheidung schon nachvollziehbar und ich machte mir nicht weiter darüber Gedanken. Ungefähr 20 Minuten vor dem Start habe ich mir dann meinen Einteiler angezogen und mich mit Schwimmbrille und Badekappe in Richtung Start begeben. Die restliche Zeit vor dem Start habe ich genutzt, mich noch ein bisschen einzuschwimmen und abzukühlen, bis wir uns dann alle an der Leine im Wasser aufreihen mussten.
Nach ein paar Minuten, die sich wahrscheinlich deutlich länger angefühlt haben, als sie eigentlich waren, kam dann das Startsignal. Ein Knall. Ich sprintete los, bewegte meine Arme, so schnell es ging, um mir auf den ersten Metern ein bisschen Platz zu verschaffen. Irgendwann konnte ich dann ein paar Schwimmer neben mir sehen und bei einem Orientierungszug nach vorne konnte ich erkennen, dass ein bisschen weiter links eine Person voraus war. Als nach knapp der Hälfte der 500 Meter langen Schwimmstrecke die erste Boje kam, waren die anderen neben mir ein bisschen abgefallen, sodass ich an zweiter Position um die Boje schwimmen konnte. Kurz darauf kam auch schon die zweite und letzte Boje, und ab da war schon mehr als die Hälfte geschafft. Die Schwimmstrecke war wie ein Rechteck angeordnet, sodass der Schwimmausstieg neben dem Start an einem Ende des Sees lag und wir ca. 200 Meter auf den See raus, gefolgt von zwei 90-Grad-Linkskurven (durch die Bojen gekennzeichnet) und schließlich ca. 200 Meter zurück zum Ausstieg schwimmen mussten.
Nach den Bojen stand also nur noch der Weg zurück zum Ausstieg an, und ich hatte mittlerweile einen kleinen Vorsprung vor den anderen. Zumindest konnte ich keinen mehr neben mir sehen. Nur der eine Ausreißer, der schon direkt am Anfang eine kleine Lücke rausgeschwommen hatte, war immer noch ein Stück vor mir. Ich probierte auf dem Rückweg noch mal alles rauszuholen, aber der Abstand zwischen uns blieb ungefähr gleich. Und dann kam auch schon der Ausstieg: eine Betonrampe, gefolgt von 200 Metern Laufweg über einen Teppich in die Wechselzone zu meinem Fahrrad. Ich durfte keine Zeit verlieren, weil ich den Führenden schon mit seinem Fahrrad aus der Wechselzone schieben sehen konnte. Also schnell den Helm auf und von oben in das Startnummernband gestiegen, bevor ich mein Rad nehmen konnte und ebenfalls zur Radstrecke laufen konnte.
Eine weiße Linie markierte, ab wo wir auf unser Fahrrad steigen konnten. Ich sprang auf und schlüpfte direkt in meine Radschuhe, welche ich schon vorher am Rad festgemacht hatte. Dann ging es los. Die ganze Zeit den Führenden vor mir im Blick. Langsam kam ich näher, und das gab mir noch mal extra Kraft – ich konnte nach ungefähr einer halben Runde an ihm vorbeiziehen. Ich war in Führung. Aber noch war ich nicht im Ziel und bei der Hitze konnte noch viel passieren. Ich hatte extra eine Trinkflasche mit Wasser in meinem Flaschenhalter, um mich damit abzukühlen, aber als ich mich mit dem Wasser nass machte, war es schon kochend heiß. Egal, durch den Fahrtwind kühlte es trotzdem ein bisschen, also besser als nichts. Am Ende der ersten Runde war dann Schluss mit der Führung. Ein anderer hatte sich auf dem Rad vorgearbeitet und mich schließlich überholt. Ich konnte zwar noch einmal wieder an ihm vorbeifahren, aber am Anfang der zweiten Runde überholte er mich dann endgültig und der Abstand zwischen uns wurde langsam größer.
Als ich mit meinem Rad in die Wechselzone gerannt kam, konnte ich gerade so sehen, wie er auf die Laufstrecke lief. So schnell ich konnte, hängte ich mein Rad an die Stange, setzte meinen Helm ab und schlüpfte in meine Laufschuhe. Ich nahm die Verfolgung auf. Die Laufstrecke um den See herum war gut zu überblicken und ich konnte den Führenden vor mir die ganze Zeit sehen. Es war mittlerweile irre heiß geworden und ich war über jeden Verpflegungspunkt dankbar, an dem ich mir Schwämme mit Wasser an den Kopf drücken konnte. Für mehr war keine Zeit. Ich kam langsam näher an den Führenden heran, aber durch die verkürzte Laufstrecke blieb mir nicht mehr viel Zeit, um die Lücke zu schließen.
Eine halbe Runde vor dem Ziel nahm ich noch mal alle Kraft zusammen und erhöhte noch mal das Tempo. Ich merkte, wie der Abstand deutlich kleiner wurde, aber der Führende konnte auch noch mal zum Schlusssprint ansetzen. Ich merkte, wie mir die Meter ausgingen, und wusste, es würde am Ende nicht reichen. Ich konnte sehen, wie er vor mir ins Ziel lief, und am Ende trennten uns 8 Sekunden. Alles in allem war es trotzdem ein tolles Rennen und ich freute mich auch über den 2. Platz. Die Zeit bis zur Siegerehrung erholte ich mich dann im See von der Hitze, bevor ich glücklich aber erschöpft meine Rückfahrt begann."