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Freitag, 05.06.2026

Kurz-News

STRs beeinflussen das Alzheimer-Risiko

LIGA-Team im Dezember 2025, Kontributoren der aktuellen Publikation sind durch ein * hervorgehoben (v.l.n.r.: T. Lakshmana, *H. Rahlff, *V. Dobricic, *L. Bertram, *D. Gmelin, *M. Aslam, *M. Junge) Foto: Lars Bertram

Neue Studie der Lübecker Interdisziplinären Plattform für Genomanalytik (LIGA)

Forschende der Lübeck Interdisciplinary Platform for Genome Analytics (LIGA) haben einen bislang kaum untersuchten genetischen Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit identifiziert. Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Lars Bertram und Dr. Valerija Dobricic in der Fachzeitschrift Nature Communications in einer neuen Studie berichtet, tragen sogenannte kurze Tandem-Wiederholungen („Short Tandem Repeats“, STRs) eigenständig zum Alzheimer-Risiko bei. Dabei handelt es sich um kurze DNA-Sequenzen, die unmittelbar hintereinander wiederholt auftreten und deren Anzahl von Mensch zu Mensch stark variiert. Klassische genetische Studien zu Alzheimer untersuchen fast ausschließlich einzelne Veränderungen im Erbgut (SNPs) – ein großer Teil der erblichen Veranlagung bleibt damit jedoch unerklärt.

Anhand von Daten aus der UK Biobank analysierten die Forschenden das Erbgut von rund 330.000 Menschen. Sie identifizierten 15 Genorte, an denen STRs mit dem Alzheimer-Risiko zusammenhängen. Zwei der entdeckten Signale nahe den Genen SNX32 und WSB1 waren zuvor nicht mit Alzheimer in Verbindung gebracht worden. Die Studie zeigt, dass die STRs an mehreren bekannten Risikoorten unabhängig von SNPs zum Erkrankungsrisiko beitragen. Insgesamt erklären sie mindestens drei Prozent der genetischen Veranlagung. Zudem deuten Abgleiche mit menschlichem Hirngewebe darauf hin, dass einige dieser Varianten beeinflussen, wie stark benachbarte Gene abgelesen werden. Die Arbeit liefert damit neue Kandidatengene und einen Ansatz, die „fehlende Erblichkeit" komplexer Erkrankungen besser zu verstehen.