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Donnerstag, 01.10.2026

Forschung

Selbstmitgefühl schützt Selbstwert

Wie wir mit uns selbst umgehen, prägt maßgeblich unser Selbstbild. Selbstmitgefühl ist dabei eine wichtige Fähigkeit: Es hebt unsere Stimmung und kann unseren Selbstwert auch bei Misserfolgen schützen (Foto: Whitney Sause via unsplash.com).

Neue Studie der Arbeitsgruppen Computational Psychiatry und Social Neuroscience der Universität zu Lübeck

Bei Misserfolgen freundlich und verständnisvoll mit sich selbst umzugehen – diese Fähigkeit wird als Selbstmitgefühl beschrieben. Forschende der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Lübeck haben nun untersucht, wie Menschen mit Rückmeldungen zu ihren erbrachten Leistungen umgehen. Dabei interessierte sie insbesondere, welche Rolle Selbstmitgefühl für das emotionale Befinden und den Selbstwert spielt.

Das Forschungsteam um Erstautor Jan Weis und Betreuer Dr. David Stolz zeigt: Menschen mit hohem Selbstmitgefühl erlebten unabhängig von Erfolg oder Misserfolg in einer Aufgabe mehr positive Gefühle. Bei Menschen mit geringem Selbstmitgefühl war der Selbstwert dagegen stark leistungsabhängig. Bei Personen mit hohem Selbstmitgefühl zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Die Studie liefert damit empirische Belege für die Annahme, dass Selbstmitgefühl zur psychischen Gesundheit beitragen kann. Das ist für die Behandlung von Depressionen und Angststörungen relevant, die häufig mit starker Selbstkritik einhergehen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht.

Link zur Publikation: 

Jan F. Weis, Sören Krach, Frieder M. Paulus, David S. Stolz; Self-compassion is linked to positive affect and buffers declines in self-esteem. R. Soc. Open Sci. 1 September 2026; 13 (9): 260044.