Neue Studie der Arbeitsgruppen Computational Psychiatry und Social Neuroscience der Universität zu Lübeck
Bei Misserfolgen freundlich und verständnisvoll mit sich selbst umzugehen – diese Fähigkeit wird als Selbstmitgefühl beschrieben. Forschende der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Lübeck haben nun untersucht, wie Menschen mit Rückmeldungen zu ihren erbrachten Leistungen umgehen. Dabei interessierte sie insbesondere, welche Rolle Selbstmitgefühl für das emotionale Befinden und den Selbstwert spielt.
Das Forschungsteam um Erstautor Jan Weis und Betreuer Dr. David Stolz zeigt: Menschen mit hohem Selbstmitgefühl erlebten unabhängig von Erfolg oder Misserfolg in einer Aufgabe mehr positive Gefühle. Bei Menschen mit geringem Selbstmitgefühl war der Selbstwert dagegen stark leistungsabhängig. Bei Personen mit hohem Selbstmitgefühl zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.
Die Studie liefert damit empirische Belege für die Annahme, dass Selbstmitgefühl zur psychischen Gesundheit beitragen kann. Das ist für die Behandlung von Depressionen und Angststörungen relevant, die häufig mit starker Selbstkritik einhergehen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht.
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