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Mittwoch, 01.03.2017

Universität

Prof. Josef Ingenerf

Medizinische Informatik für Klinische Forschungs-IT - Integration und Nutzbarmachung von Versorgungs- und Forschungsdaten unter Wahrung datenschutzrechtlicher und ethischer Regularien

Prof. Dr. rer. nat. habil. Josef Ingenerf ist seit dem 1. März 2017 Professor für Medizinische Informatik für Klinische Forschungs-IT an der Universität zu Lübeck. Mit der Übertragung einer unbefristeten W2-Professur übernimmt er die wissenschaftliche Leitung der zentralen Einrichtung „IT for Clinical Research, Lübeck (ITCR-L)“ an der Universität. Die Professur ist zudem wissenschaftlich angebunden an das Institut für Medizinische Informatik (Direktor: Prof. Dr. rer. nat. habil. Heinz Handels) und vertritt hier den Bereich Klinische Forschungs-IT in Forschung und Lehre.

Josef Ingenerf, 1960 in Alpen (Nordrhein-Westfalen) geboren, studierte Informatik an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, wo er auch 1993 promovierte. Von 1994 bis 1998 arbeitete er im heutigen Helmholtz-Zentrum München, unter anderem im BMBF-Projekt „MEDWIS (Medizinische Wissensbasen)“ und im EU-Projekt GALEN (Medizinische Ontologien).

1998 wechselte er an die Universität zu Lübeck ins Institut für Medizinische Informatik, wo er zunächst Teilaufgaben bei der Konzeption und dem Betrieb des Krankenhausinformationssystems am Universitätsklinikum Lübeck übernahm. Danach widmete er sich verstärkt der Lehre für Mediziner und Informatiker und darüber hinaus auch dem Aufbau des eigenständigen Bachelor- und Masterstudiengangs „Medizinische Informatik“ an der Universität zu Lübeck. In der Forschung wurden Lösungen für die standardisierte Dokumentation, zur interoperablen Verarbeitung und Kommunikation von Gerätedaten sowie zu methodischen Fragen bezüglich medizinischer Terminologien und Ontologien erarbeitet. Im Jahre 2007 habilitierte er zur internationalen Referenzterminologie „SNOMED CT“ (Systematische Nomenklatur der Medizin – Clinical Terms).

In den letzten Jahren widmete er sich als Präsidiumsbeauftragter zusammen mit Kollegeninnen und Kollegen schwerpunktmäßig der Etablierung einer klinischen Forschungs-IT-Infrastruktur an der Universität zu Lübeck. Dieses geschieht in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung der ITCR-L, die seit 2015 den Produktivbetrieb einer IT-Lösung für die patientenorientierte, Biobank-basierte Forschung verantwortet. Entscheidend für den Erfolg ist die sehr enge Verzahnung (inkl. Verfahrensverantwortung) mit dem Interdisziplinären Centrum für Biobanking-Lübeck (ICB-L) sowie die Kooperation mit der IT des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Aus der Forschungsperspektive sind bekannte medizin-informatische Herausforderungen zu meistern, z.B. die (semantische) Integration von Versorgungs- und (genetischen) Forschungsdaten unter Wahrung datenschutzrechtlicher und ethischer Regularien.

Aktuell ist Prof. Ingenerf als Standortsprecher der Universität involviert in der Antragsphase im Rahmen der BMBF-Medizininformatik-Initiative. Hier konkurriert das Konsortium share-it! (Synergistic Health Data Access for Research and CarE – Innovation and Translation) an den Standorten Schleswig-Holstein (UzL, CAU und UKSH), Hamburg (UKE), Greifswald (UMG) und Dresden (UKD) mit sechs anderen Konsortien in Deutschland. Weiter erwähnenswert sind die bewilligten BMBF-Projekte wie „Modular Validation Environment for Medical Device Networks“ zur interoperablen Gerätedatenvernetzung und „German Biobank Alliance“ bzgl. vernetzter Biobanken sowie das DFG-Projekt „Nationales Metadaten Repository“.

Prof. Ingenerf ist Mitglied der Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) sowie der Gesellschaft für Informatik (GI). Er ist stellvertretender Leiter der GMDS-Arbeitsgruppe „Medizinische Dokumentation und Klassifikation“ (MDK) und war langjährig Obmann bzw. Mitglied des DIN NAMed Ausschusses „Terminologie“.

Prof. Dr. Josef Ingenerf