Ein interdisziplinäres Konsortium mit Beteiligung der Universität zu Lübeck erhält von der VolkswagenStiftung eine Förderung in Höhe von rund 999.000 Euro für die Weiterentwicklung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV).
Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Thomas Pietschmann besteht aus dem TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, der Universität zu Lübeck und der Medizinischen Hochschule Hannover.
RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen schwere Verläufe haben können. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich rund 3,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen RSV-Infektionen im Krankenhaus behandelt, 100.000 von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Als Therapie stehen derzeit nur unterstützende Maßnahmen wie die Gabe von Sauerstoff zur Verfügung. Das Konsortium möchte deshalb im Rahmen des Projekts „OPERA“ (optimising pan-entry RSV antivirals) neue Behandlungsoptionen entwickeln.
Um in die menschlichen Zellen zu gelangen, muss das Virus mit Hilfe des Fusionsproteins, kurz F-Protein, mit einer zellulären Membran fusionieren. Das Konsortium hat bereits Hemmstoffe identifiziert, die diesen Infektionsschritt an der Zelloberfläche hemmen können. Diese Inhibitoren sollen im Rahmen von „OPERA“ weiter optimiert werden, sodass sie auch im Zellinneren wirksam sind. Das Labor von Prof. Thomas Krey an der Universität zu Lübeck bearbeitet die strukturbiologischen Aspekte des F-Proteins.
Weitere Informationen zum Projekt „OPERA“: https://twincore.de/de/mitteilungen/optimierte-wirkstoffe-gegen-rsv
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