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Montag, 22.06.2026

Kurz-News

Neues Kommunikationsnetzwerk im Hypothalamus

Studie in Nature Communications veröffentlicht

Vanessa Neve, Helge Müller-Fielitz und Markus Schwaninger vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie haben gemeinsam mit ihren Partnern Vincent Prévot (Frankreich) und Rubén Nogueiras (Spanien) im ERC-Synergy-Projekt „WATCH“ einen neuen Mechanismus der Signalübertragung im Hypothalamus aufgedeckt.

Die in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass Tanyzyten, spezielle Gliazellen des Hypothalamus, über synapsenähnliche Kontakte mit Neuronen verbunden sind. Diese Verbindungen ähneln klassischen neuronalen Synapsen strukturell als auch molekular. Mithilfe viraler Methoden identifizierte das Forschungsteam neuronale Populationen und Neurotransmitter, die mit verschiedenen Tanyzyten-Subtypen interagieren.

Experimente in Mausmodellen belegen die funktionelle Bedeutung dieser Kontakte: Zwei Populationen von Kisspeptin-Neuronen, zentrale Regulatoren der Sexualhormonachse, steuern unterschiedliche Tanyzyten-Populationen. Dadurch beeinflussen sie die Aktivität des hypothalamischen Netzwerks sowie die pulsatile Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) und damit die Fertilität.

Die Ergebnisse zeigen, dass Tanyzyten aktiv in neuronale Netzwerke eingebunden sind und eine wichtige Rolle bei der Feinabstimmung hormoneller Regelkreise spielen. Synapsenähnliche Verbindungen zwischen Neuronen und Tanyzyten könnten somit eine zentrale Grundlage neuroendokriner Regulation darstellen und neue Ansatzpunkte für therapeutische Eingriffe eröffnen.

Originalpublikation: 

Neve, V., Fernandois, D., Rai, S. et al. A synaptoid connectome differentiates tanycytic subpopulations and underlies neuroglial communication and neuroendocrine regulation. Nat Commun (2026). 

Mitglieder des ERC-Synergy-Projekts „WATCH“ beim Netzwerktreffen in Lübeck im Januar 2026 (Bild: UzL)