Website
Aktuelles
Dienstag, 14.07.2026

Kurz-News

Neuer Signalweg schützt Gehirngefäße im Alter

Studie in eBioMedicine veröffentlicht

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Jan Wenzel vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck hat einen neuen Mechanismus beschrieben, der die Blutgefäße des Gehirns im Alter schützt. Die Forschenden zeigen, dass die sogenannten Gαq/11-Proteine in den Endothelzellen des Gehirns sowohl die Gefäßfunktion als auch die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter erhalten. Fehlt Mäusen dieser Signalweg gezielt in den Gehirnendothelzellen, ist zunächst nur die Durchblutungsregulation nach neuronaler Aktivität oder erhöhtem CO2 gestört; im weiteren Alterungsverlauf kommen Gedächtnisdefizite sowie strukturelle Veränderungen der Blutgefäße und der weißen Substanz des Gehirns hinzu, begleitet von erhöhter Seneszenz und oxidativem Stress in den kleinsten Gehirngefäßen.

Die Experimente fanden vorwiegend am Lübecker Institut statt, in Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen aus Bad Nauheim, Hamburg, Bonn, den USA, Ungarn, Frankreich und Spanien. Gefördert wurde die Arbeit unter anderem durch das EU-Trainingsnetzwerk „ENTRAIN" und das Lübecker Schwerpunktprogramm „MI-VascAD". Die Studie erschien im Fachjournal eBioMedicine (Lancet-Gruppe) und liefert wichtige Ansatzpunkte für die Prävention vaskulärer Demenzerkrankungen, wie sie etwa durch Bluthochdruck, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen begünstigt werden.

Publikation

Spyropoulos D, Kleindienst L, Ehrich P et al.Brain endothelial Gαq/11 signalling in cerebrovascular function and cognition of aged miceeBioMedicine, 2026; 128

Zweiphotonen-mikroskopische Aufnahme von Blutgefäßen in der Gehirnrinde von Mäusen, farblich nach Tiefe codiert. Mit dieser Methode untersuchte das Team gezielt die kleinsten Gefäße, die die Durchblutung des Gehirns maßgeblich regulieren. Foto: Jan Wenzel, Universität zu Lübeck