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Freitag, 21.08.2026

Kurz-News

Neue Molekül-Karten zeigen die Chemie des Gehirns

Forschende haben neue Verfahren entwickelt, die zeigen, wie Tausende Moleküle im Gehirn verteilt sind. Die Karten können das Verständnis von Demenz, Krebs und anderen Erkrankungen verbessern und langfristig zu früheren und präziseren Diagnosen beitragen.

Herkömmliche Mikroskopiebilder zeigen Form und Aufbau von Zellen und Gewebe. Der neue Ansatz zeigt zusätzlich, wo sich unterschiedliche Moleküle befinden. Jeder Punkt einer Gewebeprobe erhält einen chemischen Fingerabdruck. Zusammengesetzt ergeben diese Punkte eine detaillierte Karte.

Die Forschenden haben Werkzeuge entwickelt, die große Datenmengen leichter verständlich machen. Damit können sie verschiedene Gewebebereiche vergleichen, kleine krankheitsbedingte Veränderungen finden und untersuchen, welche Moleküle bestimmte Bereiche kennzeichnen. Ein neuer Atlas erfasst die chemische Organisation von 123 Regionen des Mausgehirns. Ziel ist es, Krankheitszeichen zu erkennen, bevor sie in herkömmlichen Gewebebildern sichtbar werden.

Der Atlas zeigt, dass die Fettstoffe präzisen Mustern folgen. Hirnregionen, die zusammenarbeiten, besitzen oft ähnliche chemische Merkmale. Außerdem lässt sich die Chemie rund um Ablagerungen untersuchen, die mit der Alzheimer-Krankheit verbunden sind. Dies kann neue Erklärungen dafür liefern, warum manche Teile des Gehirns anfälliger sind als andere und warum Frauen ein dreifach erhöhtes Risiko als Männer haben.

Maushirn mit Visualisierung der verschiedenen Fettmoleküle und Verbindungen. (Bild: www.Pahnkelab.eu)

Prof. Jens Pahnke (Foto: Ine Eriksen)