Marvin Sieger von der Universität zu Lübeck erhält eine Förderung
Die Medienstiftung Lübeck hat das erste Stipendium an Marvin Sieger vergeben. Die Förderung ist mit einem Betrag von 2.500 Euro ausgestattet.
Marvin Sieger ist Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Menschzentrierte Interaktive Systeme an der Universität zu Lübeck und er forscht zur Rezeption von Misinformationen in sozialen Netzwerken. Am Mittwoch haben die Vorsitzende der Medienstiftung Lübeck, Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, sowie die Mitglieder des Vorstandes, Prof. Norbert Tautz und Prof. Stefan Fischer, an Marvin Sieger die Urkunde überreicht und ihm gratuliert. Prof. André Calero Valdez, an dessen Lehrstuhl Sieger tätig ist und der ihn vorgeschlagen hatte, war ebenfalls im Gartenzimmer in Haus 1 auf dem Campus dabei.
Resilienz gegenüber Desinformation
Marvin Sieger beschäftigt sich bei seiner Arbeit vor allem mit der Frage, wie technische Systeme Menschen dabei unterstützen können, Informationen kritisch zu bewerten und resilienter gegenüber Mis- und Desinformation zu werden. Sein fachlicher Zugang ist interdisziplinär: Ausgehend von seinem Hintergrund in Germanistik sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft, verbindet er Ansätze aus Medienwirkungsforschung und Soziologie mit Perspektiven aus Psychologie und Human-Computer Interaction (Mensch-Computer-Interaktion). Gerade das interdisziplinäre Arbeiten habe die Stiftung überzeugt, ihn zu unterstützen, sagte Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach.
Neben seiner Forschung übernimmt er Verantwortung in Transferprojekten. Als Projektkoordinator von „Wegweiser UX für KI“ entwickelte er eine frei zugängliche Lernplattform für gemeinwohlorientierte Organisationen; im Projekt In2Lübeck war er an der Durchführung von Bürger*innenräten beteiligt.
Marvin Sieger wird das Stipendium für eine empirische Longitudinalstudie einsetzen, in der Interventionen zur Förderung von Informationskompetenz in einer lokalen Stichprobe der Lübecker Bevölkerung untersucht werden sollen. Ziel ist es, über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Kleingruppen zu analysieren, wie sich Formate wie Workshops und Entscheidungsunterstützungssysteme und andere Interventionen langfristig auf Vertrauen, Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit zur Erkennung von Misinformationen auswirken. Die Ergebnisse sollen wissenschaftlich ausgewertet und im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung diskutiert werden, um einen Beitrag zur Sensibilisierung und zum gesellschaftlichen Austausch zu leisten.