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Donnerstag, 23.04.2026

Universität

Jahresempfang 2026

Jahresempfang 2026 der Universität zu Lübeck mit dem Präsidenten Prof. Dr. Helge Braun (rechts) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (Foto: Guido Kollmeier / Universität zu Lübeck).

Wissenschaftskommunikation im Fokus – neue Impulse, Preisverleihung und Entwicklungen des vergangenen Jahres

Beim diesjährigen Jahresempfang der Universität zu Lübeck am 23. April 2026 im Audimax stand die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation im Mittelpunkt. In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bot die Veranstaltung einen festlichen Rahmen, um zentrale Entwicklungen der Universität zu würdigen und neue strategische Schwerpunkte vorzustellen.

Um 18 Uhr eröffneten die Moderatorinnen und Psychologiestudentinnen Emily Fleischhauer und Sophie Magritz den Abend.

Beim anschließenden Grußwort hob der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, die Bedeutung der Universität für das Land hervor. „Die Universität zu Lübeck zeigt eindrucksvoll, wie exzellente Forschung und der gesellschaftliche Dialog zusammengehören. Für Schleswig-Holstein ist das ist ein echter Standortvorteil. Sie denken Wissenschaft nicht nur im Hörsaal oder im Labor, sondern auch im Austausch mit der Gesellschaft“, so Günther. „Gerade in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, Wahrheit von Falschinformation zu unterscheiden, ist starke Wissenschaftskommunikation von zentraler Bedeutung für unsere Demokratie. Die großen Herausforderungen unserer Zeit werden wir nur gemeinsam bewältigen – wenn Wissenschaft, Politik und Gesellschaft im Gespräch bleiben und einander zuhören.“

Universität zu Lübeck im Zeichen der Wissenschaftskommunikation

Im Mittelpunkt des Abends stand der Jahresbericht des Präsidenten der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Helge Braun, der die strategische Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation hervorhob. Vor dem Hintergrund globaler Umbrüche – von Künstlicher Intelligenz über biomedizinischen Fortschritt bis hin zu geopolitischen Spannungen – kommt der Wissenschaft eine zentrale Orientierungsfunktion für Gesellschaft und Politik zu. „Ich bin überzeugt, dass es unsere Verantwortung als Universität ist, Wissenschaft nicht nur exzellent zu betreiben, sondern sie auch aktiv in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.“, sagte Prof. Dr. Helge Braun. „Indem wir neue Formen des Dialogs entwickeln und gezielt den Austausch mit unterschiedlichen Zielgruppen suchen, leisten wir einen Beitrag dazu, dass Wissen Orientierung gibt und unsere Gesellschaft befähigt, die großen Zukunftsfragen gemeinsam zu gestalten.“ Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich, zugänglich und anschlussfähig zu vermitteln und so das Vertrauen nachhaltig zu stärken.

Mit der Kampagne „Wissen schafft Freiheit“ hebt die Universität zu Lübeck die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit in einer Zeit zunehmender globaler Spannungen und wachsender Skepsis gegenüber wissenschaftlicher Arbeit hervor und stärkt zugleich gezielt die mediale Sichtbarkeit des Themas.

Erstmals verliehen: Preis der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026

Im Rahmen des Jahresempfangs wurde zudem erstmals der „Preis der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026“ verliehen, der durch die Rose-Stiftung gefördert wird.

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich wurde mit dem Preis ausgezeichnet in Anerkennung seiner besonderen Leistung für die Vermittlung ernährungsmedizinischer Erkenntnisse in einem breiten Spektrum medialer Vermittlungswege, unter anderem auf dem reichweitestarken Social-Media-Kanal @ernmedblog, mit hoher Fachautorität, kritischer Einordnung und breiter Verständlichkeit.

Mit der Auszeichnung würdigt die Universität ein Mitglied der Universität, das wissenschaftliche Inhalte in besonderer Weise einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht, Begeisterung für Wissenschaft weckt und die Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Organisation von Wissenschaft außerhalb der Universität vermittelt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird künftig jährlich vergeben. Mit der Verleihung unterstreicht die Universität zu Lübeck den hohen Stellenwert der Wissenschaftskommunikation als strategisches Handlungsfeld und macht dieses Engagement auch öffentlich sichtbar.

Entwicklungen im vergangenen Jahr

Die positive Entwicklung der Universität zeigt sich auch in einer Reihe herausragender Erfolge seit dem vergangenen Jahresempfang. Zu den zentralen Meilensteinen zählt die Einwerbung von rund 29 Millionen Euro für den Aufbau eines leistungsfähigen und hochsicheren KI-Rechenzentrums. Die neue Infrastruktur stärkt den Standort für datengetriebene Forschung und ermöglicht KI-Forschung sowie die Verarbeitung hochsensibler medizinischer Daten.

Mit der Gründung einer neuen Weiterbildungsakademie setzt die Universität zudem ein starkes Zeichen für lebenslanges Lernen und den Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Auch personell wurden wichtige Weichen gestellt: Mit Prof. Dr. Moreen Heine als Vizepräsidentin für Transfer und Nachhaltigkeit sowie Prof. Dr. Till Tantau als Vizepräsident für Lehre wurde das Präsidium vervollständigt.

In der Forschung unterstreicht die Einwerbung mehrerer Verbundprojekte die Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke der Universität: Dazu zählt die weitere Förderung des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“, an dem die Universität zu Lübeck als Mitantragstellerin mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beteiligt ist und in dem an der Verbesserung von Diagnose, Behandlung und Prävention chronisch-entzündlicher Erkrankungen gearbeitet wird. Im Sonderforschungsbereich „Fundamente der Zirkadianen Medizin“ ist sie Ko-Sprecherhochschule und erforscht den Einfluss biologischer Tagesrhythmen auf Gesundheit und Krankheit. Mit dem Graduiertenkolleg „Protektive und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen“ stärkt sie die Nachwuchsförderung in der Immunologie und Data Science. Ergänzt wird dies durch eine neue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsgruppe zu Entzündungen in Blutgefäßen und deren Rolle bei Gefäßerkrankungen.

Ein besonderes Highlight des Abends war der Science Slam von Ulrike Krämer, die eindrucksvoll zeigte, wie wissenschaftliche Inhalte verständlich und zugleich unterhaltsam vermittelt werden können. Das Format steht exemplarisch für den Anspruch der Universität, Wissenschaft nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen.

Auch die Studierendenschaft beteiligte sich am Programm: Finn Brüggemann, Vorsitzender des AStA der Universität zu Lübeck, richtete sich mit einem Beitrag an die Gäste. 

Musikalisch begleitet wurde der Abend von Emi Adomakoh, Sven Rieper und Wiebke Hahn, die mit ihren Beiträgen – darunter „Sway“ und „Happy“ – für einen stimmungsvollen Ausklang sorgten.

Ministerpräsident Daniel Günther betonte die Bedeutung der Universität zu Lübeck für das Land Schleswig-Holstein und hob die zentrale Rolle der Wissenschaftskommunikation für den gesellschaftlichen Dialog hervor.

Prof. Dr. Helge Braun bei seiner Rede beim Jahresempfang 2026 der Universität zu Lübeck (Foto: Guido Kollmeier / Universität zu Lübeck).

Preisverleihung „Preis der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026“: (v.l.n.r.) Axel Bülow, Vorsitzender der Rose-Stiftung, Preisträger Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich und Prof. Dr. Helge Braun (Foto: Guido Kollmeier / Universität zu Lübeck).

Preisträger des „Preises der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026“: Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich (Foto: Guido Kollmeier / Universität zu Lübeck).