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Mittwoch, 14.06.2017

Studium

Die neuen Studiengänge

Hebammenwissenschaft, Ergotherapie, Logopädie,
Hörakustik und Audiologische Technik

Die Universität komplettiert ihr Portfolio im Studienangebot für die Gesundheitsfachberufe

Die Universität zu Lübeck bereitet zum Herbst die Einführung der vier neuen Studiengänge Hebammenwissenschaft, Logopädie, Ergotherapie sowie Hörakustik und Audiologische Technik vor.

Der Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft wird damit erstmals an einer Universität in Deutschland angeboten, bisher war dieses Studium ausschließlich an Fachhochschulen möglich. „Gerade sind wir dabei die Vorlesungen zu planen“, sagt Nele Stejskal, die den Studiengang koordiniert. Die gelernte Hebamme kümmert sich darum, dass alles fertig ist, wenn die neuen Studierenden kommen. Dazu gehört auch, dass sie mit Kooperationspartnern spricht. 20 Plätze gibt es für das duale Studium, das nach sechs Semestern die staatliche Prüfung zur Hebamme / Entbindungspfleger integriert und nach einer Regelstudienzeit von acht Semestern mit dem Bachelor abschließt. Bisher war ausschließlich die Ausbildung zur Hebamme möglich, die durch die Akademie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH-Akademie) durchgeführt wird.

Prof. Dr. Achim Rody, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf dem Campus Lübeck, sieht den neuen Studiengang als „Fortschritt für den Berufsstand Hebamme“. Für deutsche Hebammen sei es bis-her schwierig gewesen im Ausland zu arbeiten, da die Ausbildung nicht überall anerkannt wurde. Durch das Studium solle sich dies zukünftig ändern.

„Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen“, sagt  Rahel Zeitz, die am UKSH im dritten Ausbildungsjahr ist. Der Job sei durchaus vielfältig: Zu dem Aufgabenbereich gehöre die Vorbereitung der Familie auf die Geburt, die Schwangerenvorsorge, die Geburt an sich und schließlich die Nachsorge von Mutter und Kind. Dass das Studium Hebammenwissenschaft bald in Lübeck angeboten wird, findet sie spannend. „Beim Studium kommt man sicher mehr ins wissenschaftliche Arbeiten als bei einer Ausbildung“, sagt die 21-Jährige. Voraussetzung für das duale Studium ist das Abitur sowie ein vierwöchiges Praktikum im geburtshilflichen Bereich. Bewerbungen  gehen im ersten Schritt über die UKSH-Akademie und anschließend an die Universität zu Lübeck und sind ganzjährig möglich.

Ab dem Wintersemester 2017/18 starten an der Universität zu Lübeck ebenfalls die beiden additiven Bachelorstudiengänge Logopädie und Ergotherapie, mit denen sich bereits berufsausgebildete Logopädinnen und Logopäden und Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten akademisch weiter qualifizieren können. Aufbauend auf dem Wissen und den Fertigkeiten der Berufsausbildung und ergänzend zur bisherigen Praxiserfahrung erhalten die Studierenden eine wissenschaftliche Fundierung und können sich durch gezielte Schwerpunktsetzungen ihr individuelles professionelles Profil ausgestalten.

„Die Gesundheitsfachberufe leisten auch heute schon Entscheidendes für die Gesundung und Gesunderhaltung der Patientinnen und Patienten“, sagt Studiengangsleiter Prof. Dr. Thomas Münte, Direktor der Klinik für Neurologie. „Eine bessere, vertiefte Ausbildung wird sich in jedem Fall nachhaltig auf die Qualität der Versorgung auswirken, was bei einer alternden Gesellschaft von großer Bedeutung ist.“

In den allermeisten EU-Ländern ist eine akademische Ausbildung in diesen Berufen bereits heute Realität, womit auch ein anderes Selbstverständnis erwächst. Den Absolventinnen und Absolventen werden viele Wege offenstehen: Führungspositionen in Kliniken und Verwaltung, wissenschaftliche Tätigkeiten, aber natürlich auch der klassische Weg in die eigene Praxis.

Unter dem Motto „Persönlich, interprofessionell, exzellent“ sind die Studiengänge in Lübeck direkt an die Universitätsmedizin angeschlossen. Sie sind zudem, wie Studiengangskoordinatorin Dr. Janine Simons betont, eng mit der Psychologie sowie den anderen am Campus vertretenen Gesundheitswissenschaften verbunden (Physiotherapie, Pflegewissenschaft und dem ebenfalls neuen Studiengang der Hebammenwissenschaft). Ein konsekutives Masterstudium im Bereich der Gesundheitswissenschaften an der Universität ist vorgesehen.

Außerdem ist zum Wintersemester 2017/18 die Einführung des Masterstudiengangs Hörakustik und Audiologische Technik geplant, der gemeinsam von der Universität zu Lübeck und der Fachhochschule Lübeck angeboten und unter Mitwirkung der Musikhochschule Lübeck durchgeführt wird. Die Administration liegt bei der Universität zu Lübeck. Der Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelorabschluss in der Hörakustik, der Medizinischen Ingenieurwissenschaft oder einem artverwandten Studiengang, die einen forschungsorientierten Master of Science im Bereich der Hörakustik und Audiologischen Technik erwerben möchten.

Das Studium des Wintersemesters 2017/18 beginnt am 9. Oktober.

Hebammenwissenschaft: Prof. Dr. Achim Rody mit Studiengangskoordinatorin Nele Stejskal (links) und Team (Fotos: Thomas Berg / Uni Lübeck)

Logopädie: Studiengangskoordinatorin Dr. Janine Simons (rechts) bei der Demonstration einer Untersuchung der Atemwege

Ergotherapie: Akademische Ausbildung bewirkt ein verändertes Selbstverständnis in den Gesundheitsfachberufen