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Montag, 08.06.2026

Universität

Großübung am Flughafen

Verletzte werden im Flughafen-Gebäude versorgt. (Foros: Elena Vogt / Uni Lübeck)

400 Beteiligte haben für den Ernstfall geprobt

Dunkler Rauch steigt auf dem Rollfeld des Lübecker Flughafens Blankensee auf. Ein Flugzeug und ein Tanklaster sind kollidiert, 30 Personen werden verletzt, Angehörige stehen am Terminal und sehen das Unglück mit an - so ist das Szenario, dass am Samstag bei einer groß angesetzten Übung geprobt wurde.

Die Beteiligten sichteten die Lage, führten Erstmaßnahmen durch, löschten den Brand, versorgten die Verletzten und transportierten sie (scheinbar) in Kliniken ab. Bei der großen Anzahl an Verletzten sei dies eine herausfordernde Aufgabe, sagt Dr. Holger Maurer. Er ist neben Dr. Klaas Franzen, Andrea Baron, Dr. Charlotte Söling, Dr. Laura Over-Müller, Lars Meßer und Christine Beneke einer der Organisator*innen von der Universität zu Lübeck. Geplant wurde die Großübung gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Lübeck und der Werkfeuerwehr des Flughafen Lübecks. 

Zusammenarbeit im Mittelpunkt

Im Fokus stand die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen der Bundespolizei, der Landespolizei Schleswig-Holstein, der Berufsfeuerwehr Lübeck, den Freiwilligen Feuerwehren Lübecks sowie der Werkfeuerwehr des Flughafens, dem Rettungsdienst der Hansestadt Lübeck, der Psychosozialen Notfallversorgung, dem Technischen Hilfswerk, den klinischen Einrichtungen und der Universität zu Lübeck unter Beteiligung von Lernenden/Auszubildenden (Feuerwehr Akademie und Notfallsanitäterschule) und Studierenden der Pflegewissenschaften und Humanmedizin der Universität zu Lübeck. 

"Ich bin sehr zufrieden, alle haben miteinander geübt und es hat sehr gut funktioniert", sagt Dr. Klaas Franzen von der Medizinischen Klinik III nach der Durchführung. Die Großübung fand bereits zum vierten Mal statt und wurde 2026 erstmals am Flughafen Lübeck-Blankensee durchgeführt. 

Deutsch-dänische Zusammenarbeit

Diese und eine weitere Übung am 9. Juni 2026 in Dänemark fanden innerhalb des Forschungsvorhabens Flashlight statt. Dies ist ein deutsch-dänisches Interreg-6A-Projekt, welches seit 2025 und noch bis 2028 läuft. Es soll die  grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Bevölkerungsschutz der Fehmarnbelt-Region verbessern.

Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Trainings- und Kommunikationsformate für Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Katastrophenschutz. Dazu gehören VR-gestützte Übungsumgebungen, Eye-Tracking-Feedbacksysteme, interkulturelle und sprachliche Trainingsmodule sowie gemeinsame Planspiel- und Großübungen. Flashlight wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm Interreg Deutschland–Danmark 2021–2027 gefördert. Leadpartner ist die Universität zu Lübeck mit der Medizinischen Klinik III.

 

Dr. Klaas Franzen steht am Rollfeld vor dem Übungszenario und gibt dem NDR ein Interview.