Professorinnenprogramm 2030 fördert Frauen in der Wissenschaft
Den Frauenanteil an Professuren erhöhen, Wissenschaftlerinnen in ihrer Karriereentwicklung unterstützen und die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen nachhaltig verbessern – das steht im Fokus des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern. Die Universität zu Lübeck hat mit ihrem Gleichstellungskonzept für Parität 2030 nun ein unabhängiges Gremium überzeugt und wurde in der dritten Auswahlrunde des Professorinnenprogramms 2030 erfolgreich bewertet. Damit ist die Universität berechtigt, bis zu drei Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu beantragen. Mit der erneuten Auswahl gehört die Universität zu Lübeck zu den Hochschulen, deren Gleichstellungskonzepte in allen vier bisherigen Programmphasen positiv bewertet wurden.
Mit ihrem Gleichstellungskonzept für Parität 2030 setzt die Universität zu Lübeck auf innovative und zielgerichtete Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf der Weiterentwicklung von Berufungsverfahren sowie der Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen.
„Die positive Bewertung unseres Gleichstellungskonzepts freut uns sehr, denn sie zeigt, dass wir mit unseren Maßnahmen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um mehr Frauen für wissenschaftliche Karrieren zu gewinnen und unsere Universität zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Dr. Helge Braun, Präsident der Universität zu Lübeck. Moreen Heine, Vizepräsidentin für Transfer und Nachhaltigkeit ergänzt anlässlich des positiven Bescheids: „Die zusätzlichen Fördermittel eröffnen uns weiteren Gestaltungsspielraum, diesen Weg konsequent fortzusetzen und die Gleichstellung weiter zu stärken. Damit können wir erfolgreiche Maßnahmen weiter ausbauen und Wissenschaftlerinnen auf ihrem Karriereweg noch gezielter unterstützen.“
Das Professorinnenprogramm ist seit 2008 das zentrale Instrument von Bund und Ländern, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern. „Im Professorinnenprogramm geht es nicht nur um einzelne Berufungen, sondern um einen tiefgreifenden Kulturwandel: Wir stärken die Gleichstellung strukturell, fördern tragfähige Konzepte und unterstützen Frauen gezielt auf ihrem Weg in wissenschaftliche Spitzenpositionen. Zugleich verankern wir nachhaltig eine Kultur, in der Chancengerechtigkeit selbstverständlich ist. Ich freue mich über die rege Beteiligung in allen drei Auswahlrunden und beglückwünsche die erfolgreichen Hochschulen zu ihren überzeugenden Gleichstellungskonzepten“, so Falko Mohrs, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur und stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz.
Im Vergleich zu Männern sind Frauen bei den Bildungsabschlüssen bis einschließlich zur Promotion mindestens genauso erfolgreich. Dennoch sinkt der Frauenanteil im Wissenschaftssystem mit steigender Qualifikationsstufe: Überwiegt jeweils bei Abitur und Studienbeginn der Anteil der jungen Frauen leicht, so machen Doktorandinnen nur noch 46 Prozent und Habilitandinnen sogar nur 36 Prozent aus. In der Professorenschaft sinkt der Frauenanteil dann weiter auf aktuell 30 Prozent. An dieser Stelle setzt das Professorinnenprogramm an und unterstützt qualifizierte Hochschulen dabei, gleichstellungsfördernde Maßnahmen umzusetzen.
Das Professorinnenprogramm 2030 verbessert die Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Hochschulen sowie alle Hochschultypen. Schwerpunkte liegen unter anderem auf dem Berufungsmanagement, dem Gleichstellungscontrolling sowie der Förderung von Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase. Bund und Länder stellen für das Professorinnenprogramm 2030 insgesamt 320 Millionen Euro über eine Laufzeit von erstmalig acht Jahren zur Verfügung. Über alle Programmphasen hinweg konnten bisher 1.085 Professuren über das Professorinnenprogramm gefördert werden.