Website
Aktuelles
Montag, 12.10.2026

Studium

Ein neuer Abschnitt: von der Theorie in die klinische Praxis

Geschafft: Nach dem bestandenen Physikum blicken die Studierenden mit Vorfreude auf den klinischen Studienabschnitt (Fotos: Guido Kollmeier/Universität zu Lübeck).

Für rund 220 Studierende der Humanmedizin beginnt der klinische Studienabschnitt

Beobachten, zuhören, untersuchen, Befunde einordnen, Entscheidungen treffen – mit dem Beginn des klinischen Studienabschnitts verändert sich der Blick auf das Medizinstudium: Für rund 220 Studierende der Humanmedizin begann am 12. Oktober 2026 der Teil ihres Studiums, in dem medizinisches Wissen zunehmend auf konkrete Patient*innen und klinische Situationen trifft. Eine gemeinsame Veranstaltung würdigte diesen besonderen Übergang nach dem bestandenen Physikum.

Studiengangsleiter Prof. Dr. Jost Steinhäuser begrüßte die Studierenden und beschrieb den klinischen Studienabschnitt als „wahrscheinlich schönste Phase des Studiums“. Aus dem Lernen für Klausuren werde zunehmend ein Lernen mit und für die Patient*innen.

Was bisher vor allem im Hörsaal gelernt wurde, bekommt eine neue Dimension. Krankheiten werden nicht mehr nur anhand von Lehrbüchern und Fallbeispielen betrachtet, sondern begegnen den Studierenden in konkreten klinischen Situationen. Dabei geht es nicht nur um medizinisches Wissen und praktische Fertigkeiten: Mit jeder Begegnung wächst auch die Verantwortung, die eigene Haltung zu reflektieren und die eigene ärztliche Rolle zu entwickeln. Prof. Steinhäuser riet den Studierenden: „Verlieren Sie nie den Menschen hinter der Krankheit aus den Augen.“

Dass ärztliches Handeln weit über Diagnosen und Therapien hinausgeht, machte auch das Grußwort von Dr. Gisa Andresen, Vizepräsidentin der Ärztekammer Schleswig-Holstein, deutlich. „Sie dürfen sich jetzt einsetzen für die Menschen, für die Medizin gemacht wurde: die Patientinnen und Patienten.“ Dabei sei insbesondere die Fähigkeit zur Empathie entscheidend und eine Grundlage für eine angemessene und einfühlsame Kommunikation mit den Patient*innen.

Gleichzeitig ermutigte Dr. Andresen die angehenden Mediziner*innen Fragen zu stellen, Feedback einzufordern und offen mit Fehlern umzugehen. Aus Fehlern zu lernen und Erfahrungen zu teilen, sei wichtig für eine gute medizinische Praxis.
 
Auch Nele Hansen aus dem 11. Semester Fachsemester machte den Studierenden Mut für den neuen Abschnitt: „Es erwartet niemand, dass ihr ab morgen auf Chefärzt*innen-Niveau denken und handeln könnt“. Sie empfahl ihren Kommilito*innen unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, etwa durch Austauschprogramme. Ebenso wichtig sei es, eigene Interessen und Hobbys neben dem Studium nicht aus den Augen zu verlieren. 

Der klinische Studienabschnitt ist damit mehr als der Wechsel vom Schreibtisch ans Krankenbett. Er bietet Gelegenheit, Wissen praktisch anzuwenden, Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt eine eigene ärztliche Identität zu entwickeln. 

Studiengangsleiter Prof. Dr. Jost Steinhäuser beglückwünschte die Studierenden zum Physikum und bestärkte sie auf ihrem weiteren Weg zum ärztlichen Denken und Handeln.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Prof. Dr. Lars Redecke (rechts) als bester Dozent im Studiengang Medizin des Jahres gewürdigt. Malte Thiel (links) hielt die Laudatio.

Nele Hansen aus dem 11. Semester gab ihre Tipps rund um die Gestaltung des klinischen Studienabschnitts weiter.