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Dienstag, 26.05.2026

Forschung

Dr. Jorge Roser erhält MSCA Fellowship

Dr. Jorge Roser vom Intitut für Medizintechnik erhält prestigeträchtiges Marie Skłodowska-Curie Actions Fellowship (Bild: privat).

Die Europäische Union fördert das Forschungsvorhaben COSINE von Dr. Jorge Roser unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Magdalena Rafecas am Institut für Medizintechnik mit rund 202.000 €.

Im Zentrum von COSINE (COmpton Scatter based Imaging for Nuclear Emissions) steht ein bislang weitgehend ungenutztes Signal in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), einem bildgebenden Verfahren, das in Diagnostik und Therapieplanung etwa bei onkologischen, neurologischen oder kardiologischen Fragestellungen eingesetzt wird. PET-Geräte messen Photonenpaare, die beim Zerfall radioaktiver Substanzen im Körper entstehen. Ein Teil dieser Photonen wird durch die sogenannte Compton-Streuung abgelenkt und gilt in der herkömmlichen Auswertung als unerwünschtes Signal, das verworfen wird.

Aus Rauschen Information machen

Das Projekt verfolgt die Hypothese, dass Compton-Ereignisse verwertbare Information über den Ursprung der Strahlung enthalten. Dr. Jorge Roser entwickelt dafür neue mathematische Modelle der zugrunde liegenden Physik und prüft anhand von Monte-Carlo-Simulationen und Daten von PET-Scannern, ob sich damit die Bildqualität messbar verbessern lässt. „Das MSCA Postdoctoral Fellowship der EU ermöglicht es mir, in Lübeck an der Informationsgewinnung aus PET-Daten zu arbeiten. Der Fokus liegt auf den Daten, die häufig als Rauschen betrachtet werden. So lassen sich Strahlenbelastung senken und die Diagnostik präziser machen." erklärt Roser zur Motivation hinter COSINE.

Geringere Strahlenbelastung, präzisere Diagnostik

Eine höhere Empfindlichkeit der PET hat unmittelbar medizinische Konsequenzen. Da ein größerer Teil der aufgenommenen Daten verwendet werden kann, reduziert sich die Menge radioaktiver Substanzen, die verabreicht werden muss. Damit wird die Strahlenbelastung der Untersuchten gesenkt, was insbesondere für Schwangere und Kinder relevant ist. Alternativ lassen sich bei gleicher Dosis genauere Bilder erzeugen. Das eröffnet Spielräume für eine präzisere Diagnostik, eine individuellere Therapiesteuerung und belastbarere präklinische Studien mit Radioisotopen.

Vom Humboldt-Forschungsstipendium zur European Postdoctoral Fellowship

Roser begann seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Nuclear Imaging von Frau Prof. Dr. Magdalena Rafecas an der Universität zu Lübeck, unter anderem im Rahmen eines renommierten Humboldt-Forschungsstipendiums für Postdoktoranden der Alexander von Humboldt-Stiftung. Durch das prestigeträchtige MSCA Postdoctoral Fellowship kann er seine Forschungstätigkeit am Lübecker Standort fortsetzen.

Das Projekt COSINE wird von der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions (Horizon Europe) gefördert.

Kontakt

Dr. Jorge Roser
Institut für Medizintechnik
Universität zu Lübeck
jorge.rosermartinez(at)uni-luebeck(dot)de