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Freitag, 20.03.2026

Forschung

Das IMIS unter neuem Namen

Menschzentrierung im Mittelpunkt

Das Institut für Menschzentrierte Interaktive Systeme (IMIS) hat sich umbenannt. Der neue Name – ehemals Institut für Multimediale und Interaktive Systeme – schärft das Profil des IMIS und rückt die Menschzentrierung noch deutlicher in den Mittelpunkt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1997 hat sich das Institut kontinuierlich weiterentwickelt. Der Begriff „Multimedia“ stand damals paradigmatisch für die Integration von Text, Bild, Ton und Video zu einem neuartigen interaktiven Medium. In der heutigen wissenschaftlichen Terminologie hat er jedoch an Bedeutung verloren und beschreibt weder den aktuellen Stand noch die inhaltliche Ausrichtung der Forschung am IMIS.

Heute versteht sich das IMIS als interdisziplinäres Institut an der Schnittstelle von Informatik, Psychologie und Design im Forschungsfeld der Human-Computer Interaction. Im Zentrum stehen die Erforschung und Gestaltung menschzentrierter interaktiver Systeme. Dabei fungiert das Institut als Brücke zwischen technologisch-orientierter Informatik- und KI-Forschung einerseits und empirisch-psychologisch fundierter Technikgestaltung für den Menschen andererseits. Menschzentrierung bildet die theoretische und methodische Grundlage der Forschungs- und Lehrtätigkeit – und wird mit der Umbenennung nun auch namentlich präzise abgebildet.

Anlässlich der Umbenennung lud das IMIS am Mittwoch, 18. März, zu einer Veranstaltung im MFC1 ein. Mitarbeitende und Studierende erhielten Einblicke in aktuelle Forschungsthemen, Labore und Transferaktivitäten des Instituts.

Im Rahmen der Veranstaltung hielten zudem drei Professorinnen und Professoren ihre Antrittsvorlesungen:

  • Prof. Dr. Hans-Christian Jetter (Interaktionsdesign und User Experience) stellte die Menschzentrierung im Interaktionsdesign in den Mittelpunkt. „Die Forschung im Bereich des Interaktionsdesigns macht interaktive Computersysteme und KI menschzentriert. Im Zentrum steht die systematische Entwicklung und Bereitstellung von Bedien- und Visualisierungskonzepten, die an die Fähigkeiten des Menschen angepasst sind“, erklärt Jetter.
  • Prof. Dr. André Calero Valdez (Human-Computer Interaction und Usable Safety Engineering) widmete sich der Frage, wie Technik in einer hochvernetzten Welt so gestaltet werden kann, dass Menschen, Gesellschaft und Umwelt sicher und resilient existieren können. „Sichere Mensch-KI-Zusammenarbeit erfordert eine konsequent menschzentrierte und systemische Gestaltung“, betont Calero Valdez. Dabei ermögliche eine soziotechnische Perspektive die ganzheitliche Gestaltung sicherheitskritischer Technologien.
  • Prof. Dr. Moreen Heine (E-Government und Open Data Ecosystems) beleuchtete das Zusammenspiel von digitalen Technologien und traditionellen bürokratischen Strukturen. Der Vortrag zeigte, wie digitale Transformation Prozesse, Entscheidungslogiken und Handlungsspielräume in der öffentlichen Verwaltung verändert. Eine menschenzentrierte Gestaltung wurde als Schlüssel für zukunftsfähige öffentliche Institutionen herausgestellt.

Im Foyer veranschaulichten interaktive Forschungsexponate und Demos aus allen fünf Arbeitsgruppen die vielfältigen Facetten der Mensch-Technik-Interaktion. Zudem wurde mit dem InfoVis-Labor „BRiDGE“ ein neues Entwicklungs-, Simulations- und Verhaltenslabor eingeweiht. Das „BRiDGE“ ermöglicht es, neue Konzepte für die Teamarbeit in Leitständen, Kontrollräumen und Lagezentren zu entwickeln und unter realistischen Bedingungen zu testen.