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Donnerstag, 28.11.2019

Forschung

Auswirkungen von Umweltfaktoren während der Schwangerschaft auf die Nachkommen

Umweltfaktoren erhöhen das Risiko für metabolische Erkrankungen (Abb.: Ölkrug)

Kontext Klimawandel: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Forschung von Dr. Rebecca Ölkrug am CBBM der Universität zu Lübeck

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat in ihrer letzten Sitzung einen Förder-antrag von Dr. Rebecca Ölkrug in Höhe von 348.905 Euro über die Untersuchung des Einflusses von Umweltfaktoren während der Schwangerschaft auf die metabolischen Parameter der Nachkommen bewilligt.
 
Dr. Ölkrug ist seit vier Jahren am Center for Brain, Behavior and Metabolism (CBBM) der Universität zu Lübeck tätig. Sie forscht als Postdoc in der Arbeitsgruppe Molekulare Endokrinologie von Prof. Jens Mittag. Die renommierte Einzelförderung der eigenen Stelle, die allgemein als der erste wichtige Schritt in ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit gesehen wird, ermöglicht Dr. Ölkrug nun drei Jahre lang die eigenständige Forschung an einem höchst aktuellen Thema, welches gerade im Kontext Klimawandel zurzeit intensiv diskutiert wird.
 
„Auch wenn die Wissenschaft bereits große Erfolge im Bereich Umwelt- und Lifestylefak-toren und deren Einfluss auf unsere Gesundheit erzielt hat, ist bislang wenig darüber bekannt, wie sich diese Faktoren bereits im Mutterleib auf die spätere Gesundheit der Babys auswirken können“, sagt Dr. Ölkrug. Im besonderen Fokus der Forschung wird stehen, ob eine Änderung der Außentemperatur während der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Gesundheit der Nachkommen im Erwachsenenalter hat.
 
Erste Daten sind sehr vielversprechend, dennoch bleibt Dr. Ölkrug vorerst zurückhaltend: „Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, zunächst kritische Stoffwechselfaktoren in den Müttern zu identifizieren, die sensibel auf Änderungen in der Umwelt reagieren und sich während der Schwangerschaft negativ auf das epigenetische Programm der Nachkommen auswirken können. Diese Änderungen in der sogenannten fötalen Programmierung der Nachkommen können im Erwachsenenalter die Entstehung einer Adipositas o-der Typ II Diabetes begünstigen, aber bis wir alle zugrundeliegenden Mechanismen verstehen werden, ist es noch ein weiter Weg.“
 
„Die Bewilligung dieses ambitionierten Forschungsvorhabens von Frau Dr. Ölkrug durch die DFG ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie nachhaltig und erfolgreich die universitären Förderstrukturen an der Universität zu Lübeck und am CBBM funktionieren“, sagt Arbeitsgruppenleiter Prof. Jens Mittag. „Die vorläufigen Daten in ihrem Antrag konnte Frau Dr. Ölkrug selbstständig dank der universitären Juniorförderung der Sektion Medizin generieren, und der Wissenschaftspreis der Universität 2018 für ihre Arbeit hat sie weiter darin bestärkt, sich für diese kompetitive Förderungslinie zu bewerben.“

Dr. Rebecca Ölkrug