Studie aus dem Institut für Ernährungsmedizin und dem Institut für Medizinische Informatik wurde in der Fachzeitschrift JMIR mHealth and uHealth veröffentlicht
Bislang ist eine kontinuierliche und nicht-invasive Bestimmung des Blutzuckers nur eingeschränkt möglich. Forschende der Universität zu Lübeck haben nun einen Algorithmus entwickelt, mit dem sich Glukosewerte anhand nicht-invasiver Sensordaten berechnen lassen. Zum Einsatz kamen ein Sensorarmband, das unter anderem Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit und Hauttemperatur erfasst, sowie eine handelsübliche Smartwatch. In früheren Untersuchungen wurde bereits gezeigt, dass sich unter standardisierten Bedingungen Zusammenhänge zwischen den Sensordaten und Glukosewerten identifizieren lassen.
In der nun veröffentlichten Studie wurde der Ansatz auf den Alltag ausgeweitet. Der Algorithmus wurde sowohl anhand von Daten gesunder Personen als auch von Personen mit Übergewicht oder Adipositas weiterentwickelt. Damit wurde untersucht, ob sich die nicht-invasive Glukosebestimmung auch bei Personen anwenden lässt, deren Stoffwechsel sich von dem gesunder Personen unterscheidet. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigen, dass die Kombination verschiedener physiologischer Sensordaten grundsätzlich auch unter Alltagsbedingungen zur Berechnung von Glukosewerten eingesetzt werden kann. Die Studie liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung einer kontinuierlichen und nicht-invasiven Überwachung des Glukosestoffwechsels.