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Die Preise der Universität

Renate-Maaß-Forschungspreis

Die Förderungen der Renate-Maaß-Stiftung sind der Würdigung der Lübecker Hirnforschung und ihrer Wissenschaftler*innen gewidmet. Die Universität zu Lübeck zeichnet durch diese Mittelzustiftung jährlich eine/n Preisträger*in mit dem Renate-Maaß-Forschungspreis aus.

Aktuelle Preisträgerinnen und Preisträger

Dr. Anna Cirkel gewinnt Forschungspreis

Der Renate-Maaß-Forschungspreis wird jährlich durch die Universität zu Lübeck vergeben und dient...

Der Renate-Maaß-Forschungspreis wird jährlich durch die Universität zu Lübeck vergeben und dient der Auszeichnung herausragender Forschungsleistungen auf einem Gebiet der in Lübeck erreichten Fortschritte in der Hirnforschung. Der Vorstand der Renate Maaß-Stiftung hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, den Renate-Maaß Preis 2021 an Frau Dr. Cirkel zu vergeben.

Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Tätigkeit von PD Dr. med. Anna Cirkel sind der Einfluss von Schilddrüsenhormonen auf Gehirn, Gedächtnis und Verhalten. Zunächst untersuchte sie in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt den Einfluss von Schilddrüsenhormonen auf das Gehirn und das Gedächtnis. Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion leiden an Gedächtnisstörungen. Warum es zu solchen Gedächtnisstörungen kommt und was genau im Gehirn dabei passiert ist jedoch noch weitgehend unbekannt.

Im Rahmen ihrer Analysen konnte die Wissenschaftlerin zeigen, dass die Schilddrüsenüberfunktion einen bestimmten Teil des Kleinhirns bei der Durchführung von Gedächtnistests vermehrt aktiviert und dieser zudem an Substanzgröße zunimmt. Auch wird die Blutzufuhr gesteigert. Hingegen führte eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer Abnahme an Substanzgröße in dem gleichen Teil des Kleinhirns, sowie zu einem entgegengesetzten Ergebnis von Gedächtnistests. Genau dieser Teil des Kleinhirns ist für Gedächtnisfunktionen verantwortlich und somit ist davon auszugehen, dass daraus jene Gedächtnisstörungen ausgelöst werden könnten.

Die neuen Befunde ermöglichen erstmals, die Veränderungen im Gehirn durch Schilddrüsenüberfunktion näher zu verstehen und eröffnen neue Behandlungsansätze, idealerweise in genau jedem Teil des Kleinhirns. Das Projekt konnte im Rahmen des Else Kröner Memorial Stipendiums, dass die Antragsstellerin erhielt, fortgesetzt werden. Hierbei wurden spezielle Patienten untersucht mit genetischen Veränderungen in einem Schilddrüsenhormon-Rezeptor. Diese Patienten zeigen Ähnlichkeiten zu Patienten mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts Syndrom (ADHS). Auch bei diesen Patienten konnten sich Hirnveränderungen nachweisen, sodass davon auszugehen ist, dass auch bei diesen Patienten das Gehirn maßgeblich für jene neuropsychologischen Veränderungen der Aufmerksamkeit verantwortlich ist.

Erst kürzlich hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschlossen den Erstantrag für den TransRegio Sonderforschungsbereich „LocoTact“ der Universtitäten Essen, Lübeck und der Charité Berlin zu bewilligen. Hierbei wird die lokale Wirkung von Schilddrüsenhormonen in Gehirn, Herz und Leber näher analysiert. Die Antragsstellerin ist gemeinsam mit Prof. Thomas Münte Teilprojektleiterin und plant den lokalen Einfluss von Schilddrüsenhormonrezeptoren und -transportern auf das Gehirn näher zu analysieren. Hierbei sollen Patienten mit Schilddrüsenhormon-Rezeptor-Veränderungen näher hinsichtlich Veränderungen der Aufmerksamkeit und Hyperaktivität untersucht werden, sowie auch Patienten mit Veränderungen in einem weiteren Schilddrüsenhormon-Rezeptor näher analysiert werden. Zudem werden Patienten mit Variationen in Schilddrüsenhormon-Transportern, insbesondere mit Variationen in dem Transporter, der die Schilddrüsenhormone ins Gehirn manövriert untersucht.

Auf lange Sicht ist das Ziel des TransRegio Sonderforschungsbereichs sich neue Einblicke zu erschaffen, wie man die lokale Schilddrüsenhormonwirkung zur Therapie der Volkskrankheiten Schlaganfall, Herzinfarkt und Fettleber einsetzen könnte. Um dies zu erreichen ist es jedoch erforderlich, dass lokale Effekte von systemweiten Veränderungen von Schilddrüsenhormonen abgegrenzt werden, damit sie therapeutisch nutzbar gemacht werden können.

Der Forschungspreis würdigt mit einer Dotierung in Höhe von 3.000 Euro besondere Leistungen auf einem Gebiet der Hirnforschung und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen bis 35 Jahre (zum Zeitpunkt der Antragstellung). Übergeben wird die Auszeichnung am 24.November im Lübecker Kolosseum. 

Verleihung

Der Preis wird im Rahmen der jährlich im November stattfindenden Preisverleihung im Rathaus verliehen.

Bewerbung

Ihre Bewerbungsunterlagen sollten aus einem Anschreiben zur Erläuterung Ihrer bisherigen Forschungsarbeiten, Ihres Werdeganges und Ihrer wissenschaftlichen Perspektive (max. 2-3 Seiten), Ihrem CV, Ihrer Publikationsliste, zwei Referenzschreiben und einer allgemeinverständlichen Kurzdarstellung ihrer Forschungstätigkeit inkl. Foto mit Genehmigung für die Verwendung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit bestehen. Einzureichen ist Ihre Bewerbung bei:

Prof. Dr. med. Werner Solbach
Vorstand Renate-Maaß-Stiftung
c/o Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160, Haus 1
23562 Lübeck
Tel.: 0451 / 3101-1947
werner(dot)solbach(at)uni-luebeck(dot)de 

Kriterien

Der Forschungspreis würdigt mit einer Dotierung in Höhe von 3.000 Euro besondere Leistungen auf einem Gebiet der Hirnforschung und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen bis 35 Jahre (zum Zeitpunkt der Antragstellung). Ausschreibung 2021 Der Bewerbungsschluss ist am 1. September 2021.

Chronik

2020

Dr. med. Malte Wöstmann, Institut für Psychologie

2019

Dr. med. Anne Weißbach, Institut für Neurogenetik

2018

Dr. phil. Sarah Jessen, Klinik für Neurologie

2017

Dr. rer. nat. Elinor Tzvi-Minker, Center of Brain, Behaviour and Metabolism

2016

Dr. rer. nat. Christiane E. Koch, AG Chronophysiologie

2015

Dr. med. Christina Lill, Institut für Neurogenetik

2014

Dr. rer. nat. Sonja Binder, Institut für Neuroendokrinologie 

2013

Dr. med. Björn Machner, Klinik für Neurologie

2012

Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrike Krämer, Klinik für Neurologie

2011

PD Dr. rer. nat. Katja Lohmann, Institut für Neurogenetik

2010

Dr. med. Eva-Kristin Würfel, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin