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Aktuelles zur Universität und dem Campus

Meine Woche (19) - Blog des Präsidenten

Freitag, 13.10.2017

Prof. Dr. Hendrik Lehnert

Professor Hendrik Lehnert schreibt über Themen der Universität sowie ihrer Umgebung

Die letzte Woche war eine Woche des Willkommenheißens und des Abschieds.

Am Montagmorgen konnten wir in unserer Universitätskirche St. Petri zusammen dem Hausherrn Pfarrer Dr. Bernd Schwarze und der Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer 1068 neue Studentinnen und Studenten zum Wintersemester 2017/18 während einer Festveranstaltung begrüßen. Das ist Rekord! Erstmals knacken wir mit dieser 11-prozentigen Steigerung zum Vorjahr die Tausendermarke bei der Erstsemesterzahl und freuen uns jetzt über die „Rekordmarke“ von 4639 Studierenden an unserer Universität. Wir freuen uns sehr über diesen Vertrauensbeweis der jungen Generation und werden alles daransetzen, um ihn mit exzellenter Lehre, Forschung und Betreuung einzulösen. Zum Auftakt konnte die Stimmung besser nicht sein, was nicht zuletzt an den großartigen musikalischen Darbietungen der Chores und Orchesters unserer Universität sowie der Lübeck Pop Symphonics lag.

Eine freudige Atmosphäre herrschte auch am Mittwochabend zum „Welcome and Farewell“ im Festsaal der „GEMEINNÜTZIGEN“. Umrahmt von Klängen des Ensembles „Passion du Saxophone“ begrüßten wir zum Start des akademischen Jahres 2017/18 sechs neuberufenen Professorinnen und Professoren, die von Vorstehern der GEMEINNÜTZIGEN im unterhaltsamen Wortwechsel vorgestellt wurden. Zuvor hatte der Direktor der GEMEINNÜTZIGEN Titus Heldt die Verbundenheit von Stadt und Wissenschaft in der Universitätsstadt Lübeck unterstrichen und die enge Freundschaft zwischen Uni und der GEMEINNÜTZIGEN betont.

Aber bei unserer ausgeprägten Willkommenskultur wollten wir es diesmal nicht bewenden lassen, sondern uns auch bei drei ausscheidenden Professoren herzlich für ihr jahrzehntelanges Engagement für unsere Universität bedanken. Die Medizin-Professoren Wolfgang Jelkmann, Werner Solbach und Peter Zabel haben maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung unserer Universität, deren Charakter als Lern- und Lehrgemeinschaft von Dozierenden und Studierenden von ihnen nachhaltig mitgeprägt wurde. Leider nicht teilnehmen konnte Prof. Erik Maehle, frisch emeritierter Direktor des Instituts für Technische Informatik, über inzwischen Jahrzehnte ein Garant der erfolgreichen Entwicklung der Informatik auf unserem Campus. Zu unserem Glück ist es ein farewell, bleiben sie doch unserer Universität auf vielfältige Weise verbunden und werden deren Weg auch weiterhin mit Rat und Tat begleiten.

Mit besten Wochenendgrüßen
Ihr
Hendrik Lehnert

"Meine Woche", der Blog des Präsidenten, erscheint regelmäßig aktuell zum Wochenende auf der Startseite der Universität unter www.uni-luebeck.de. Dauerhaft finden Sie ihn unter www.uni-luebeck.de/universitaet/im-ueberblick/profil.html.

6. Oktober 2017

In dieser Woche stehen wir noch ganz unter dem Eindruck der ersten Entscheidungen in der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ zur Förderung der Spitzenforschung an deutschen Hochschulen. Am letzten Freitag hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekanntgegeben, welche von den insgesamt 195 eingereichten Antragskizzen für Exzellenzcluster bis Ende Februar 2018 einen Vollantrag ausarbeiten und bei der DFG einreichen dürfen.

Die Antragsskizzen waren von international besetzten Expertengremien nach streng wissenschaftlichen Kriterien begutachtet worden und knüpften an bestehende Exzellenzcluster an oder wurden völlig neu entworfen. Mit großer Freude haben wir gehört, dass die Antragskizze „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zur Vollantragstellung ausgewählt wurde. Sie stellt die Weiterentwicklung des Exzellenzclusters „Inflammation at Interfaces“ dar, in dem wir gemeinsam mit der CAU, dem Forschungszentrum Borstel und dem Max-Planck-Institut Plön in den letzten Jahren überaus erfolgreich geforscht haben. Auch in das neue Projekt bringen wir uns als engagierter Partner mit ausgewiesener wissenschaftlicher Expertise ein und sind zuversichtlich, dass die Spitzenforschung in Sachen Präzisionsmedizin der Entzündung auch weiterhin mit dem Namen unserer beiden Universitäten verbunden sein wird.

Unser Glückwunsch gilt natürlich auch unseren langjährigen Partnern im Verbund Norddeutscher Universitäten, der Universität Hamburg und der Universität Bremen, die mit vier bzw. einer Antragskizze erfolgreich waren. Wir freuen uns über diese Anerkennung wissenschaftlicher Exzellenz im Norden, wenngleich im Falle Bremens etwas Wehmut mitschwingt, fehlt doch eine weitere erfolgreiche Skizze, um den Status als Exzellenzuniversität verteidigen zu dürfen. Doch ich bin mir sicher, dass die Bremer ungeachtet einer augenblicklichen Melancholie weiter exzellenten Kurs halten und in einer zukünftigen Runde des Exzellenzwettbewerbes wieder eine Chance bekommen werden.

Ein sturmfreies Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

*****

29. September 2017

In dieser Woche fällt der Blog aus! Nicht etwa weil es ausnahmsweise nichts zu berichten gäbe, ganz im Gegenteil, weil in den vergangenen Tagen so viel Wichtiges geschehen ist, dass es unmöglich scheint, sich einem Ereignis näher widmen zu können.

Letzten Sonntag bescherte uns die Bundestagswahl ein Ergebnis, das einen nachdenklich stimmt und im Falle der AfD die schlimmsten Befürchtungen eintreten ließ. Zum Glück hellte am Montagabend der wieder überaus anregende „Lübecker Salon“ die Stimmung nachdrücklich auf. In der Kulturwerft Gollan trafen sich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, um über das Thema Kunst und Wirtschaft in einen lebhaften Gedankenaustausch zu treten.

Am Morgen darauf feierten wir gemeinsam mit dem UKSH das Richtfest für das Klinikum der Zukunft auf unserem Campus. Dazu hatten sich neben vielen andren Gästen auch der Ministerpräsident unseres Landes und der Bürgermeister der Hansestadt eingefunden. Wir alle sind überzeugt, dass durch den neuen hochmodernen Bau die Qualität von medizinischer Forschung, Lehre und Krankenversorgung einen kräftigen Schub erhalten wird.

Die Weichen für die Zukunft unserer Universität wurden am Mittwochabend gestellt, als der akademische Senat Frau Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach zur neuen Präsidentin wählte. Ganz großer Glückwunsch – die Universität und das Präsidium freuen sich sehr! Erstmals wird somit eine Frau an der Spitze des Präsidiums stehen und mit Sicherheit die Erfolgsgeschichte unserer Universität fortschreiben.

Das hoffen wir ebenfalls mit dem geplanten Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin“ tun zu können, das heute von der DFG die freudige Mitteilung bekam, im Rahmen des Exzellenzwettbewerbes einen Vollantrag stellen zu dürfen. Als starker und ausgewiesener Partner der Uni Kiel werden wir unseren Beitrag leisten, damit Spitzenforschung auch weiterhin mit dem Namen unserer Universität verbunden wird. So viel dann also doch in einem ausgefallenen Blog.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

*****

22. September 2017

Der September ist ein traditioneller Kongressmonat – so geben sich auf unserem Campus hochkarätige Kongresse fast im Wortsinne die Klinke in die Hand. Diese Woche veranstalteten die Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie und die Deutsche Gesellschaft fur Suchtforschung und Suchttherapie den Deutschen Suchtkongress 2017, der die großte Veranstaltung zum Thema Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland ist. Die Organisatoren um Kongresspräsident Dr. Gallus Bischof hatten ein vielschichtiges und umfangreiches Programm entworfen, um mit mehr als 400 Teilnehmer*innen über die neuesten Ergebnisse und Entwicklungen der Suchtforschung und Suchtbehandlung zu diskutieren.

Suchterkrankungen gebührt nicht zufällig diese große wissenschaftliche und gesellschaftliche Beachtung, zählen sie doch zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Neu und auch von großer klinischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung sind – in nachvollziehbarer Weise – die Abhängigkeiten, die z.B. durch neue soziale Medien und das Internet erzeugt werden. Auch aus diesem Grund widmet sich die Universität zu Lübeck im Rahmen ihres Projektes „Gesunde Hochschule“ verstärkt der Suchprävention und bietet ihren Studierenden und Mitarbeiter*innen eine Vielzahl von Informations- und Beratungsangeboten an. Und weil jede Sucht auch Ursachen haben kann, die im sozialen oder beruflichen Umfeld wurzeln, möchten wir als Universität Studien- und Arbeitsbedingungen bieten, die ein hohes Maß an Studierenden- und Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit schaffen.

Ihnen ein sonniges Wahlwochenende!
Ihr
Hendrik Lehnert

*****

15. September 2017

Kurz vor Semesterbeginn freut sich die Universität zu Lübeck, Gastgeberin für Kongresse und Tagungen unterschiedlicher Themengebiete zu sein. Soeben haben wir im Rahmen der internationalen „Baltic Vascular Conference“ unser transdisziplinäres „Universitäres Gefäßzentrum“ feierlich eröffnet, dessen Sprecher Prof. Markus Kleemann ist. Ihm gehören die gefäßmedizinisch orientierten Fachdisziplinen an unserem Campus an, um den Patienten gemeinsam die bestmögliche Diagnostik und Therapie anzubieten. Dieser Ansatz fügt sich nahtlos in das Programm der „Baltic Vascular Conference“ ein. Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren immer größer werdenden Bedeutung der endovaskulären (minimalinvasiven) Behandlung von Gefäßerkrankungen, diskutieren Mediziner und Medizintechniker drei Tage lang neue medizintechnische Entwicklungen, um die Therapie noch effizienter und für die Patienten schonender gestalten zu können.

Einer der Organisatoren der Konferenz ist der ausgewiesene Lübecker Medizintechniker Prof. Thorsten Buzug, dessen Institut für Medizintechnik am vergangenen Freitag im Beisein der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Neben den hervorragenden Forschungsleistungen beindruckte mich besonders der überaus gelungene Generationswechsel im Institut, den der Gründungsdirektor Prof. Ewald Konecny in seinem Festvortrag anschaulich schilderte.

Zeitgleich mit „Baltic Vascular Conference“ nahm am heutigen Freitag auch die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie zum Thema „Translationales Denken – Perspektiven für die moderne Medizin“ in unserem neuen „Center for Brain, Behavior and Metabolism“ ihre Arbeit auf. Das CBBM mit seinen interdisziplinären Instituten, Arbeitsgruppen und Laboren ist wie geschaffen, um neurowissenschaftliche Grundlagenforschung mit ihrer unmittelbaren und damit zeitnahen klinischen Praxisumsetzung vorzustellen.

Mit den besten Wünschen für ein windstilles Wochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

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8. September 2017

Wenn man in dieser Woche über den Campus ging, hätte man meinen können, die Vorlesungszeit habe schon begonnen. Doch es waren keine Studierenden, die Audimax, Campus und Mensa erkundeten, sondern sie gehörten zu den über 600 Teilnehmer*innen der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und  Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS), die zu Gast an unserer Universität waren und den Campus mit Leben erfüllten.

Dass sich drei Fachgesellschaften zusammen finden, um unter dem Motto: „Gemeinsam forschen – gemeinsam handeln“ ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren, ist sicher nichts Alltägliches und spricht für das hohe Maß an Interdisziplinarität, das die Forschung der drei Gebiete prägt. Deren internationale Ausrichtung führte die Direktorin des Harvard Center for Population and Development Studies, Lisa Berkman, mit dem vergleichenden Ansatz ihrer Keynote „Work, family and health: a comparison of the American and European experiences“ im prall gefüllten Audimax eindrucksvoll vor Augen.

Der Tagungspräsident Prof. Katalinic betonte zu Recht die Handlungsrelevanz der gemeinsamen Forschung, indem sie zur Verbesserung der Gesundheit, der Therapie und der Nachsorge entscheidend beiträgt. In diesem Sinne gab es einfach keinen besseren Ort für die Tagung als unsere Universität, in deren Fokus das Leben steht.

Apropos Leben, angesichts der vielen jungen Wissenschaftler*innen ist einem um die Zukunft dieser Fächer nicht bange.

Mit den besten Wochenendgrüßen
Ihr
Hendrik Lehnert

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1. September 2017

Was für ein gelungener Abschluss dieser Woche! Unsere Universität hatte heute eine Delegation der Süddänischen Universität Odense zu einem Partnerschaftsbesuch zu Gast. Die Delegation unter Führung von Rektor Henrik Dam informierte sich über die Forschungsaktivitäten unserer Universität und besichtigte neben dem CBBM die weiteren wissenschaftlichen Großbauprojekte auf dem Campus.

Höhepunkt des Besuchs war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen unseren Universitäten, auf dessen Grundlage unsere Zusammenarbeit noch intensiver gestaltet wird. Im Zentrum werden gemeinsame Forschungsprojekte und ein umfangreicher Wissenschaftler- und Studierendenaustausch stehen. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft, passen doch unsere Universitäten mit ihrem klaren Life-Sciences-Profil bestens zueinander – gute Aussichten also für eine erfolgreiche wissenschaftliche Kooperation im deutsch-dänischen Grenzraum.

Wir führen auf diese Weise auf wissenschaftlichem Gebiet die Kontakte fort, die seit langem zwischen den beiden Handelsstädten Lübeck und Odense bestehen. Sei es, dass der Lübecker Schnitzer Claus Berg im Auftrag des dänischen Königshauses den wundervollen spätgotischen Flügelaltar in der Odenser Domkirche St. Knud schuf, sei es, dass der Lübecker Buchdrucker Johann Snell in Odense die ersten Inkunabeln Dänemarks druckte oder Lübecker Bürgermeister wie etwa Nikolaus Bardewik die Hansestadt auf den dortigen Reichstagen vertraten.

Umgekehrt war der berühmteste Sohn Odenses, der Dichter Hans-Christian Andersen, bei einem Besuch von der mittelalterlichen Schönheit der Hansestadt zutiefst beeindruckt. Kurzum, die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit könnten kaum besser sein!

Mit herzlichen Grüßen zum letzten Ferienwochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

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25. August 2017

Was hat der Sommer im Pool mit Mikroben, Infektion und Entzündung zu tun? Keine Angst – an der Universität zu Lübeck wird nächste Woche weder ins Wasser gesprungen, noch läuft man Gefahr, sich dabei Entzündungen und Infektionen zuzuziehen. Stattdessen ziehen Schülerinnen und Schüler in ihrer letzten Ferienwoche ins Informatik-Summer-Camp der Initiative „Lübecker Informatik an Schulen“ (LIaS), um  die Welt der Informatik zu erkunden, während andere in der Summerschool des „Lübecker offenes Labor“ (LoLa)  Bakterien untersuchen und unser Immunsystem erforschen.

Beide Initiativen sind Teil der Schülerakademie unserer Universität, die mit vielfältigen Formaten Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften, die Mathematik und die Informatik begeistern möchte. In den breitgefächerten Veranstaltungen soll das Interesse am Neuen und am kritischen Diskurs gefördert und zugleich Orientierungshilfe bei der Berufs- und Studienwahl gegeben werden. Bei uns haben damit Jugendliche beste Möglichkeiten, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf unserem Campus persönlich kennenzulernen, von ihnen Wichtiges über aktuelle Forschungsthemen zu erfahren und selbst Ideen zu entwickeln oder in der Praxis zu testen.

Und: was ist schon eine Runde im Pool gegen einen Crash-Kurs im Programmieren oder die Züchtung von Bakterien?

Mit herzlichen Wochenendgrüßen
Ihr
Hendrik Lehnert

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11. August 2017

"Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat“ ist ganz sicher das Letzte, was die Welt im Augenblick gebrauchen kann. Abgesehen davon, dass die Welt seit der Antike schon genug Feuer, Wut und Macht erlitten hat, kann mit wüsten Drohungen ein Konflikt nicht entschärft werden, der seit geraumer Zeit schwelt und jetzt buchstäblich vor der Explosion steht.

Gewiss darf man die große Gefahr, die vom nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un und dessen nuklearem Rüstungsprogramm ausgeht, keine Sekunde unterschätzen, doch war es bisher die Politik des Westens, derlei Provokationen mit Stärke und Diplomatie zu begegnen. Die Welt ist eben keine Fiktion, kein Computerkriegsspiel wie „World of Warcraft“, aus dem Trump seine Worte offenbar entliehen hat, sondern realer Ort politischen Handelns mit realen Folgen für Millionen von Menschen. „Zum Totlachen“ ist diese Nordkorea-Show nun eben hoffentlich nicht, wie Spiegel Online jüngst kommentierte.

Es bleibt zu hoffen, dass der konflikterfahrene republikanische Senator John McCain mit seiner Bemerkung richtig liegt, dass dies der klassische Trump sei, der die Dinge immer übertreibt. Umso wichtiger sind die Stimmen der politischen Vernunft in der US-Regierung, die wie etwa Außenminister Tillerson oder Verteidigungsminister Mattis zu Mäßigung, Augenmaß und Diplomatie raten, um die Katastrophe gemeinsam mit den Verbündeten abzuwenden.

Schlussendlich ist jeder von uns gefragt, seinen Beitrag zur Entschärfung dieser und ähnlicher Konflikte zu leisten – durch eigenes besonnenes Handeln und durch das Stärken seiner persönlichen weltweiten Beziehungen sowohl im Privaten wie in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. 

Ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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4. August 2017

Vor wenigen Wochen stellte ein Artikel in dem renommierten Wissenschaftsjournal „Nature“ die Frage: „Where have all the insects gone?“ Jeder von uns hat sich das wohl auch schon mal gefragt, weil er in letzter Zeit an der Tankstelle weniger Mückenschwämme einsetzen musste. Jetzt wissen wir warum: the answer is in the eggs!

In Millionen von Eiern wurde in dieser Woche das Insektizid Fipronil nachgewiesen, dessen Einsatz in der Landwirtschaft die EU seit 2013 streng begrenzt hat, auch weil es für die Honigbiene hoch giftig ist. Und für Mediziner gibt es ohnehin keine Frage, dass Insektenvernichtungsmittel überhaupt nichts in Lebensmitteln zu suchen haben, egal wie hoch die Belastung eingeschätzt wird.

Gewiss müssen strengere Gesetze erlassen und intensivere Kontrollen durchgeführt werden, aber entscheidend ist das Umdenken eines jeden von uns im nachhaltigen Umgang mit der Natur, deren Teil wir sind und die viel sensibler reagiert, als wir es lange glaubten. Wenn dies bei aller Fortschrittsnotwendigkeit von politischer Seite mit der Forderung nach „Bienenfreundlichem Straßenbegleitgrün“ unterstützt wird, erkenne ich darin konkreten Veränderungswillen in unserem unmittelbaren Lebensumfeld.

Denn: wir wollen auch weiterhin die freundlichen Motorradfahrer an den Kerbtieren zwischen den Zähnen erkennen.

Ein entspanntes Sommerwochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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28. Juli 2017

Auch die Universität steckt in diesen Wochen in einem kleinen Sommerloch; der Blick über den Campustellerrand fällt dann rasch auf anstehende Großereignisse, wie den Start der Bundesligen.  Jeder der etwas Älteren unter uns kennt das entscheidende Datum: 28. Juli 1962 – heute vor 55 Jahren wurde vom 14. Bundestag des DFB in Dortmund die Entscheidung getroffen, von der Saison 63/64 an die Fußball-Bundesliga einzuführen.

Der Anfang freilich war angenehm bescheiden, vom unbeschränkten Vollprofi noch nicht die Rede und die Ablösesummen bei 50.000 DM gedeckelt. Es war tatsächlich so! Heute  überweist Real Madrid die unvorstellbare Summe von 180 Millionen Euro für den 18-jährigen Stürmer Kylian Mbappe an den AS Monaco, um auch für die nächste Saison Spitzenfussball zu bieten. Was für eine groteske Entwicklung der Transfersummen! Steht da noch irgendetwas im Verhältnis?

Wie viel kostengünstiger und nachhaltiger zugleich ist - verglichen damit - der Transfer an Wissen und Technologie durch unsere Universität. Und erfolgreich ist er noch dazu.

Ein möglichst regenfreies Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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21. Juli 2017

Das war wirklich ein großer Wurf am vergangenen Sonnabend! Die in mühe- und liebevoller Heimarbeit unserer Kommunikationsabteilung geflochtenen Hüte unserer frisch Promovierten flogen hoch über dem Lübecker Rathausplatz und ließen tatsächlich manchen Passanten vermuten, dass es sich hier um einen der üblichen Junggesellenabschiede handeln würde. Weit gefehlt, doch wir werden an dem Bewusstsein der Lübecker und ihrer Gäste in den nächsten Jahren kontinuierlich arbeiten, denn das war erst der Auftakt eines wichtigen akademischen Rituals.

Zuvor waren die Promovierten von Bürgermeister Bernd Saxe im Audienzsaal des Rathauses empfangen worden und freuten sich gemeinsam mit ihren Doktormüttern und Doktorvätern bei Lübecker Marzipan und Sekt über die hart erarbeitete Doktorwürde. Nota bene: Wir gehen davon aus, dass die Qualität der Dissertationen nicht annähernd vergleichbar ist mit einer Grundidee der Strohflechterei, nämlich aus sogenannten Mottlets (lange Strohzöpfe) auch brüchigere Getreidesorten zum erwünschten Erfolg zu führen. Und so gingen denn beim Auszug auch alle durch die linke, höhere Tür des Saales, die man einst nehmen durfte, wenn man vor dem Rat der Stadt Erfolg mit seinem Anliegen gehabt hatte.

Erfolgreich und harmonisch wie immer war dann auch die Absolventenfeier in der Petrikirche unter den wachsamen Augen der Eule. Aber das Thema hatten wir ja schon…

Ihnen allen zum Auftakt der Travemünder Woche ein sonniges Wochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

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14. Juli 2017

Was für ein Ausklang der Ringvorlesung „Weltanschauung“! Im wieder prall gefüllten Kirchenchor unserer Universitätskirche St. Petri debattierte gestern Abend das Publikum höchst angeregt mit den Referenten über das Thema „Entscheiden und Erkennen“.

Wie immer wachte die menschenhohe (!) holzgeschnitzte Eule über dieses gemeinsam von den Lübecker Hochschulen gestartete Bildungs- und Wissensexperiment und allen war klar: Eulen muss man nicht nach Lübeck tragen! Statt wie noch im Mittelalter ein Symbol für Hexenkult und Aberglaube (zur Abschreckung von Dämonen wurde der Nachtvogel noch an Scheunentore genagelt) war die Eule der Minerva an sieben Abenden das Symbol für die Fragen nach dem Zusammenhang von Wissen und Welt und wie man die Welt anschaut. Gewiss hat selbst sie nicht alles gesehen, doch hatte man mitunter das Gefühl, als ob sie uns weise zunicken würde.

Apropos sehen: die Eule kann ja bekanntermaßen ihren Kopf um 270 Grad drehen – als Vogel der Weisheit wird sie ahnen, dass dies ausreicht und die letzten 90 Grad verzichtbar sind. Jetzt hat sie in Lübeck hoffentlich ein gutes neues Zuhause gefunden – und für Scheunentore ist sie glücklicherweise nicht geeignet…

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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7. Juli 2017:

Eigentlich wollte ich heute einen weiteren Erfolg unserer Universität vorstellen, doch leider wird daraus nichts, weil wir im bundesweiten Wettbewerb „Innovative Hochschule“ im gemeinsamen Antrag mit der Fachhochschule die volle Punktzahl nur hauchdünn verfehlt haben. Es war sehr, sehr knapp! C’est la vie, man kann nicht immer gewinnen (wie Anfang dieser Woche mit der endgültigen Verlängerung unseres Internationalen Graduiertenkollegs!). Wirklich schade, aber wir stehen wieder auf und gehen unseren Weg weiter.

Jetzt warten wir auf die Bewertung, analysieren und werden in 4 Jahren wieder den Hut in den Ring werfen. Und in der Zwischenzeit werden wir ein paar Projekte aus dem Antrag auf anderen Wegen an den Start bringen. Unser Antragsteam hat einfach zu gute Arbeit geleistet!

Ihnen allen ein schönes Wochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

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30. Juni 2017

Seit vorgestern können wir auf einem schwarz–gelb–grünen Vertragswerk für Schleswig-Holstein ein neues Schmetterlings-Exemplar der Ordnung Lepidoptera, Gattung Koalitionsfalter, Art Papilio iamaicensis betrachten. Ein kleineres taxonomisches Problem haben wir hier allerdings: Den Papilio jamaicensis gab es bereits, bevor Linné daraus den „Antillischen Malachitfalter“ gemacht hat… Farbenfroh ist er und das Problem bleibt hoffentlich nur ein taxonomisches.

Für unser Land symbolisiert er eine politische Premiere und für die Universitäten eine große Herausforderung, sich dem neuen Dialog zu stellen. Die Aussagen im Koalitionsvertrag zum Thema Wissenschaft und Hochschulen klingen durchaus ermutigend – so sollen zusätzlich 30 Millionen Euro bereitgestellt werden, um die Hochschulfinanzierung kontinuierlich zu verbessern, und weitere 100 Millionen zur Sanierung der Hochschulgebäude.

Bei der Umsetzung des Vertrages werden die Hochschulen sicher intensivst mitarbeiten, damit der Falter für die Wissenschaft fliegt und nicht flattert.

Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende
Ihr
Hendrik Lehnert 

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23. Juni 2017:

Wieder eine Woche mit einer tollen Nachricht! Heute hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern den Neubau des „Center for Research on Inflammation of the Skin“, kurz CRIS, auf unserem Campus beschlossen. Herzlichen Glückwunsch an Prof. Zillikens, Prof. Sadik und ihr Antragsteam, das diesen großartigen Erfolg errungen hat!

25,4 Millionen Euro werden in das weltweit einzigartige Zentrum fließen, um die molekularen Mechanismen der Entstehung von Entzündungen der Haut interdisziplinär zu untersuchen und innovative Konzepte für ihre Behandlung zu entwickeln. Ab Januar 2018 werden die Bauarbeiten beginnen und dann die von unseren neuesten Forschungsgebäuden CBBM und BMF gebildete Achse des Guten zu einem Winkel des Guten formen.

Mit den besten Wünschen für ein schönes erstes Sommerwochenende
Ihr
Hendrik Lehnert

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16. Juni 2017:

Wir haben uns alle sehr gefreut, als die großartige Nachricht kam, dass Prof. Robert Huber vom Institut für Biomedizinische Optik unserer Universität mit dem renommierten Europäischen Erfinderpreis 2017 des Europäischen Patentamts für die Entwicklung der „Optischen Kohärenztomographie (OCT)“ ausgezeichnet worden ist.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ritterschlag in der biomedizinischen Forschung! Im besten Sinne des Wortes sind damit neue Körpereinsichten möglich geworden - mit dem neuen Bildgebungsverfahren können Ärzte endlich den Blick auf weiches Körpergewebe und Blutgefäße ohne invasive Sondierung oder chirurgische Biopsien werfen – ein Meilenstein in der Diagnose schwerer Augen-, Herz- und Krebserkrankungen. Dies belegt aus unserer Sicht deutlich, dass die Lübecker Strategie, die Entwicklung bildgebender Verfahren (wie eben OCT oder auch die Methode des „Magnetic Particle Imaging“) auf dem Campus zu unterstützen und zu stärken, offensichtlich richtig ist.

Ein glänzendes Beispiel also für Erfolgsgeschichten aus der Universität und zudem dafür, wie wissenschaftliche Forschung, technologische Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung Hand in Hand gehen können – passgenau also für unseren BioMedTec Campus.

Ein sonniges Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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9. Juni 2017:

Mit Spannung haben sicher wir alle der Wahl in Großbritannien entgegengesehen, noch immer mit einem letzten Fünkchen Hoffnung, dass der Brexit sich nicht realisiert. Das Ergebnis unterstützt diese Hoffnung nicht, sondern konfrontiert uns mit dem wohl Unabänderlichen.

Schade! Aber wie antworten? Offene Türen, feste Netzwerke und intensive Kooperationen - mit guten und engagierten internationalen Partnern! Ob mit Universitäten in Dänemark, Norwegen, Namibia, China, den USA, den VAE oder eben auch in UK, mit jedem neuen gemeinsamen Projekt erfahren wir, dass uns viel mehr eint als trennt.

So auch mit der gestern erfolgreich zu Ende gegangenen 3. Summerschool des "Baltic Sea Region Network in Personalized Health Care", die in Lübeck stattgefunden hat. Ausgerichtet von Prof. Sascha Köpke und seinem Team, haben 30 Teilnehmer*innen aus 7 Ländern des Ostseeraumes eine Vielzahl von Projekten aus dem Bereich der Gesundheitswissenschaften präsentiert und gemeinsame Forschungsvorhaben entwickelt.

Übrigens, mit Universitäten in Jamaika haben wir noch keine Kooperationen, aber das können wir ja noch ändern…

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr
Hendrik Lehnert

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2. Juni 2017:

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

zum Pfingstfest habe ich eine kleine Ankündigung: In dieser Rubrik wird zukünftig mein wöchentlicher Blog zu Themen der Universität und ihrer Umgebung erscheinen.

Nicht jeder journalistische Auftakt wird so dramatisch sein, wie der erste Arbeitstag unseres Pressesprechers Rüdiger Labahn an unserer Universität. Vor nunmehr 30 Jahren, am 1. Juni 1987, informierte er die Öffentlichkeit beinahe stündlich über den Gesundheitszustand des damaligen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins Uwe Barschel, der nach einem schweren Flugzeugabsturz in Lübeck-Blankensee im Klinikum unserer Universität behandelt wurde. Herr Labahn meisterte diese Bewährungsprobe mit Bravour wie auch so manch andere in den bisweilen stürmischen Zeiten unserer Universitätsgeschichte.

Für heute wünsche ich Ihnen harmonische und sonnige Pfingsten - trotz irrlichternder Signale zum Klimaabkommen,

Ihr
Prof. Hendrik Lehnert


 

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Mi, 15.03.2017
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Fr, 20.10.2017
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Mo, 23.10.2017
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Am 23. Oktober im Rahmen des Lübecker Literarischen Colloquiums und der LiteraTour Nord



So, 29.10.2017
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