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Psychoanalyse - Wissenschaft oder Pseudowissenschaft?

 

Kursinfos

  • Zeitraum: Nicht im Wintersemester 19/20 - Das Seminar kann leider nicht stattfinden, die Teilnehmer werden benachrichtigt.
  • Max. Teilnehmerzahl: 20
  • Modulverantwortlich: Dr. Birgit Stammberger
  • Zeit und Ort: Do 16:00 - 17:30; H IMGWF, Königstr. 42
  • Anmeldung: vom 15. - 28.07. online hier möglich

 

Lehrinhalte

Mit der Psychoanalyse hat Freud eine Wissenschaft jenseits der Medizin, der Natur- und der Geisteswissenschaften begründet und dabei ihre therapeutische Zielsetzung getrennt von ihrem Anspruch auf ein spezifisches Wissen um den psychischen Apparat oder die Traumarbeit erarbeitet. Schon Freud war somit darauf bedacht, einen Nachweis zu führen für den Charakter der Wissenschaftlichkeit, des begründbaren Wissens und der Wissensgrenzen.

Doch was macht den besonderen Status der Psychoanalyse als Wissenschaft aus und unter welchen epistemologischen und wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen lässt sich ihr spezifischer Wissenschaftscharakter feststellen? Bei Freud selbst finden sich hierzu zahlreiche Möglichkeiten, doch sind seine Ausführungen keineswegs abschließend oder eindeutig. Einerseits wollte Freud die Psychoanalyse verstanden wissen wie jede andere Naturwissenschaft auch, anderseits sind seine Krankengeschichten zu lesen „wie Novellen“, die „des ernsten Gefüges der Wissenschaftlichkeit entbehren“. Unabhängig von Freuds eigener Reflexion wurde die psychoanalytische Lehre schließlich immer wieder der Frage unterworfen, ob es sich um eine empirische Wissenschaft handelt, die den experimentellen Nachweis ihrer Hypothesen noch zu erbringen habe, oder gar um eine Pseudowissenschaft. Paul Ricoeur und Jürgen Habermas bieten alternative Rekonstruktionen psychoanalytischer Erkenntniskonstruktion, werden jedoch womöglich dem Freudschen Unternehmen nicht gerecht. In letzter Zeit schließlich haben sich Wirksamkeitsstudien einer evidenzbasierten Medizin vor allem der Frage gewidmet, ob Psychoanalyse als Therapieform nachweislich hilft oder nicht. Nachweise von Wissenschaftlichkeit und Wirksamkeit setzen jedoch einen naturwissenschaftlich geprägten Szientismus voraus.

Das Seminar will nicht zur Rehabilitation einer psychoanalytischen Lehre beitragen, aber für eine kritische Selbstreflexion werben, die mit der Frage nach der Wissenschaftlichkeit einhergeht.

Das Seminar setzt keine besonderen Vorkenntnisse hinsichtlich der zu behandelnden Themenbereiche voraus. Erwartet wird aber die Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit den zugrunde gelegten Texten, zur umfangreichen Lektüre sowie die aktive Teilnahme an den Diskussionen. Die Übernahme eines Impulsreferates zu einem von allen gelesenen Text ist Teil der Studienleistung. 

Bitten beachten Sie: Bis zum 15. Februar 2018 wird ein kurzes Motivationsschreiben (max. 400 Wörter) erbeten. Neben kurzen Angaben zur Person (Name, Fachsemester) stellen Sie bitte (in vollständigen Sätzen) Ihre Idee für einen möglichen Beitrag vor, aus der hervorgeht, wie und weshalb Sie das Thema des Seminars aufgreifen möchten.

Bitte senden Sie Ihr Motivationsschreiben per E-Mail an: stammberger(at)imgwf.uni-luebeck(dot)de. Eine Rückmeldung bezüglich der Teilnahme erhalten Sie zeitnah.

Qualifikationsziele/Kompetenzen

  • Theorieverständnis, Kritikfähigkeit, diskursive Auseinandersetzung mit wichtigen Texten zum Thema
  • Kritisches Reflektieren der Publikationspraxis in den psychologischen Wissenschaften
  • Erkenntnistheoretische Kritik der Psychologie und Psychoanalyse 

Vergabe von Leistungspunkten und Benotung

  • Hausarbeit
  • Seminarvortrag
  • 4 ECTS

 

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Hinweis

Die Plätze in diesem Wahlpflichtkurs sind begrenzt. Gibt es mehr Anmeldungen als Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.