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Termine zum Studiengang Informatik

Studium generale

Donnerstag, 14.06.2018

Marx und der Feminismus

Selbstveränderung und Veränderung der Umstände - Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. em. Frigga Haug (Stuttgart) am 14. Juni (19:15 Uhr, Audimax)

Marx von den Feuerbachthesen her gelesen – ein subjektiver Bericht: Ausgehend von den 1960er Jahren berichtet Frigga Haug von ihren Erfahrungen mit der marxistischen Bewegung, von ihrem Weg aus der Ignoranz zur Faszination, von der Mühseligkeit der Schulungen und der Bewegung hin zum allgemeinen Marxstudium. Am Beispiel der Kritik der politischen Ökonomie – Lesen des Kapitals – führt Haug exemplarisch Fragen der Methode vor, expliziert an der Mehrwerttheorie den Arbeitsbegriff und berichtet vom feministischen Zweifel bis zur Abkehr der bewegten Frauen von Marx.

Marxismus ist Marx + Arbeiterbewegung; daher muss auch die negative Reaktion der Arbeiterbewegung auf die Frauenbewegung thematisiert werden. Aber was ist von Marx für die Fragen der Frauen zu erben? Im Ausgang dieser Frage entwickelt Haug aus ihrer Relektüre von Marx – insbesondere seiner Thesen gegen Feuerbach – die Berechtigung des feministischen Zweifels und ebenso die methodischen und historisch-kritischen Vorschläge von Marx, an die ein feministischer Marxismus fruchtbar anknüpfen kann.

Prof. Dr. Dr. h.c. Frigga Haug: Bis 2001 Professorin für Soziologie, Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Gastprofessuren in Kopenhagen, Innsbruck, Klagenfurt, Sydney, Toronto, Durham (USA). Politisches Engagement: Anti-Atombewegung, SDS, Frauenbewegung; Erwachsenenbildung bei Gewerkschaften, Kirche, Parteien, NGOs. Mitbegründerin der Berliner Volksuni. Mitglied der Partei DIE LINKE. Mitherausgeberin des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus und der Zeitschrift Das Argument. Im wissenschaftlichen Beirat von attac und RLS und des Instituts für eine solidarische Moderne.

Das Studium generale der Universität zu Lübeck im Sommersemester 2018

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung der DDR in der Bundesrepublik schienen Marx und die Grundpositionen des Marxismus ausgesorgt zu haben. Doch wenige Jahre später (und nicht erst seit der Finanzkrise 2008/09) erlebte die Kapitalismuskritik eine Renaissance. Marx wurde wieder zu einem der wichtigsten Bezugspunkte für ökonomische, philosophische und gesellschaftspolitische Debatten – sei es in kritischer Abgrenzung oder in positiver Bezugnahme. Gestern noch scheinbar veraltete Begriffe wie „Arbeit“, „Klassenkampf“ oder „Ideologie“ werden heute im Rahmen von feministischen, postkolonialen und globalisierungskritischen Politikentwürfen neu interpretiert: Welche Impulse geben Marx‘ Werke für die gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen von heute und morgen? Dieser Frage widmet sich das Studium generale in diesem Semester in vier Vorträgen.

In wöchentlichen Terminen bietet Christina Schües einen Lektürekurs als Wahlfach zur selbständigen Auseinandersetzung mit einigen Schriften von Marx an.

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Prof. Dr. Dr. h.c. Frigga Haug

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