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Aktuelles zum Studium

Studierende engagieren sich gegen Bildungsbenachteiligung

Dienstag, 29.08.2017

Die bundesweite Initiative "ArbeiterKind" hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Arbeiter- und Nicht-Akademikerkindern an den Hochschulen zu erhöhen


Mit Beratung und Information sollen sie auf dem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss unterstützt werden. Charlott Danielson, Anna Gramalla und Lennard Ahlborn gehören zu denjenigen, die sich zurzeit aus der Universität in der Lübecker Ortsgruppe engagieren.

Aktuelle Sozialerhebungen zeigen, dass in Deutschland von 100 Akademikerkindern 83 ein Hochschulstudium aufnehmen. Von 100 Kindern nichtakademischer Herkunft studieren dagegen nur 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen. Die finanzielle Belastung ist einer der Gründe, die diese Abiturienten von einem Studium abhalten. Die eigentliche Bildungsbenachteiligung besteht nach Ansicht der Initiative vor allem in einem großen Informationsdefizit und in kulturellen Vorbehalten im Familienumfeld.

Im Mai 2008 gegründet, zählte "ArbeiterKind" bereits 2009 zu den ausgewählten Orten im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, im Wintersemester 2009/10 zu den Preisträgern des 4. Bundeswettbewerbs des Deutschen Studentenwerks „Studierende für Studierende: Studentenwerkspreis für besonderes soziales Engagement“.

Inzwischen arbeiten bundesweit über 6.000 ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren an 75 Standorten in der Initiative mit. Auch in Lübeck besteht eine Ortsgruppe mit etwa zehn aktiven Mitgliedern, die sich aus Studierenden Lübecker Hochschulen und Berufstätigen zusammensetzt. Für den Newsletter haben Charlott Danielson, Anna Gramalla und Lennard Ahlborn die folgenden Fragen beantwortet:

Welches waren die persönlichen Beweggründe für Ihr ehrenamtliches Engagement?

  • Wir hatten schon öfter etwas von der Initiative ArbeiterKind gehört. Ihr Ziel – gerade „Arbeiterkindern“, aber auch allen Schülern und Studenten und deren Eltern ein offenes Ohr und Hilfe bei Fragen zu bieten – hat uns schon zu Beginn angesprochen, da wir in unseren Familien ebenfalls die ersten Studenten sind. So mussten wir uns damals um alle Fragen rund um das Studium selbst kümmern. Hier möchten wir nun anderen den Weg erleichtern und eventuell auch Ängste nehmen, wie wir sie selbst am Anfang hatten.

Worin besteht Ihre Tätigkeit konkret? Wie lässt sich Ihr Engagement mit Ihrem Studium vereinbaren?

  • Der Zeitaufwand ist sehr flexibel gestaltbar. Wir sind eine Gruppe, in der es kein MUSS gibt. Wenn man mal verhindert ist, dann ist das kein Problem. Wir treffen uns aber monatlich und führen am ersten Donnerstag im Monat eine Sprechstunde für interessierte Eltern und Schüler bzw. auch Studenten durch. Anschließend findet unser Arbeitstreffen statt, in dem wir über Mailanfragen, Schulanfragen oder mögliche Workshops sprechen, die wir immer gerne anbieten.
    Zusätzlich kann man sich auch über das Online-Netzwerk einbringen. Hier sind wir beispielsweise als Studierende eingetragen, die sich bereiterklärt haben, dass man sie beispielsweise bei Fragen zu dem eigenen Studiengang kontaktieren kann. Das gibt uns deutschlandweit die Möglichkeit, Informationen über viele verschiedene Studiengänge auszutauschen. Der Zeitaufwand ist daher sehr variabel und lässt sich gut mit dem Studium vereinbaren. Somit ist es auch eine tolle Ergänzung zum Studium, weil man viele Erfahrungen weitergeben kann und man so auch sieht, dass man schnell helfen kann und auch ein Stück weit bei wichtigen Lebensentscheidungen unterstützt. Das ist die größte Belohnung für das Engagement bei ArbeiterKind.

Welche Erlebnisse im Rahmen Ihrer Tätigkeit für „ArbeiterKind“ sind Ihnen besonders in Erinnerung?

  • In den Sprechstunden oder auch Schulworkshops lernt man oft Leute kennen, die die gleichen Fragen und auch Ängste mit sich herumtragen, die man selbst vor einigen Jahren noch hatte. Es ist schön, wenn man sieht, dass man diese immer schnell beseitigen oder auch neue Wege und Möglichkeiten aufzeigen kann. 

Charlott Danielson, 1993 in Schwerin geboren, studiert seit Wintersemester 2012/13 Medizinische Ingenieurwissenschaft an der Universität zu Lübeck.
Anna Gramalla, 1990 in Deggendorf geboren, studiert seit Wintersemester 2013/14 Molecular Life Science.
Lennard Ahlborn, 1991 in Lübeck geboren, studiert seit Wintersemester 2012/13 Medizinische Ingenieurwissenschaft.

Lübecker Sprechstunde: jeden 1. Donnerstag im Monat um 18 Uhr im Cloudsters, Posthof, Eingang Braunstraße 1-3, 3. OG (Nähe Marktplatz)
Nächste Termine: 7. September, 5. Oktober und 2. November
Die Lübecker Gruppe im Internet: www.luebeck.arbeiterkind.de
Kontakt: luebeck(at)arbeiterkind(dot)de

 

 

Anna Gramalla, Lennard Ahlborn und Charlott Danielson (v.l.n.r.)

Die Lübecker Gruppe der Initiative „ArbeiterKind“

Soziale Selektion beim Zugang zum Studium


 

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