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Modulhandbuch ab WS 2014/15

Modul CS4340-KP04, CS4340SJ14

Gesundheitsökonomie (GOEK14)

Dauer:
1 Semester
Angebotsturnus:
Jedes Sommersemester
Leistungspunkte:
4
Studiengang, Fachgebiet und Fachsemester:
  • Bachelor Biophysik in Planung (Wahlpflicht), Nicht-Fachspezifisch, 6. Fachsemester
  • Bachelor MIW ab 2014 (Wahlpflicht), Medizinische Ingenieurwissenschaft, 4. oder 6. Fachsemester
  • Master Medizinische Informatik (Pflicht), Medizinische Informatik, 1. oder 2. Fachsemester
Lehrveranstaltungen:
  • Gesundheitsökonomie (Übung, 1 SWS)
  • Gesundheitsökonomie (Vorlesung, 2 SWS)
Workload:
  • 20 Stunden Prüfungsvorbereitung
  • 55 Stunden Selbststudium und Aufgabenbearbeitung
  • 45 Stunden Präsenzstudium
Lehrinhalte:
  • Gesundheitssysteme (im internationalen Vergleich)
  • TEIL 1: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE
  • Health Technology Assessment (HTA) als Instrument der evidenzbasierten Entscheidungsunterstützung
  • Medizinische Nutzenbewertung
  • Gesundheitsökomomische Evaluationen
  • Ressourcenallokation und Prioritätensetzung
  • TEIL 2: BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE
  • Akteure im Gesundheitswesen, Sozialgesetzgebung und Gesundheitsreformen
  • Krankenhausorganisation und Leistungserstellung
  • Vergütung im ambulanten und stationären Bereich, insb. pauschaliertes G-DRG-System
  • Internes und externes Rechnungswesen: Buchhaltung sowie Kosten- & Leistungsrechnung
  • DRG-bezogene Kostenträgerrechnung sowie Analyse-Instrumente
  • Innovationsfinanzierung für medizintechnische Produkte und Verfahren
Qualifikationsziele/Kompetenzen:
  • Studierende können die Notwendigkeit des Wirtschaftens aus der Perspektive von Akteuren im Gesundheitsmarkt als auch von Volkswirtschaften (mit Fokus auf die Solidargemeinschaft aller GKV-Versicherten) erläutern.
  • Sie können Varianten von nationalen Gesundheitssystemen mit alternativen Steuerungsprinzipien und Finanzierungsmodellen nennen und diskutieren.
  • Sie können Gründe für Marktversagen freier Versicherungs- und Leistungserbringermärkte nennen und vor diesem Hintergrund die Grundlagen des gesetzlichen Sozialversicherungssystems (GKV) in Deutschland erläutern.
  • Sie können beispielhaft Maßnahmen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite mit Blick auf das Effizienzpostulat im deutschen GKV-geprägten Gesundheitssystem nennen.
  • TEIL 1: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVE
  • Sie können die Relevanz und Arbeitsweise des G-BA für die Zulassung von Verfahren und Produkten inkl. ihrer Erstattungsfähigkeit in der Gesundheitsversorgung für GKV-versicherte Personen erläutern.
  • Sie können HTA als Instrument zur Unterstützung gesundheitsrelevanter Entscheidungen auf Systemebene erläutern.
  • Sie können Arten und Risikoklassen von Medizinprodukten und bzgl. ihrer Zulassung Unterschiede zu Arzneimitteln nennen.
  • Sie können für den Nachweis eines klinischen Nutzens klinisch relevante Endpunkte und Surrogatparameter sowie geeignete Maßzahlen für die Krankheitshäufigkeit nennen und diskutieren.
  • Sie können geeignete Studienformen, deren Validität (Evidenzstufen) und Anwendungen sowie Varianten und Gütekriterien von Metaanalysen für den Nutzennachweis erläutern.
  • Sie können Kostenarten und Messansätze zu ihrer Ermittlung in gesundheitsökonomischen Studien erläutern.
  • Sie können ebenso Nutzen und Messansätze zur ihrer Ermittlung (u.a. Lebensqualität und Lebensdauer) erläutern.
  • Sie können neben dem Nutzen (Wirksamkeit) die klinische Sicherheit (unerwünschte Wirksamkeit) einbeziehen.
  • Sie können die Eignung von Datenquellen für gesundheitsökonomische Studien abschätzen und Sensitivitätsanalyse durch Veränderung von Annahmen und Datenquellen durchführen.
  • Sie können das angeeignete Wissen anwenden, um konkrete HTA-Berichte zur Wirksamkeit und Kosten-Effektivität von medizinischen Produkten und Verfahren zu analysieren und kritisch zu beurteilen.
  • Sie können ethische Anforderungen von Fragen der Zulassung und Erstattungsfähigkeit aufzeigen, u.a. im Spannungsfeld zwischen der Gesundheitsversorgung einer Bevölkerung und eines Individuums.
  • TEIL 2: BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVE
  • Sie können Varianten und Bedingungen der Erstattung von Investitionskosten und Betriebskosten im ambulanten und stationären Bereich in der Regelversorgung einschließlich neuer selektiver Versorgungsformen nennen.
  • Sie können die Funktionsweise und Wirkung von G-DRGs zur pauschalierten Vergütung von stationären Behandlungsfällen erläutern und für konkrete Fallkonstellationen den Casemix(-Index) berechnen und diskutieren.
  • Sie können die Rolle des internen Rechnungswesens (inkl. der Abgrenzung betriebsbedingter Kosten und Leistungen von Aufwänden und Erträgen aus der Finanzbuchhaltung gemäß KHBV) für die ökonomische Beurteilung des Betriebsgeschehens erläutern.
  • Sie können die Begriffe fixe/variable, Einzel-/Gemein- und direkte/indirekte Kosten sowie Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung sowie Deckungsbeitragsrechnung erläutern und anwenden.
  • Sie können eine Deckungsbeitragsrechnung und damit eine Break-Even-Wirtschaftlichkeitsanalyse durchführen.
  • Sie können die Analyse des Kosten- und Leistungsgeschehens im Krankenhaus auf Basis einer DRG-bezogenen Kostenträgerrechnung gemäß Kalkulationshandbuch (beim InEK-Institut) skizzieren.
  • Sie können hierzu insbesondere eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung von Gemeinkosten durchführen.
  • Sie können den Zusammenhang zwischen ans InEK gemeldeten Leistungs- und Kostendaten aller Krankenhäuser, den daraus ermittelten Kostengewichten jeder DRG-Fallpauschale fürs neue Jahr und der Basisfallrate erläutern.
  • Sie können die jährlich vom InEK publizierten G-DRG-Kostenmodule interpretieren und ihre Rolle für Benchmarking-Projekte individueller Krankenhäuser erläutern.
  • Sie können eine Fallmix-(Gewinn-)Optimierung bei Nebenbedingungen (i.Allg. Ressourcen-Einschränkungen) unter Verwendung des Simplex-Algorithmus durchführen.
  • Sie können die Mechanismen und Bedingungen von NUBs zur Innovationsfinanzierung erläutern und den mehrjährigen Verzug innovativer Verfahren in die Regel-GKV-Erstattungskataloge begründen.
Vergabe von Leistungspunkten und Benotung durch:
  • Teilnahme an den Übungen
  • Klausur oder mündliche Prüfung nach Maßgabe des Dozenten
Modulverantwortlicher:
Lehrende:
Literatur:
  • Roeder N., Hensen P., Franz D. (Hrsg): Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem und öffentliche Gesundheitspflege – Ein praxisorientiertes Kurzlehrbuch - 2. aktualisierte Auflage. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag 2013 (ISBN 978-3-769-13514-5)
  • Fleßa S., Greiner W.: Grundlagen der Gesundheitsökonomie – Eine Einführung in das wirtschaftliche Denken im Gesundheitswesen - 3. aktualisierte Auflage. Berlin: Springer Gabler 2013 (ISBN 978-3-642-30918-2)
  • Graumann M., Schmidt-Graumann A.: Rechnungslegung und Finanzierung der Krankenhäuser - 2. aktualisierte Auflage. Herne/Berlin: NWB 2011 (ISBN: 978-3-482-57572-3)
  • Perleth M., Busse R., Gerhardus A., Gibis B., Lühmann D. (Hrsg): Health Technology Assessment : Konzepte, Methoden, Praxis für Wissenschaft und Entscheidungsfindung - Berlin: MWV, 1. Aufl. 2007 (ISBN: 978-3-939069-22-5)
Sprache:
  • Wird nur auf Deutsch angeboten
Bemerkungen:

Prüfungsvorleistungen können zu Beginn des Semesters festgelegt werden. Sind Vorleistungen definiert, müssen diese vor der Erstprüfung erbracht und positiv bewertet worden sein. Hieß früher ''Krankenhausbetriebswirtschaftslehre''. Veraltete Modulnummer: ''MED4140''. ME3140 ist eine auslaufende Modulnummer im Studiengang MIW für dieses Modul.

Letzte Änderung:
9.2.2016

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