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Aktuelles zur Forschung

"Zu früh geboren - Machen wir das Beste daraus!"

Freitag, 11.01.2019

Dr. Juliane Spiegler

Antrittsvorlesung von Dr. Juliane Spiegler am 12. Februar (17 Uhr s.t., Hörsaal AM 1)

Die Chancen von Frühgeborenen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. In der Neonatalperiode sind die Frühgeborenen sehr gut überwacht, alle werden auf neonatologischen Intensivstationen betreut. Dadurch können Einflussfaktoren leicht untersucht werden. Die neonatologische Therapie in den deutschen Zentren, aber auch international hat sich zunehmend angeglichen und wurde inzwischen so gut wie möglich optimiert. Die Frühgeburt ist aber keine ausschließlich neonatale, sondern eine „chronische Erkrankung“, die langfristig insbesondere das zentralen Nervensystem und die Lunge betrifft. Frühgeborene haben ein deutlich erhöhtes Risiko für kognitive Probleme und Verhaltensauffälligkeiten und erreichen seltener einen höheren Schulabschluss. Im Erwachsenenalter gehen Frühgeborene weniger häufig einer Berufstätigkeit nach, sind öfter auf Sozialleistungen angewiesen und leben seltener in festen Partnerschaften oder werden seltener Eltern.  

Folgen der Frühgeburt wurden häufig im Hinblick auf peri- und neonatale Faktoren untersucht. Wenn wir die Lebensperspektive von Frühgeborenen weiter verbessern wollen, müssen wir darüber hinaus mögliche Einflussfaktoren in Kindheit und Jugend erforschen. Positive, die Entwicklung fördernde oder negative, die Entwicklung hemmende Faktoren im Verlauf der Kindheit und Jugend sind bislang nur unzureichend bekannt. Hierbei handelt es sich meist um komplexe Interventionen, die ein Team aus verschiedenen Berufsgruppen erfordern. 

Dr. med. Juliane Spiegler schließt mit der Antrittsvorlesung ihre Habilitation im Fachgebiet Kinder- und Jugendmedizin an der Universität zu Lübeck ab.

Mehr: Antrittsvorlesungen