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Dienstag, 01.01.2019

Technologietransfer

Kompetenzzentrum 4.0 für die Digitalisierung im Mittelstand

Auftaktveranstaltung für das Kompetenzzentrum am 6. Dezember 2018 in der Fachhochschule Kiel (Fotos: Mittelstand 4.0)

Die Universität unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung

Rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen und Forschungseinrichtungen konnte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel am 6. Dezember 2018 bei seiner offiziellen Auftaktveranstaltung an der Fachhochschule Kiel begrüßen. Das Kompetenzzentrum ist Teil der Initiative Mittelstand-Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und vereint sechs Konsortialpartner aus Kiel, Lübeck und Neumünster. Das vorerst auf drei Jahre angelegte Transferprojekt soll kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen und begleiten und die Akteure im Land vernetzen.

"Mit Hilfe des Kompetenzzentrums werden wir gezielt die Belange unserer Partner, der kleinen und mittleren Unternehmen, unterstützen können", sagte Prof. Dr. Martin Leucker, Lübecker Sprecher im Kompetenzzentrum, anlässlich der Auftaktveranstaltung. Er ist Direktor des Instituts für Softwaretechnik und Programmiersprachen der Universität zu Lübeck.

Über Informatik, Naturwissenschaften und Technik im Fächerspektrum der Universität zu Lübeck (Motto: „Im Focus das Leben“) erhalten Unternehmen Zugang zu aktuellen Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung zum Thema Interoperabilität. Darunter fällt das Kernthema von Industrie 4.0: Die Vernetzung unterschiedlicher IT-Systeme im Unternehmen und über seine Grenzen hinweg. Weitere Beispiele sind die Erfassung und Verarbeitung großer Datenmengen oder die Mustererkennung unter Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Ansprechbarkeit für die Probleme des Mittelstands

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz verwies in seiner Begrüßung auf die ganz eigene Wirtschaftsstruktur des echten Nordens. In Schleswig-Holstein dominieren kleine und mittlere Unternehmen, da könne es schnell passieren, dass tiefgreifende Neustrukturierungen auf die lange Bank geschoben würden. Doch die Unternehmerinnen und Unternehmer in Schleswig-Holstein müssten nicht vor den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, zurückschrecken, betonte der Minister. „Obwohl das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 von Hochschulen getragen wird, geht es hier nicht um Forschung, die dann zur Veröffentlichung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften führt. Es geht um Ansprechbarkeit für die Probleme des Mittelstands. Es geht um Pra-xisnähe und Anschaulichkeit. Kompetentes Wissen ist verfügbar. Ich appelliere deshalb an die Wirtschaft im Land, das neugeschaffene Angebot auch anzunehmen.“

Der Bund fördert das Kompetenzzentrum mit rund vier Millionen Euro für die kommen-den drei Jahre. Es dient kleinen und mittleren Unternehmen Schleswig-Holsteins als erste Anlaufstelle, wenn es um Fragen der Digitalisierung geht. Dr. Andreas Goerdeler (Leiter der Unterabteilung Nationale und Europäische Digitale Agenda im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) begrüßte das Land Schleswig-Holstein im Netzwerk Mittelstand-Digital. „Über regionale Zentren wie dieses schaffen wir gute Rahmenbedingungen für die gezielte Unterstützung des Mittelstands bei der digitalen Transformation. Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Mittelstand am besten vom Mittelstand lernt. Das Kompetenzzentrum wird diesen Prozess organisieren.“

„Gemeinsam bieten wir sowohl branchenspezifische Themen für den Maschinenbau, die Lebensmittel- und Medizintechnik als auch branchenübergreifende Querschnittsthemen wie Geschäftsmodelle, Wirtschaftlichkeit und Interoperabilität an“, sagte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Mallon, Sprecher des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel. „Diese Kombination ist eine gelungene Mischung, um Unternehmen in Schleswig-Holstein durch kostenfreie Informationsveranstaltungen, Seminare, Labortouren, Sprechstunden und konkrete Hilfen vor Ort bei der Digitalisierung zu begleiten.“

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung erhielten die Besucherinnen und Besucher in Praxisbeiträgen Einblicke in Digitalisierungsperspektiven und -beispiele wie die der ersten digitalen Schritte eines Handwerksbetriebes, die Vorteile einer sicheren Vernetzung von medizinischen Geräten sowie der Hygieneüberwachung im Lebensmittelbetrieb.

Prof. Dr. Martin Leucker, Lübecker Sprecher im Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 (Foto: Universität zu Lübeck)

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und Dr. Andreas Goerdeler aus dem Bundeswirtschaftsministerium bei der Tagungseröffnung

Unterstützung mittelständischer Unternehmen bei der Digitalisierung und Vernetzung der Akteure in Schleswig-Holstein